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Masterplan-Programm 2012 bis 2018

Der Landkreis Osnabrück wurde 2012 als Modellkommune für kommunalen Klimaschutz ausgezeichnet. Das entsprechende Programm „Masterplan 100% Klimaschutz“ lief von 2012 bis 2018 (Förderkennzeichen 03KSP003). Der Landkreis Osnabrück wurde mit mehr als 500.000 Euro gefördert und konnte über die sechs Jahre eine langfristige, strategische und umsetzungsstarke Klimaschutzinitiative aufbauen, die bis heute unterschiedliche Projekte und Aufgaben erfüllt.

Der Landkreis Osnabrück hat seit der Erstellung des ersten Klimaschutzkonzepts 2010 maßgeblich zur der Entwicklung des Handlungsfeldes „Kommunaler Klimaschutz“ auf nationaler Ebene beigetragen. Viele Institutionen und Projekte, die heute in ganz Deutschland existieren, fußen auch auf den Erfahrungen und Lernkurven, die in den ersten Masterplan-Kommunen gesammelt werden konnten.

Das Förderprogramm „Masterplan 100% Klimaschutz“ des Bumweltministeriums ist seit Oktober 2018 abgeschlossen; die Ergebnisse und Kompetenzen gehen in die Entwicklung einer strategischen Energie- und Klimapolitik des Landkreises Osnabrück über, die seit 2016 im Referat für Strategische Planung umgesetzt wird. Die angeschobenen Themen, Projekte und Inhalte werden uns noch 2050 beschäftigen!

Wir danken dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dem Projektträger Jülich (PtJ), der Begleitforschung und unseren Kolleginnen und Kollegen in den alten und neuen Masterplan-Kommunen für die jahrelange Unterstützung und Zusammenarbeit.

Einige wichtige Meilensteine, Phasen und Projekte aus dem Masterplan-Programm werden hier kurz in Erinnerung gebracht: Viele Projekte existieren bis heute und sind eingeführte Produkte / Dienstleistungen des Landkreises Osnabrück für die Bürger, Unternehmen und Kommunen im Landkreis. Eine aktuelle Darstellung der neusten Entwicklungen zeigt das Portal http://klimainitiative-blog.de/.

Die Anfänge (2008 – 2011)

Boom von Solaranlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) / Einführung der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimainitiative / Idee der 100% -EE-Regionen / Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzepts / Umsetzung von ersten Projekten durch eine Projektstelle im Fachdienst Umwelt / Beauftragung der ersten Version des Solardachkatasters / Förderung von effizienten Umwälzpumpen u.a.m.

Masterplan-Konzeptphase (2012 – 2013)

BMU sucht „Masterplan-Kommunen“ / Bewilligung der Antragsskizze des Landkreises Osnabrück / Erstellung der analytischen Grundlagen auf der Basis des Klimaschutzkonzepts/ Erarbeitung Handlungsprogramm 2016 / Beschluss im Kreistag zum Klimaschutz / umfangreiche Beteiligung von Stakeholdern zum Reduktionsszenario / Roadshow in den Kommunen u.a.m.

Masterplan-Umsetzungsphase (2013-2016):

Wichtige Leitprojekte werden konzipiert und initialisiert, z.B. das „Portal für industrielle Abwärme PINA“, „LED-Tauschtage“, „Richtig heizen mit Holz“, „Solardachkataster 2.0“, „gut beraten sanieren!“, das das „E-Team“, das Fahrschulprojekt „Strom. Bewegt“ u.a.m. /Parallel weitere Analysen und Vertiefungen z.B. im Bereich der Energieszenarien / Raumordnungsprogramm legt Grundlagen für Ausbau der Windenergie

Folgeprojekt Masterplan „Zivilgesellschaftliche Verankerung“ (2016-2018):

Der Schwerpunkt der zivilgesellschaftlichen Prozesse wird z.B. über das Projekt „Klimabotschafter“, den „Klimagipfel“ und mehrere Bildungsprojekte bearbeitet / Klimainitiative wird im Referat für strategische Planung verstetigt / Erweiterung um das Thema „Klimafolgenanpassung“ / Projekt „Kindermeilen“ / „Klimalernen“ / Fortbildungen für Erzieher*ìnnen / Förderung von E-Mobilität in Kommunen / Klimabilanzierung für die Kommunen u.a.m.

