Bitte wählen Sie

Tastenkombination:
STRG und +/-

Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück

Kulturlandschaft nachhaltig sichern

Die heimische Kulturlandschaft nachhaltig zu sichern ist Aufgabe der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück. Das Stiftungskapital beträgt heute etwa 3.400.000 Euro.

Die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück fördert Naturschutzarbeit, um die heimische Kulturlandschaft nachhaltig zu sichern. So stellt die Naturschutzstiftung auch ein Bindeglied zum ehrenamtlichem Naturschutz dar, dessen Arbeit durch die Stiftung unterstützt und honoriert wird. Das Stiftungskapital beträgt heute etwa 3.400.000 Euro. Die Naturschutzstiftung und der Landkreis Osnabrück ermöglichten seit 1991 mit einem Gesamtfördervolumen von rund 2 Millionen Euro Naturschutzmaßnahmen.

So wurden beispielsweise in Revitalisierungsprojekte an Abschnitten der Hase, der Wierau, der Hunte und dem Möllwiesenbach Fließgewässer naturnah gestaltet. 160 Feuchtbiotope wurden angelegt. Oder insgesamt 7000 Obstbäume, 500 Alleebäume und mehr als 16 km Wall- und Feldhecken und Feldgehölze neu gepflanzt. Die Naturschutzstiftung förderte Schulhofumgestaltungen, Schulgärten, die Sanierung von Altbäumen und Erstaufforstungen und die extensive Bewirtschaftung auf Ackerflächen.

Den vom Aussterben bedrohten "Echten Frauenspiegel" gibt es in Niedersachsen nur noch an einem Standort im Landkreis Osnabrück. Durch einen beispielhaften Vertragsnaturschutz zwischen Landwirtschaft, heimischer Wirtschaft und Naturschutzstiftung konnte sich der Bestand dieser Pflanze im Laufe von sieben Jahren von einer Handvoll auf mehrere tausend Exemplare vermehren. Diese Erfolgsgeschichte soll fortgesetzt werden.

Der Erlebnispark Boden vermittelt dem Besucher einen faszinierenden Einblick in eine Welt, die sich unter unseren Füßen befindet. Die bundesweit einzigartige Anlage zeigt, wie unsere Böden entstanden sind, wie sie sich zusammensetzen und wie sie genutzt und werden. Der zwei Hektar große Park am Schölerberg in Osnabrück bietet Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern die Möglichkeit, die Grundlage unseres Lebens anzufassen, zu begreifen und zu verstehen.

Die regionalen Umweltbildungszentren Noller Schlucht und Osnabrücker Nordland wurden von der Naturschutzstiftung bis Ende 2001 mit rund 150.000 Euro unterstützt. Programme und Projekte der Umweltbildung von Schulen, Kindergärten und außerschulischen Umweltlernstandorten im Osnabrücker Land werden gezielt gefördert.

Jährlich wird ein Naturschutzpreis im Wert von 5.000 Euro vergeben. Hiermit honoriert die Naturschutzstiftung das Engagement wechselnder Zielgruppen für beispielhafte Aktivitäten im Naturschutz.

Förster Michael Siefker über den Baum des Jahres 2019, die Flatterulme

Als Förster zählt für mich die Flatterulme nicht zu den Baumarten, die in der forstlichen Lehre und im Studium intensiv behandelt werden. Sie ist nicht die Baumart, mit der der Förster sein tägliches zu tun hat. Daher war es für mich sehr lehrreich sich mit dieser seltenen Baumart auseinanderzusetzen.

Gigantische Flatterulme bei Alt BarenaueDen älteren und botanisch interessierten wird noch das Ulmensterben ein Begriff sein, die sogenannte „Holländische Ulmenkrankheit“, welches in den dreißiger und später noch einmal in den sechziger Jahren fast alle deutschen Ulmenbestände dahinraffte. Ein mikroskopisch kleiner Pilz aus Asien, der wiederum über den Großen und den Kleinen Ulmensplintkäfer übertragen wurde, besiegelte fast das Schicksal unserer heimischen Berg- und Feldulmen (Ulmus glabra u. Ulmus minor). Die Flatterulme erwies sich jedoch als wehrhaft, da sie aufgrund ihrer Rindenstruktur und -beschaffenheit dem Ulmensplintkäfer kaum Angriffsmöglichkeiten bietet.

Ob es sich bei einer Ulme um eine Flatterulme handelt, lässt sich am besten anhand ihrer Knospen bestimmen. Sie haben die Form eines Kegelspitzgeschosses mit Schuppen. Der obere Schuppenrand wird immer durch einen schokobraunen Streifen gekennzeichnet, während der untere Schuppenbereich eine zimt- oder rehbraune Farbe aufweist.

Auch die Flatterulme ist zu einer seltenen Art geworden. In manchen Bundesländern ist sie auf der roten Liste. Grund hierfür ist der Verlust ihrer natürlichen Lebensräume: Bruchwälder und Hartholzauen. Sie kann monatelange Überschwemmungen problemlos überstehen und hat hier einen leichten Vorsprung gegenüber der Berg- und Feldulme, was sie für die fast dauerhaft unter Wasser stehenden Bruchwälder prädestiniert. In den Auwäldern, also den nur zeitweise gefluteten, flussnahen Wäldern, findet sie sich gut zurecht. Dies gilt sowohl für die Hartholzaue, die neben den Ulmen durch Stieleiche, Erle und Esche geprägt wird, als auch im deutlich nasseren Übergangsbereich zur Weichholzaue mit Pappel- und Weidengehölzen.


