Mit dem Heiligen Ludgerus durchs Wilde Weddenfeld
War der Heilige Ludgerus in Elte? War er? War er nicht? Auch wir werden es nicht so ganz klären können, fahren aber mit diesem Wander-Tipp nach Elte, einem 2300 Einwohner zählenden Ortsteil von Rheine im Kreis Steinfurt – und stoßen alle paar Schritte auf den Heiligen Ludgerus. Auf einem Rundkurs absolvieren wir familienfreundliche sieben Kilometer zuerst auf dem Hauptwanderweg X 20, dann auf dem Hermannsweg und schließlich auf dem X 7.
Jetzt konzentrieren wir uns auf den Wanderweg X 20 des Westfälischen Heimatbundes, vorbei an der Kirche in nördliche Richtung. Vorbei an der Grundschule sind wir bald außerhalb der Bebauung.
Wir überqueren die Bundesstraße 475 und verlassen nach 500 Metern den X 20, der übrigens auch mit dem E für Emsweg gekennzeichnet ist. Wir biegen nach rechts (östlich) ab und achten auf das H für Hermannsweg (Engbertsweg ist der Name dieser kleinen Straße). Das H zeigt uns erst einmal den Wegeverlauf.
Sollten wir noch ein Wörtchen über den Hermannsweg verlieren? Wir sollten. Er gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands und führt auf seinen 156 Kilometern Länge durch zwei Naturparks und über den Kamm des Teutoburger Waldes. Mit vielen Sehenswürdigkeiten lädt er zu ausgedehnten Entdeckungstouren ein: Die Tecklenburger Altstadt will besucht werden, die Dörenther Klippen, die Adlerwarte in Berlebeck, das Hermannsdenkmal oder die Externsteine.
Wir finden uns nun am Rande des „Wilden Weddenfeldes“ wieder. Dieses Naturschutzgebiet ist nahezu vollständig bewaldet. Neben den Kiefernforsten prägen vor allem alte Kiefern-Mischwälder das Bild. Eingestreute Eichen, Birken und Wacholder, Lichtungen mit Heide oder Magerrasen und viel Totholz machen die Wälder zum wertvollen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Das Wilde Weddenfeld beherbergt auch Binnendünen. Dort fanden sogar bis etwa 1950 noch Sandverwehungen statt. Aufforstungen wurden immer wieder vom Sand überweht. Die endgültige Festlegung gelang erst in den 60-er Jahren.
Am Ende des Waldgebietes stoßen wir an einer Wegespinne auf eine Kreuzwegstation und den Wanderweg X 7. Wir verlassen den Hermannsweg und gehen rechts (westlich) über diesen X 7 zurück in das schmucke Dörfchen Elte. Bevor wir uns gen Heimat aufmachen, stärken wir uns im Gasthaus zum Splenterkotten. Aber bitteschön gesittet, und nicht so, wie es unsere Vorfahren dort taten.
In den Kriegsjahren 1760 und 1761 während des siebenjährigen Krieges nämlich hatten sich im Splenterkotten – jaja, so lange gibt es den, siehe Inschrift Dielentor – englische und französische Soldaten sowie preußische Werber einquartiert. Einige sogar mit Frau und Kind. Sie alle aßen und tranken auf Kosten des Dorfwirts. Und manches Mal musste er noch bares Geld dazugeben. Nett, nicht?
Obwohl das 1587 erstmals erwähnte Dorfgasthaus, das 1764 niederbrannte, oftmals umgebaut wurde, ist die Giebelseite mit dem Dielentor bis heute erhalten geblieben. Gestärkt mit Münsterländer Kalbstöttchen, hausgemachten Wurstspezialitäten wie Sülze oder Leber und Wurstebrot oder mit gekochtem Rindfleisch mit Zwiebelsauce geht es auf die Heimreise mit dem Gefühl, wieder einmal ein wunderschönes Fleckchen Münsterland erwandert zu haben.
Diesen Wandertipp hier als mp3-Podcast downloaden (5MB).
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Empfohlene Karte: Freizeitkarte NRW Nr. 4 (Münster, Tecklenburger Land) im Maßstab 1 : 50.000, herausgegeben vom damaligen Landesvermessungsamt NRW. Noch zu beziehen über den örtlichen Buchhandel. Das Landesvermessungsamt wurde aufgelöst. Also Restbestände sichern.
Sie können die Wanderung vorab am PC planen. Dazu gehen Sie zu www.stadtplan-muensterland.de, dort finden Sie alle Wanderwege des Westfälischen Heimatbundes, auch zum Ausdrucken. Experimentieren Sie ein wenig mit diesem Stadtplan, der die Wanderwege im Stadtplan zeigt, in Google Maps oder in Google Earth. Ein besonderer Service: Sie können alle Wanderwege des Westfälischen Heimatbundes für Ihr GPS-Gerät herunterziehen.
Weitere Informationen rund um das Wandern im Münsterland gibt es beim Westfälischen Heimatbund in Münster, Tel.: 0251 / 203 810-15 (Stefan Herringslack).








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