Ausstellung "IMPERIUM" im Römermuseum Haltern am See
Haltern am See (mp) - Die Ausstellung "IMPERIUM" des LWL-Römermuseums in Haltern am See, Teil von "IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht", dem größten deutschen Ausstellungsprojekt in diesem Jahr, wird sich mit dem Verlierer der Varusschlacht vor 2000 Jahren und seinem Hintergrund beschäftigen. Das Ausstellungsprojekt ist vom 16. Mai bis zum 11. Oktober 2009 in Haltern am See und bis zum 25. Oktober in Kalkriese und Detmold zu sehen.
Bis heute wird Publius Quinctilius Varus als älterer, etwas dicklicher und behäbiger Verwaltungsfachmann wahrgenommen, der von Kriegsführung wenig Ahnung hatte. Wie sonst hätte ein germanischer Abtrünniger den Repräsentanten der Weltmacht Rom 9 n. Chr. in eine Falle locken können, die manche als das „Vietnam der Römer“ bezeichnen?
Varus als Krisenmanager
Die Ausstellung im LWL-Römermuseum und in der Seestadthalle in Haltern am See zeichnet mit über 300 Exponaten auf insgesamt 2.000 Quadratmetern ein anderes Bild: Bis zu seiner Niederlage hatte Varus eine tadellose Karriere im Römischen Reich hingelegt, er war militärisch erfahren, hoch dekoriert und diplomatisch erfolgreich. Als Kind einer uralten römischen Adelsfamilie wurde er 47 v. Chr. geboren, als junger Mann begleitete Varus den Kaiser auf eine diplomatische Mission in den Osten des Imperiums, im Jahr 13 v. Chr. bekleidete Varus mit dem Konsulat sogar das offiziell höchste Amt im römischen Staat.
Auch in Germanien konnte Varus zunächst wichtige Erfolge erzielen. Germanien schien bereits eine befriedete römische Provinz zu sein, als Augustus 9 n. Chr. die Hiobsbotschaft von der Niederlage in den germanischen Wäldern erreichte. Die Behauptung aber, Varus sei der typische Verlierer gewesen, kam erst Jahrzehnte nach seinem Tod auf. Das Zerrbild hat bis heute überlebt.
Vom Dorf zur Weltmacht im „Goldenen Zeitalter“
Das LWL-Römermuseum stellt neben der Person des Varus das Römische Reich zur Zeit des Kaisers Augustus in den Mittelpunkt.
Die Ausstellung beleuchtet auch die herausragenden Leistungen des Augustus in der Innen- und Außenpolitik. Durch Kriege und diplomatisches Geschick gelang es dem Kaiser, sein Imperium weiter auszudehnen und langfristig zu sichern. Auch Personen im Schatten des Kaisers – seine Verwandten, Freunde und politischen Weggefährten wie Varus - waren maßgeblich an dieser Erfolgsgeschichte beteiligt.
Austern für die Legionäre
In Haltern befanden sich vor 2.000 Jahren die bedeutendsten römischen Militäranlagen in Germanien, hier war mit der 19. Legion ein Teil der Truppen stationiert, die 9 n. Chr. in der Varusschlacht untergehen sollten. Die Ausstellung im LWL-Römermuseum berichtet vom Leben der römischen Legionäre in Haltern, einem Außenposten des Imperiums, in dem zeitweise auch Varus stationiert war. Besonders beeindruckend sind die logistischen Leistungen und effektiven Kommunikationswege des römischen Militärs. Auf der Lippe wurden Tausende Tonnen Getreide und selbst Luxusgüter wie Wein und Austern zu den Truppen in Germanien transportiert.
Dienstag bis Freitag 9-18 Uhr
Samstag 10-20 Uhr
Sonntag 10-18 Uhr
www.imperium-konflikt-mythos.de
Ausstellungsort:
Seestadthalle
Lippspieker 25
45721 Haltern am See
Tel.: 02364-937638








Mister-Wong