Begleitforschung (2012 bis heute)

Seit 2012 wurden ca. zweimal jährlich Treffen der Masterplan-Kommunen organisiert. Bei diesen Treffen wurde vom BMU ein intensiver Erfahrungsaustausch mit den anderen Kommunen ermöglicht. Die Treffen führten die Erfahrungen von 19 Kommunen zusammen, die anfangs absichtlich sehr unterschiedliche Voraussetzungen für die gleichen Fragestellungen hatten. Darunter sind Großstädte wie Flensburg, Frankfurt am Main oder Hannover, einige Landkreise (Kreis Steinfurt, Landkreis Marburg-Biedenkopf) und kleinere Städte wie Herten oder Kempten.

Wir danken dem Team der Begleitforschung für die lehrreichen Treffen und die motivierenden Begegnungen mit Kollegen aus ganz Deutschland.

Regionale Kooperationen (2012 bis heute)

Seit 2012 arbeiten wir intensiv mit den Nachbarkommunen Kreis Steinfurt, Stadt Osnabrück und Stadt Rheine zusammen, die ebenfalls Masterplan-Kommunen der ersten Generation sind. Zudem besteht eine Kooperation mit den Kreisen Lippe, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg, die in der zweiten Gruppe der Masterplan-Kommunen teilnehmen.

„Erfolgsstory“ im Bereich der erneuerbare Energie

Positive Entwicklung im Osnabrücker Land: Seit 2010 hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor von 30 auf 80 Prozent erhöht. Dieses Ergebnis ist Teil der Treibhausgasbilanz, die der Landkreis Osnabrück 2018 aufgestellt hat. Allerdings: Im Wärme- und Mobilitätssektor sind die Fortschritte bei der Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele bundesweit, aber auch in unserer Region noch nicht ausreichend.

Seit 2010 ist der Landkreis Osnabrück im kommunalen Klimaschutz aktiv. Von 2012 bis 2018 förderte das Bundesumweltministerium den Landkreis als eine der ersten Masterplankommunen „Klimaschutz“. Die Ziele: 95% der Treibhausgasemissionen sollen bis 2050 entfallen. Bis 2030 soll 100% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien stammen. Die Evaluierung der vielen in den letzten Jahren durchgeführten Projekte und Maßnahmen ist der Hintergrund der Treibhausgasbilanzierung.

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Insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es eine ausgesprochen positive Entwicklung. Seit 2010 hat sich der Anteil an erneuerbaren Energien im Stromsektor von 30 Prozent auf 80% erhöht! Seit 2010 wurden rund 200 Mio. Euro in Windenergieprojekte im Landkreis Osnabrück investiert. Damit ist unsere Region schneller als andere. Bundesweit sind bis heute erst 40% Anteil erneuerbarer Energien im Segment Strom erreicht.

Bei den erneuerbaren Energien gab es im Landkreis Osnabrück vier große Entwicklungsschübe. Bis 2013 konnten bereits 115 Windenergieanlagen realisiert werden, viele davon sind aus heutiger Sicht eher klein, aber sie tragen noch heute maßgeblich zum Energiemix bei. Ab 2005 kam dann der Ausbau von Bioenergie hinzu. Eine Zeitlang dominierte die Bioenergie die erneuerbare Stromversorgung sogar. Um das Jahr 2009/10 erreichte dann die Photovoltaik-Technologie die Wirtschaftlichkeitsschwelle, sodass attraktive Gewinnmargen auch für private Haushalte einen enormen Boom auslösten. Es sind bis heute über 10.000 PV-Anlagen im Landkreis Osnabrück installiert worden. Durch das Regionale Raumordnungsprogramm im Jahr 2013 konnten dann ab ca. 2016, große und moderne Windparks realisiert werden. Die Anlagen haben häufig eine Leistung von 3 MW, also häufig das 10fache zu den Anlagen der ersten Generation. Mit derzeit 179 Windenergieanlagen ist der Landkreis Osnabrück in der modernen Stromwirtschaft angekommen.

Gemeinsam erzeugt dieser Kraftwerkspark heute 80% des Stromverbrauchs. Das Ziel 100% bis 2030 kann erreicht werden. Denn diesen Strom werden wir brauchen für neue Bedarfe - zum Beispiel für die Elektromobilität.

Während sich die Stromwende relativ schnell entwickelt, sind die Klimaschutzziele im Wärme- und Mobilitässektor nach wie vor nicht erfüllt. Hier zeigen sich zwar Verschiebungen über die Jahre, z.B. von Benzin zum Diesel oder von Erdöl zu Erdgas. Die Emissionen in diesen Bereichen sind der Menge nach aber noch nicht wesentlich zurückgegangen.