Die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück unterstützt die Verbreitung des „Baumes des Jahres“ indem sie jedes Jahr den Kommunen des Landkreises je 5.000 Einwohnern einen Baum des Jahres schenkt. Die Pflanzaktion findet am letzten Freitag im November eines Jahres statt. Letztes Jahr wurden in dieser Aktion 67 Ess-Kastanien (Castanes sativa) über das ganze Kreisgebiet des Landkreises Osnabrück verteilt gepflanzt. Dieses Jahr sollen ähnlich viele Flatterulmen gepflanzt werden.

Wer privat einen „Baum des Jahres“ an geeigneter Stelle als Solitärbaum (Stammumfang bei Pflanzung mindestens 10 bis 12 cm) anpflanzen möchte kann in Vorfeld eine Förderung von 30, -- € über das Landschaftspflegeprogramm beantragen.


 Eine genaue Aussage über die Vorkommensdichte der Flatterulme im Osnabrücker Land wage ich nicht abzugeben, es gibt keine geeigneten Unterlagen hierüber. Ein ist sicher, sie kann als relativ gering eingestuft werden. Vereinzelt sollen sich noch Flatterulmen in den Auenbereichen der Hase bei Bramsche und nördlich davon befinden. Ein außerordentlich altes und mächtiges Exemplar findet sich südlich der Wasserburg Alt Barenaue in Kalkriese am Campemoorweg. Diese Flatterulme bildet am unteren Stammfuß auch die für diese Art so typischen Brettwurzeln.

Ein weiteres Relikt einer Flatterulme findet sich mitten in Georgsmarienhütte im Kasinopark unterhalb der Schlossstraße. Hier findet sich noch der Stubben einer Flatterulme, die in den 90er Jahren gefällt werden musste. Dieser Baum war trotz aller Widerstandsfähigkeit doch von der Ulmenkrankheit befallen worden. Auf der Wertholzsubmission des Forstamtes Osnabrück erzielte ihr Stamm einst immerhin 500 DM pro Festmeter. Noch vor der Fällung hat dieser Koloss anscheinend für eine gute Verteilung seiner Samen gesorgt, denn es finden sich hier auf einem Streifen von gut hundert Meter parallel zur Schlossstraße immer wieder junge Flatterulmen mit einer Höhe von circa drei bis fünf Meter. Ein verbreitetes Phänomen, das stark geschwächte Altbäume vor dem Absterben noch einmal alle ihre Kräfte in eine starke Samenproduktion (Fruktifikation) investieren, lässt sich hier sehr anschaulich beobachten.

Was kann nun der Revierinhaber für die Flatterulme tun? Pflanzen Sie sie!

Vor allem, wenn es in ihrem Revier Fließgewässer mit Überschwemmungsbereichen oder Feucht- und Auwaldbereiche gibt. Aber Vorsicht: Selten vorkommende Baumarten ziehen auch Reh- und Damwild magnetisch an. Mit dem Pflanzen von Flatterulmen werden wir Jäger unseren Anteil zu Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Aufgrund ihrer Blütenpracht ist die Flatterulme auf jeden Fall ein für Insekten und vor allem für Bienen interessantes Gehölz. Unsere Nachfahren werden es uns danken.

Wenn sie Interesse haben, die Flatterulme in ihrem Revier wieder heimisch werden zulassen wenden sie sich gerne an mich, ich berate Sie gerne.  michael.siefker@lkos.de Ein weiterer kompetenter Ansprechpartner für Pflanzprojekte in Gewässer und Auenbereichen ist auch der Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V. Der Verein gibt auch Empfehlung  für  bienenfreundliche heimische Gehölzen an Fließgewässern.

 

 

Ergebnisbericht 2019 zum Frauenspiegelprojekt

Das Ziel des Frauenspiegelprojektes ist der Erhalt und die Ausbreitung des Frauenspiegels im Landkreis Osnabrück ohne wissenschaftlichen Auftrag. Um das Ziel zu erreichen werden jährlich drei Vertragsnaturschutzflächen und alle vorhandenen Ansaatflächen auf Exemplare des Frauenspiegels überprüft. Auf Grundlage der Ergebnisse werden Empfehlungen zum weiteren Vorgehen ausgesprochen und diese in Absprache mit der Stiftung Naturschutz umgesetzt. Jedes Jahr werden außerdem zwei neue Ansaatfenster angelegt.

Das Jahr 2019 war für den Frauenspiegel ein „gutes“ Jahr, zumindest auf die Vertragsnaturschutzflächen bezogen. Die Vertragsnaturschutzflächen sind auf einem guten Weg und sollten nach vertraglicher Vereinbarung bewirtschaftet werden, um die guten Verhältnisse für den Frauenspiegel zu erhalten und noch zu verbessern. Mit den Biolandwirten sollte überlegt werden, ob nicht alle die Möglichkeit haben auf das Hacken und Striegel im Ansaatfenster zu verzichten. Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Beitrag teilen

Sie können Inhalte unserer Webseite in folgenden Sozialen Netzwerken teilen:

Beitrag auf Facebook teilen:

Beitrag twittern:

Da dabei Daten an den jeweiligen Social Media Dienst übermittelt werden, müssen Sie die Nutzung dieser Funktion zunächste bestätigen, indem Sie die Dienste aktivieren:

Datenschutzrichtlinien

Füllen Sie folgendes Formular aus, um diesen Beitrag per E-Mail zu versenden:

Sie können mehrere Empfänger mit Komma getrennt eingeben.