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Familienfreundlich und stark in der Bildung

Kreisverwaltung: Mit zwei Auszeichnungen großer Gewinner

Berlin. Familienfreundlich und stark in der Bildung: Diese Fahrt dürfte sich für die Vertreter des Landkreises Osnabrück gelohnt haben, denn gleich zwei Auszeichnungen gingen am Mittwoch von der Bundes-Hauptstadt in das Osnabrücker Land.

18.06.2009 | Den ersten Schlag gab es am Vormittag, als Kreisrat Matthias Selle aus der Hand von Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen die Urkunde des Programms „Lernen vor Ort“ ausgehändigt bekam. Freude auch beim Ersten Kreisrat Dr. Reinhold Kassing: Für familienbewusste Personalpolitik erhielt der Landkreis nachmittags von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen das Re-Zertifikat zum „audit berufundfamilie“.

„Lernen vor Ort“ heißt das Projekt, für das der Landkreis Osnabrück, vertreten durch den zuständigen Vorstand Matthias Selle, von der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, eine Auszeichnung entgegen nahm.
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„Lernen vor Ort“ heißt das Projekt, für das der Landkreis Osnabrück, vertreten durch den zuständigen Vorstand Matthias Selle, von der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, eine Auszeichnung entgegen nahm.

„Ich freue mich, dass wir es als Landkreis Osnabrück geschafft haben, in das Programm „Lernen vor Ort“ aufgenommen zu werden. Lebenslanges Lernen ist für uns nicht nur ein geflügeltes Wort - mit dem Ausbau von beruflichen Bildungsangeboten und auch der Familienbildung wollen wir inhaltliche Schwerpunkte setzen“, so Selle. „Lernen vor Ort“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie einem Stiftungsverbund, ausgestattet mit etwa 60 Millionen Euro Projektgeldern. Im Landkreis Osnabrück soll mit der Fördersumme nun ein Bildungsmanagement etabliert werden, das öffentliche und private Akteure des Bildungswesens bündeln und zentral koordinieren soll. Ziel: die Schaffung eines „Kompetenzzentrums Bildung“.

Die Umsetzung der kommunalen Bildungsstrategie soll dabei von fünf regionalen Bildungsbüros geleistet werden: „Die Aufgabe dieser Büros ist eine bürgernahe Bildungsberatung, die sich beispielsweise an sozialen oder herkunftsspezifischen Gesichtspunkten der Personen orientiert“, erklärt Selle. Unterstützt wird der Landkreis dabei von einem lokalen Stiftungsverbund. Die Fördersumme aus dem Programm „Lernen vor Ort“ für den Landkreis kann bis zu 2,1 Millionen Euro betragen.

Dass Beruf und Familie beim Landkreis Osnabrück gut zusammen gehen, unterstreicht die jetzt in Berlin überreichte Auszeichnung (von links): Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen; Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing; Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium für Wirtschaft und Technologie, Dagmar Wöhrl.
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Dass Beruf und Familie beim Landkreis Osnabrück gut zusammen gehen, unterstreicht die jetzt in Berlin überreichte Auszeichnung (von links): Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen; Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing; Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium für Wirtschaft und Technologie, Dagmar Wöhrl.

Am Nachmittag dann die zweite Auszeichnung: Wie lassen sich Beruf und Familie vereinbaren, ohne dass ein Teil vernachlässigt wird? Mit dieser Frage beschäftigte sich die berufundfamilie gGmbH in einer bundesweiten Umfrage von Unternehmen und öffentlichen Arbeitgebern. Ergebnis: Beim Landkreis Osnabrück klappt das anscheinend hervorragend, denn die Kreisverwaltung ist einer von 322 Arbeitgebern, die sich einer familienbewussten Personalpolitik verschrieben haben. „Diese Ehrung ist für unsere Kreisverwaltung etwas ganz besonderes. Familienbewusste Personalpolitik ist kein Schönwetter-Thema, sondern wird bei uns nicht erst seit gestern groß geschrieben“, freute sich Kassing bei der Übergabe des Zertifikats aus den Händen von Bundesministerin Ursula von der Leyen.

Das audit berufundfamilie ist dabei keine Momentaufnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Das Zertifikat zum audit wurde dem Landkreis bereits im Jahre 2005 ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt wurden konkrete Maßnahmen und Ziele erarbeitet, die nach der Umsetzung jährlich durch das Projekt-Unternehmen überprüft werden. Nur wenn die vereinbarten Ziele erreicht werden, erhalten die Teilnehmer die Zertifizierung – so wie jetzt der Landkreis Osnabrück mit der Re-Auditierung. „Der Prozesscharakter des Zertifikats ist für uns als Kreisverwaltung auch Verpflichtung zu sagen: Wir wollen den familienfreundlichen Weg gemeinsam weitergehen“, so Kassing weiter.

Schwerpunkte der Arbeit der vergangenen Jahre waren vor allem die Flexibilisierung der Arbeitszeit, Möglichkeiten zur Verbesserung des Übergangs in die Familienphase oder beispielsweise der Ausbau der betriebsinternen Kinderbetreuung. Nicht zu vergessen: das Familienfest, die vermehrte Nutzung von Telearbeit und Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten. Eine Besonderheit ist die so genannte „Umkehr der Beweislast“ – bedeutet, dass nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber bestimmte Arbeitszeiten begründen muss. Dies ermöglicht vor allem jungen Eltern, ihren Arbeitsalltag flexibel zu handhaben. Für Kassing ist das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange: „Innerhalb unseres Personalentwicklungs-Konzepts wollen wir noch mehr Flexibilität der Arbeitszeit erreichen. Wichtig ist uns aber auch, die bisher erreichten Ziele zu evaluieren und daraus abzuleiten, was wir noch verbessern können. Eine große Aufgabe wird sicherlich das Thema Pflege sein. Dort werden wir noch mehr Unterstützungsangebote schaffen.“

Als ausgezeichneter Arbeitgeber ist der Landkreis übrigens in guter Gesellschaft: Auch das Bischöfliche Generalvikariat des Bistums Osnabrück erhält erneut das audit-Zertifikat. Ebenso wie der Landkreis Osnabrück gehörte das Bistum 2005 erstmalig zu den ausgezeichneten Institutionen. „Für uns ist die erneute Verleihung des Zertifikats Ansporn, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie weiter zu fördern“, berichtet Generalvikar Theo Paul. Für die rund 220 Beschäftigten sei inzwischen eine Mitarbeiterin als Teilzeitkraft zur hauptamtlichen Familienbeauftragten ernannt worden. Die Mutter von drei Kindern begleite und koordiniere alle Initiativen, Maßnahmen und Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so Paul weiter. Weitere Maßnahmen: Vor kurzem hat für alle Abteilungsleiter und andere Verantwortliche eine Führungskräfteschulung begonnen, die über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren angelegt ist. Sie soll dazu beitragen, eine positive Kultur des Miteinanders im Bistum zu fördern und Familienfreundlichkeit zu unterstützen.


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