Das bedeutet nicht, dass die bisherigen Instrumente wirkungslos sind; aber es gibt gegenläufige Trends, die sie wieder ausgleichen. Drei Beispiele:

  • Statt einem ineffizienten Röhrenfernsehr, vor dem sich die Familie abends gemeinsam versammelt,  gibt es nun in jedem Raum Fernseher, mobile Endgeräte und Konsolen auf  Dauerbetrieb. Jedes einzelne Gerät ist viel effizienter, aber es sind eben mehr.
  • Statt alte Kühlschränke wirklich zu entsorgen, fristen sie häufig ein Dasein im Keller und kühlen ganzjährig Getränke.
  • Autos werden langfristig sparsamer; es wird aber auch immer mehr gefahren und der früher ganz normale Anruf „kannst Du mich eben mitnehmen“ bleibt aus.

Der quantitativ bedeutsamste Trend aber ist wohl im Wärmebereich zu sehen und zwar beim  Anstieg der Pro-Kopf-Wohnfläche, der die positiven Effekte der Sanierung und des effizienten Neubaus wieder aufwiegt. Das ist kein Plädoyer gegen steigenden Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum, sondern ein Hinweis darauf, dass wir ohne die vielen wichtigen kleinen Fortschritte und Effizienzgewinne heute deutlich schlechter dastehen würden. Und wir müssen uns bewusst sein, dass gravierende Fortschritte in vielen Fällen erst durch Technologiesprünge erzielt werden - wie wir sie zum Beispiel durch die Elektromobilität erwarten.

Individuelle Mobilität ist ein wichtiger Baustein für gute Lebensbedingungen, besonders im ländlichen Raum. Aber warum sollten gerade die vielen Nahfahrten nicht auch elektrisch funktionieren? Elektroautos sind langfristig günstiger als Verbrenner, auch Strom wird in Zukunft günstiger sein, denn es stehen bereits jetzt über 10.000 PV-Anlagen im Landkreis, die als Stromquelle für Autos genutzt werden können. Wenn die Fahrzeuge dann noch autonom fahren und mehrfach genutzt werden, dann können wir in Zukunft mehr Mobilität ohne Umweltprobleme realisieren.

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Die Energiewende und der Klimaschutz sind seit Jahren großes Thema auf der weltpolitischen Bühne. Die Lösungen werden aber vor Ort gefunden und die Fortschritte vor Ort umgesetzt. Kommunen und Landkreise haben eine wichtige Funktion für die Energiewende und den Klimaschutz. Konkrete Projekte werden vor Ort geplant, umgesetzt und finanziert.

Das alles hat dazu geführt, dass seit 1990 bis 2016 gut 17 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden konnten. Vor allem seit 2010 haben Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen eine Menge erreicht. Im Durchschnitt der letzten Jahre konnte in jedem Jahr 2,8 Prozent eingespart werden. Halten wir dieses Niveau, dann sind wir auf einem guten Weg, die Klimaschutzziele zu erreichen!

Daran arbeiten wir:

  1. Wir bauen erneuerbare Energien weiter aus.
  2. Wir setzen die Beratung für die Modernisierung des Gebäudebestands weiter fort.
  3. Wir gehen auf die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu und informieren in „Roadshows“ über die E-Mobilität. Es sollen möglichst bald 1000 E-Autos durch den Landkreis fahren.
  4. Wir investieren selbst, z.B. in Elektro-Dienstautos und Ladestationen am Kreishaus.
  5. Wir wollen den Betreibern von größeren PV-Anlagen und Biogas-Anlagen neue Geschäftsmodelle nach dem Auslaufen aus dem EEG aufzeigen.
  6. Wir wollen, dass kein Neubaugebiet mehr ohne ganzheitliches Energiekonzept mehr geplant wird. Deshalb beraten wir die kreisangehörigen Kommunen im Bereich der klimaschonenden und ressourcensparenden Bauleitplanung intensiv.
  7. Wir wollen die Agrartechnikunternehmen und die Lebensmittelwirtschaft in unserer Region unterstützen, z.B. durch Mitfinanzierung von Forschungsprofessuren, damit z.B. klimaschonende Stalltechnik und Precision-Farming weiterentwickelt werden können.
  8. Der Landkreis Osnabrück soll Teil einer bundesweit führende Bioökonomieregion für die Nutzung von Abfall und Reststoffen werden.
  9. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass die Menschen im Landkreis mehr regionale landwirtschaftliche Produkte kaufen. Das schont nicht nur das Klima, sondern unterstützt auch die heimische Landwirtschaft.
  10. Wir engagieren uns für die Klimabildung schon im Kindergartenalter, damit zukünftige Generationen von klein auf lernen Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen.

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