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Ein Jahr Werkakademie: Vermittlungsquote von 65 Prozent

28.09.2015 "Die Arbeitsuchenden unterstützen sich gegenseitig"

Georgsmarienhütte/Melle/Bad Laer. Was macht eigentlich ein Jobcoach? Roswitha Rahe lacht und beginnt zu erzählen: Von der Bewerberin, die riesiges Lampenfieber vor Vorstellungsgesprächen hatte, von dem hochqualifizierten Akademiker, der mit seiner altbackenen Bewerbung einfach keinen Erfolg hatte oder von der gelernten Schneiderin, die noch nie im Internet nach einem Job gesucht hatte.

In ihrem ersten Jahr hat die Werkakademie der MaßArbeit in Georgsmarienhütte viele Erfolgsgeschichten geschrieben: Dar-über freuen sich (von links) MaßArbeit-Bereichsleiterin Tanja Repkewitz, Außenstellenleiter Michael Poljak und Jobcoach Roswitha Rahe.

Und dann berichtet Jobcoach Roswitha Rahe, wie sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Peter Blaffer in der Werkakademie Georgsmarienhütte die Bewerber unterstützt – aber auch, wie die Bewerber sich gegenseitig helfen. Viele Geschichten reihen sich aneinander – und viele davon haben ein Happy End: Denn die Vermittlungsquote der Werkakademie in Trägerschaft der MaßArbeit liegt mit 75 Personen bei rund 65 Prozent.

Seit einem Jahr ist die Einrichtung am Start: Angegliedert an die MaßArbeit-Außenstelle Georgsmarienhütte werden hier pro Woche rund 35 Arbeitsuchende gecoacht, neudeutsch für „beraten und trainiert“. Das Modell stammt ursprünglich aus den Niederlanden: „Arbeitsuchende sollen sich gegenseitig bei den Recherchen nach Stellen und ihren Bewerbungen unterstützen, aber gleichzeitig auch auf die Unterstützung von Experten zurückgreifen können“, erklärt Bereichsleiterin Tanja Repkewitz das Konzept.

In Georgsmarienhütte treffen sich fünfmal  pro Woche eine Vormittags- und zweimal wöchentlich eine Nachmittagsgruppe mit maximal je 15 Teilnehmern. Das Angebot erhalten sie in den MaßArbeit-Außenstellen Georgsmarienhütte, Melle und Bad Laer. Unterstützt von Roswitha Rahe und Peter Blaffer gehen sie im Internet auf Jobsuche, geben sich gegenseitig Tipps, üben ihre Vorstellungsgespräche und bringen Bewerbungsunterlagen auf den neusten Stand. Die Coaches sind jederzeit ansprechbar, der Austausch in der Gruppe ist jedoch genauso wichtig.

Der Einstieg in die Werkakademie ist fließend: Es gibt keine festen Gruppen. Alter, beruflicher Werdegang und Bildungsstand sind sehr unterschiedlich: Ein riesiger Vorteil aus Sicht der Experten. „Ein  Akademiker hat im Berufsleben ganz andere Erfahrungen gemacht, als ein Mitarbeiter aus Einzelhandel oder Handwerk. Davon können beide Seiten profitieren“, erläutert Michael Poljak, Leiter der Außenstelle GMHütte.  Die Gruppe schaffe viel Motivation und biete den Teilnehmern die Sicherheit, sich erproben zu können, so die Erfahrung von Roswitha Rahe. „Da entstehen enge Verbindungen.“ Das zeige auch die lebhafte WhatsApp-Gruppe der Werkakademie: „Selbst Teilnehmer, die schon längst wieder einen festen Job haben, freuen sich über die vereinbarten Bewerbungsgespräche und Stellenzusagen von aktuellen Akademiebesuchern.“

Das Konzept der Werkakademie geht also auf. Stetig wächst die Zahl der „Erfolgswaben“: In diesem System der achteckigen bunten Zettel dokumentieren die Teilnehmer stolz den Beginn ihres Neustarts in den Job. Und auf einer Infotafel informieren sich die Arbeitsuchenden gegenseitig über Bewerbungen, terminierte Vorstellungsgespräche oder andere Fortschritte bei der Jobsuche: Und freuen sich gemeinsam darüber.

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