Wenn Mama immer weint
Fachtagung stellt Bedürfnisse von Kindern psychisch kranker Eltern in den Mittelpunkt
Osnabrück. Maries Mutter spricht seit Monaten nur noch wenig mit ihrer Tochter. Oft steht sie morgens gar nicht auf, weint viel und überlässt die Vierjährige sich selbst.
02.02.2006 | Maries Mutter hat schwere Depressionen: Das Mädchen ist damit eines von geschätzten 500.000 Kindern bundesweit, deren Eltern psychisch krank sind. Mit einer Fachtagung im Kreishaus unter der Schirmherrschaft von Christiane Wulff haben jetzt der Gesundheitsdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Kinderhospital Osnabrück dieses Thema aufgegriffen. „Wir wollen das Fachpersonal der Kliniken, Therapeuten und die Mitarbeiter der Fachdienste Gesundheit und Jugend auf die Bedürfnisse von Kindern psychisch kranker Eltern aufmerksam machen und Hilfen besser vernetzen“, skizzierte Dr. Reinhold Kassing, Erster Kreisrat des Landkreises Osnabrück.

Für Christiane Wulff, Ehefrau des niedersächsischen Ministerpräsidenten, eine wichtige Aufgabenstellung: „Denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kinder mit psychisch kranken Eltern oder Elternteilen ein deutlich höheres Risiko haben, selbst psychisch krank zu werden.“ Die große Resonanz auf die Veranstaltung mit über 300 Teilnehmern zeigte, dass immer mehr Fachleute Antworten suchen, wie diesen Kindern frühzeitig und kompetent geholfen werden kann. Dr. Ludwig Schulze, Kinderarzt und Kinder- und Jugendpsychiater im Kinderhospital, wies in seiner Einführung auf die schwerwiegenden Folgen der Psychischen Erkrankung eines Elternteils für die Kinder hin. Sie reagierten unter anderem häufig mit Schuldgefühlen, Angst und Schamgefühl gegenüber ihrem gleichaltrigen sozialen Umfeld, schilderte der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Osnabrück.
Das bestätigten auch die Referenten Dr. Michael Hipp, Arzt für Psychiatrie beim Kreis Mettmann, und die Sozialpädagogin Susanna Staets. Sie berichteten über das Projekt KIPKEL, das im Kreis Mettmann betroffenen Kindern und Eltern konkrete Hilfestellung anbietet. In sieben Workshops vertieften die Teilnehmer dann weitere Unterstützungsansätze: So wurde ein Patenschaftskonzept in Cuxhaven, verschiedene ambulante und tagesklinische Angebote für Mütter und Kleinkinder in Hamburg, Kinderseminare im Bereich der Suchtbehandlung in Hanstedt sowie das Konzept einer Wohngruppe für psychisch kranke Eltern mit Kindern aus Celle vorgestellt und diskutiert.
„Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden wir jetzt weiterarbeiten“, erklärte Kassing zum Abschluss der Veranstaltungen. Der erste Schritt dazu sei ein intensiver Dialog und eine breite Vernetzung der Experten in der Region: In den kommenden Wochen würden sich deshalb Arbeitsgruppen zusammen finden, um Kompetenz und Hilfsangebote zu bündeln.
Anlagen:
Engagieren sich gemeinsam für Kinder von psychisch kranken Eltern (von links): Sozialpädagogin Susanna Staets und Dr. Michael Hipp aus Mettmann, Dr. Annette Ahlmeyer vom Gesundheitsdienst Stadt und Landkreis Osnabrück, Dr. Ludwig Schulze, Kinderarzt und Kinder- und Jugendpsychiater im Kinderhospital Osnabrück, Schirmherrin Christiane Wulff und der Erste Kreisrat, Dr. Reinhold Kassing.
Das bestätigten auch die Referenten Dr. Michael Hipp, Arzt für Psychiatrie beim Kreis Mettmann, und die Sozialpädagogin Susanna Staets. Sie berichteten über das Projekt KIPKEL, das im Kreis Mettmann betroffenen Kindern und Eltern konkrete Hilfestellung anbietet. In sieben Workshops vertieften die Teilnehmer dann weitere Unterstützungsansätze: So wurde ein Patenschaftskonzept in Cuxhaven, verschiedene ambulante und tagesklinische Angebote für Mütter und Kleinkinder in Hamburg, Kinderseminare im Bereich der Suchtbehandlung in Hanstedt sowie das Konzept einer Wohngruppe für psychisch kranke Eltern mit Kindern aus Celle vorgestellt und diskutiert.
„Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden wir jetzt weiterarbeiten“, erklärte Kassing zum Abschluss der Veranstaltungen. Der erste Schritt dazu sei ein intensiver Dialog und eine breite Vernetzung der Experten in der Region: In den kommenden Wochen würden sich deshalb Arbeitsgruppen zusammen finden, um Kompetenz und Hilfsangebote zu bündeln.
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