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Niederländische Renaissance und großräumiger Barock

Mit diesem Wander-Tipp absolvieren wir 14 Kilometer zwischen Legden und Ahaus im Kreis Borken. Als Orientierung dienen uns die Hauptwanderwege X 5 und X 10 des Westfälischen Heimatbundes. Zurück geht es mit dem Bus.

Im Norden von Legden liegt der Nordring, logisch. Dort ist eine Bushaltestelle, an der wir nach unserer Wanderung wieder ankommen werden. Also wird diese Bushaltestelle zweckmäßigerweise auch unser Startpunkt sein. Wir gehen von dort zum Westring und überqueren die Bundesstraße B 474 (Ahauser Straße). Danach biegen wir in die Bahnhofstraße ein. Dort finden wir schnell das Wegezeichen unseres Wanderwegs, das X und folgen diesem Wanderweg X 5 nach Westen der Bahnhofstraße nach.


Im Dahliendorf Legden startet unsere Wanderung.
Ein Wort zu diesem schönen Dörfchen. 6800 Einwohner fühlen sich dort wohl – und das liegt sicher nicht nur an der über die Grenzen hinaus bekannten Gastronomie „Dorf Münsterland“. Legden und Asbeck wurden erstmals 1092 urkundlich erwähnt. Die heutige Gemeinde Legden entstand 1969 auf der Basis eines freiwilligen Zusammenschlusses der bis dahin selbständigen Gemeinden Legden und Asbeck, die jedoch schon seit 1816 im früheren Amtsverband Legden verwaltungsmäßig zusammengeschlossen waren. Bekannt geworden ist Legden auch als das Dahliendorf des Münsterlandes. Alle drei Jahre am 3. Septembersonntag zieht der Dahlien-Kinder-Blumenkorso mit zahlreichen prächtigen Motivwagen und begleitet von etlichen Musikkapellen zehntausende Besucher aus Nah und Fern an.

Wir folgen also dem X über die Bahngleise und stehen bald schon vor dem Wasserschloss Haus Egelborg.

Das Wasserschloss Haus Egelborg ist leider nicht zu besichtigen. Bei einem Rundgang jedoch ist viel von außen zu sehen.

Auf Haus Egelborg saßen im 14. Jahrhundert die von Egelmarink, von etwa 1400 an die von Billerbeck, und seit 1670 ist es Wohnsitz der Familie von Oer. Es ist ein Wasserschloss im niederländischen Renaissance-Stil (1559-1713) mit neugotischem Teil (1886) und liegt am Oberlauf der Dinkel. Eine Besichtigung ist nicht möglich. Jedoch ist viel von Haus Egelborg zu sehen bei einem Rundgang um das Schloss.

Weiter geht es den X 5 entlang bis zur Kreisstraße K 33 und dann rechts über die Autobahnbrücke bis zum Parkplatz. Hier biegen wir zunächst links ab und gehen dann direkt wieder rechts bis zur Kreuzung. Ab dieser Kreuzung folgen wir dem Weg X5 / X 10 nach Norden (rechts) und wandern den Wanderweg X 10 (der X 5 verlässt uns nach links direkt hinter dem Beikelbach) durch den Wald, genannt „Die Bröcke“. Zusammen mit dem Liesner Wald, der südlich liegt, ist das Gebiet eines der größten zusammenhängenden Eichen- und Buchenwaldgebiete des Naturraums und Bestandteil des Wald-Biotopnetzes des westlichen Münsterlandes.

Wir gehen über den Bröckebach, überqueren später den Gescherer Damm (K 35) bis zur Ahauser Aa, bevor wir immer schön weiter mit dem X 10 nach rechts zum Schloss Ahaus abbiegen.

Im Auftrag des Fürstbischofs Friedrich Christian von Plettenberg erbaute der Kapuzinermönch Ambrosius von Oelde zwischen 1688 und 1695 das Schloss Ahaus als Jagdschloss.

An der Stelle der heutigen großräumigen Barockanlage stand bereits zu Anfang des 11. Jahrhunderts eine Burg. Im Auftrag des Fürstbischofs Friedrich Christian von Plettenberg erbaute der Kapuzinermönch Ambrosius von Oelde zwischen 1688 und 1695 das Jagdschloss. 1765 bis 1767 fügte der Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun nach den Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg in die Gartenfront einen Mittelrisalit mit großer Freitreppe ein. Im März 1945 wurde das Schloss durch einen Bombenangriff zerstört. Die bis dahin noch erhaltene barocke Ausstattung der Räume verbrannte. Nach dem Kriege erwarb der Kreis Ahaus die Ruine mit dem Ziel, das Gebäude wieder zu errichten und es dann als Bibliothek und Berufsschule zu nutzen; heute ist es Sitz der Technischen Akademie Ahaus.

In unmittelbarer Nähe des Schlosses liegt eine Bushaltestelle Ahaus – Marienplatz, von der der Linienbus zurück nach Legden, Haltestelle Nordring, fährt. Der X 10 führt auch am Bahnhof in Ahaus vorbei, dort ist ebenfalls eine Bushaltestelle. Am Wochenende fahren die Busse in größeren Zeitabständen, zum Beispiel sonntags um 14.16 und 18.16 Uhr. Bitte informieren Sie sich im Internet unter www.westfalenbus.de. Geben Sie dabei erst die Bushaltestellen und dann den Ortsnamen ein, also Marienplatz, Ahaus und Nordring, Legden. Ist zwar umständlich, aber nicht zu ändern. Sie können auch die Service-Nummer 01803 – 50 40 30 nutzen, ist aber kostenpflichtig.

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Empfohlene Karte: Freizeitkarte NRW Nr. 3 (Westmünsterland), im Maßstab 1 : 50 000, herausgegeben vom damaligen Landesvermessungsamt NRW. Noch zu beziehen über den örtlichen Buchhandel. Das Landesvermessungsamt wurde aufgelöst. Also Restbestände sichern.

Sie können die Wanderung vorab am PC planen. Dazu gehen Sie zu www.stadtplan-muensterland.de, dort finden Sie alle Wanderwege des Westfälischen Heimatbundes, auch zum Ausdrucken. Experimentieren Sie ein wenig mit diesem Stadtplan, der die Wanderwege im Stadtplan zeigt, in Google Maps oder in Google Earth. Ein besonderer Service: Sie können alle Wanderwege des Westfälischen Heimatbundes für Ihr GPS-Gerät herunterziehen.

Weitere Informationen rund um das Wandern im Münsterland gibt es beim Westfälischen Heimatbund in Münster, Tel.: 0251 / 203 810-15 (Stefan Herringslack).
 
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