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Osnabrücker Historiker legt Lesebuch zur Regionalgeschichte vor

19.12.2016 Volker Issmer: "Fremde Zeit – Unsere Zeit"

Osnabrück. Der Osnabrücker Historiker Volker Issmer hat bei einem Besuch im Kreishaus sein neuestes Buch vorgestellt. Empfangen wurde er von Landrat Michael Lübbersmann und Burkhard Fromme, Leiter des Kulturbüros. Im dritten Band zur Regionalgeschichte „Fremde Zeit – Unsere Zeit“ beschäftigt sich Issmer mit Geschehnissen im Osnabrücker Land zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Ansatz: Der Autor präsentiert fiktive Geschichten auf der Basis von tatsächlichen Geschehnissen.

(von links): Landrat Michael Lübbersmann, Volker Issmer sowie Burkhard Fromme (Leiter Kulturbüro)

„Die drei Lesebücher bieten allen, die sich mit dieser totalitären Phase der deutschen Gesellschaft auseinandersetzen wollen, einen wohl einzigartigen Überblick über Einstellungen und Handlungen der Menschen in einem regionalen Raum“,  würdigte Lübbersmann die Arbeit. „Die augenblickliche gesellschaftliche Entwicklung mit dem Anstieg der Stimmen für rechtsextreme Parteien und Haltungen, die Infragestellung demokratischer Grundprinzipien in dieser Gesellschaft macht gerade die Auseinandersetzung mit den Gründen der Entwicklung des Nationalismus und der Verstrickung des Einzelnen in dieses System besonders notwendig“, führte der Landrat weiter aus.

„Fremde Zeit – Unsere Zeit“ enthält 24 Einzelgeschichten. Die Herausgabe wurde wegen der regionalgeschichtlichen Bedeutung vom Kulturbüro des Landkreises gefördert. Issmer, der kürzlich mit der Bürgermedaille der Stadt Osnabrück  ausgezeichnet worden war, bedankte sich für die Unterstützung des Landkreises. Der Historiker stellte heraus, dass es auch in seinem neusten Werk inhaltlich nicht nur um die Darstellung von Nazi-Verbrechen gehe, sondern auch um Widerstand gegen das Regime: „In der damaligen, uns heute zum Großteil fremden Zeit, gab es nicht nur Angepasstheit, sondern auch Verweigerung“, betonte Issmer. „Auch dies sollte uns Lehre für heute und für die Zukunft sein.“

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