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IVENA soll Rettungsdienst schneller machen

07.12.2015 Dreijähriges Pilotprojekt startet in der Region Osnabrück

Osnabrück. Das Niedersächsische Sozialministerium startet jetzt das Modellprojekt IVENA mit der Region Osnabrück. Bei IVENA handelt es sich um ein neues, internetbasiertes System, das Behandlungs- und Bettenkapazitäten der regionalen Krankenhäuser anzeigt. Ziel des Projektes ist es, die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und den weiterversorgenden Kliniken weiter zu verbessern und damit Zeitverzögerungen während der Behandlung von Notfallpatienten zu minimieren.

Partner des Pilotprojektes IVENA (von links): Kreisrat Winfried Wilkens, Andreas Mennewisch (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Landkreis Osnabrück), Landrat Michael Lübbersmann, Bernd Runde (Niels-Stensen-Kliniken), Sozialministerin Cornelia Rundt, Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering, Bärbel Rosensträter-Harig (Leiterin Fachdienst Ordnung), Stadtbaurat Frank Otte, Nicole Steinsiek und Jens Brockmann (beide Klinikum Osnabrück)

„Wir setzen darauf, dass die Notfallversorgung mit Hilfe des webbasierten Systems noch strukturierter und professioneller wird“, sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt. „Die Rettungsdienste können vor Ort und zeitnah mittels mobiler Geräte wie Tablets bei IVENA einsehen, welches Krankenhaus welche Kapazitäten bietet und Patientinnen und Patienten direkt zuweisen. So können Notfallpatienten noch schneller versorgt werden.“

Die Abkürzung IVENA steht für „Interdisziplinärer-Versorgungsnachweis“. Neben den freien Kapazitäten von Krankenhäusern zeigt er auch deren jeweiligen medizinischen Fachbereiche und spezielle Behandlungsmöglichkeiten auf. Das System dient außerdem dazu, Notfallpatienten durch den Rettungsdienst frühzeitig in der weiterbehandelnden Klinik anzumelden.

Der Hintergrund für die Neuerung: Der erstversorgende Rettungsdienst musste bisher durch Telefonate freie Behandlungskapazitäten von Krankenhäusern erfragen. Mit IVENA werden Zeitverzögerungen bis zur letztendlichen Versorgung von Notfallpatienten in den Kliniken verringert. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die angeschlossenen Krankenhäuser frühzeitig ein genaues Krankheitsbild des Patienten erhalten und so notwendige Untersuchungen vorbereiten können.

Die Disponenten der Regionalleitstelle nehmen innerhalb des Systems eine Kontrollfunktion war. Auf einem gesonderten Alarmierungsbildschirm können sie alle den einzelnen Kliniken zugeordneten Patienten sehen und bei einer drohenden Überlastung eines Krankenhausstandorts korrigierend eingreifen. Die Kliniken wiederum nutzen das System zusätzlich, um im Fall der Überlastung einzelner Klinikabteilungen oder gar des gesamten Standorts der Regionalleitstelle und dem Rettungsdienst frühzeitig eine eingeschränkte Versorgungsmöglichkeit von Notfallpatienten mitzuteilen.

Mit dem Pilotprojekt, das zunächst auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt ist, wird die Leistungsfähigkeit des Systems getestet. Neben der Rettungsleitstelle nehmen zum Projektstart alle zwölf regionalen Klinikversorger an dem Konzept teil. Derzeit ist geplant, nach Abschluss der Testphase das System flächendeckend in Niedersachsen einzuführen. Abgesehen von der Region Osnabrück, startet IVENA in den kommenden Wochen im Versorgungsbereich der Großleitstelle Oldenburg und der Region Hannover. Im Heidekreis wird das System seit dem Frühjahr erfolgreich eingesetzt.

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