"Wiedergutmachung als Auftrag"
"Wiedergutmachung als Auftrag" ist die neue Dauerausstellung im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster überschrieben. Sie zeigt die Geschichte der Entschädigung nationalsozialistischen Unrechts aus nationaler wie internationaler Perspektive.
Das jüdische Geschäft "Helene Davids & Co" war in Münster das führende Geschäft für Mieder und Korsette bis zum Zwangsverkauf 1938.
Neue Form der Präsentation
Ideengeber und Projektleiter sind Christoph Spieker und Prof. Dr. Alfons Kenkmann am Geschichtsort Villa ten Hompel. In einer zweijährigen Vorbereitungsphase erabeiteten die Historiker Julia Volmer-Naumann und Dr. Marc von Miquel unter Mitarbeit von Susanne Muhle die Konzeption der Ausstellung. Die Gestaltung übernahm Prof. Norbert Nowotsch von der Fachhochschule für Design in Münster mit seinem Team.
Erholungsheim der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, um 1947.
"Mit der neuen Dauerausstellung ´Wiedergutmachung als Auftrag´ ist das zentrale Thema der Villa ten Hompel ´Verwaltung und demokratische Verantwortung´ um einen wichtigen Baustein erweitert worden", erläutert Prof. Dr. Alfons Kenkmann. Die Geschichte von Tätern und Mitläufern in der NS-Zeit wird nun ergänzt um die Geschichte NS-Verfolgter und der Verwaltung nach 1945. Der regionalgeschichtliche Ansatz der Ausstellung ermöglicht, neue Erkenntnisse und eindrucksvolle Verfolgtenbiografien aus der Stadt Münster und Westfalen vorzustellen.
Dezernat für Wiedergutmachung
Von 1954 bis 1968 beherbergte die Villa ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring das Dezernat für Wiedergutmachung der Bezirksregierung Münster, das über die Entschädigungsanträge von ehemals nationalsozialistisch Verfolgten entschied. Damit wurde die Villa ten Hompel wieder zu einer Behörde - jetzt zuständig für die Verfolgten. In der Zeit des "Dritten Reiches" nutzte die Polizeiverwaltung das Gebäude.. Deren Mitarbeiter waren an der Verfolgung von Juden, Sinti und Roma sowie politisch und religiös Verfolgten beteiligt.
Diesen Zollstock fand im Sommer 1941 der damals siebenjährige Leihgeber im Bombenschutt des Hauses Rudolfstraße 20 in Münster. Die jüdischen Besitzer Max und Elfriede Meyer starben im Ghetto Theresienstadt und im KZ Auschwitz.
Im Vordergrund stehen die Erfahrungen der verschiedenen Gruppen von NS-Verfolgten mit der deutschen Gesellschaft nach dem Ende der Diktatur. Neben Formen der politischen Unterstützung waren diese Erfahrungen häufig auch geprägt von Schuldabwehr, Verleugnung des Unrechts und Kritik an den Kosten der Entschädigung. "Diese wichtige Thematik in eine ansprechende gestalterische Form zu bringen", so der Designer Prof. Norbert Nowotsch, "war eine spannende Aufgabe, die wir gelöst haben mit einer variantenreichen und vor allem subtilen Inszenierung im Zusammenspiel alter und neuer Medien."
Zur Ausstellung erscheint ein aktuelles Faltblatt mit Informationen zu den Dauerausstellungen und zur Villa ten Hompel. Der Geschichtsort ist mittwochs von 18 bis 22 Uhr, donnerstags und freitags von 12 bis 16 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
| INFO Villa ten Hompel Kaiser-Wilhelm-Ring 28 48145 Münster Telefon: 0251 / 492-7101 Öffnungszeiten Mi. 18:00 - 22:00; Do., Fr. 12:00 - 16:00; So. 12:00 - 18:00 |
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