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Teledoor baut Produktion in China auf

16.05.2017 Meller Unternehmen setzt auf Verkürzung der Lieferzeiten

Melle. In China gibt es einen besonderen Standard bei der Ausschreibung für Klimawindkanäle: „Teledoor-Qualität oder gleichwertig“. Das Unternehmen, das sich dieses beeindruckende Image in dem riesigen Markt erarbeitet hat, ist in Melle ansässig. „Wir haben seit 2002 eine Repräsentanz in China und uns diesen guten Ruf sehr mühsam erarbeitet“, schilderte Seniorchef Eckhard Bowenkamp bei einem Besuch von Landrat Dr. Michael Lübbersmann und dem Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft & Arbeit, Siegfried Averhage. Jetzt läutet Teledoor mit dem Aufbau einer eigenen Produktion in Taicang in direkter Nähe zu Shanghai eine weitere Stufe des Wachstums ein, so Geschäftsführer Veit Bowenkamp. Teledoor baut zunächst eine 600 Quadratmeter große Halle und startet mit acht Mitarbeitern, die zurzeit gesucht werden.

Besichtigten gemeinsam die Teledoor-Produktion (von links) Landrat Dr. Michael Lübbersmann, Seniorchef Eckhard Bowenkamp, der Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft & Arbeit Siegfried Averhage, der Meller Bürgermeister Reinhard Scholz und Geschäftsführer Veit Bowenkamp.

Das 1986 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert mit rund 180 Mitarbeitern Kühl- und Tiefkühlzellen, Klima- und Therapiezellen, Reinraumtechnik sowie Spezialtüren und individuelle Maschinenverkleidungen. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr deutlich über 20 Millionen Euro, der Exportanteil lag bei über 65 Prozent. Große Kunden sind unter anderem etwa Discounter oder Lebensmittelketten sowie Lebensmittel produzierende Unternehmen. Bei den Therapie- und Trainingskammern zählen der FC Chelsea oder der russische Präsident Vladimir Putin zu den Kunden. Bekanntestes Produkt von Teledoor ist jedoch wohl die Außenhülle für die Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis. In den vergangene Jahren hat das Unternehmen in Melle kräftig investiert: Im Jahr 2013 baute die Firma einen Bürotrakt mit Aufenthaltsräumen an. Im Jahr 2016 wurde eine weitere Produktionshalle errichtet.

Das Engagement in China entwickelte sich seit 2002 langsam aber stetig: 2007 kam der erste große Auftrag für einen Klimawindkanal von der Tongji-Universität in Shanghai. Große Automobilhersteller folgten, darunter auch die deutschen Marktführer, die ausnahmslos in China produzieren. In den Klimawindkanälen können Produkttests unter Temperaturbedingungen von minus 40 bis plus 60 Grad und Winden bis zu 250 Stundenkilometern gefahren werden. „Sonneneinstrahlung, Regen, Schnee – alles kein Problem in den Kammern“, erklärte Eckhard Bowenkamp, der inzwischen über hervorragende Kontakte in China verfügt.

Mit einem chinesischen Betriebswirt, den der Seniorchef bereits 2002 kennenlernte und anwarb, hat das Unternehmen einen zuverlässigen Mitarbeiter vor Ort, der von der Bauabwicklung bis zur Personalgewinnung auch beim jetzigen Produktionsaufbau eine wichtige Rolle spielt. Günstige Personalkosten sind dabei kein Argument: „Die Mitarbeiter werden ähnlich entlohnt, wie hier in Deutschland“, berichtete Veit Bowenkamp. Das entscheidende Argument für den Produktionsaufbau in Asien ist vielmehr die Verkürzung der Lieferzeiten: Bisher werden alle Teile für die Anlagen in Seecontainern nach Hamburg transportiert und dann weiter verschifft – diese Zeit, in der Regel mehrere Wochen, entfällt künftig.

Das Entwicklungs-Know-how verbleibt jedoch auch in Zukunft in Deutschland. Die Konstruktionen der Umweltsimulationskammern werden weiterhin von Ingenieuren und technischen Zeichnern im Osnabrücker Land erstellt, der Bau selbst geschieht jedoch in China. „Um die neuen chinesischen Mitarbeiter zu schulen, reisen jeweils zweiköpfige Mitarbeiter-Teams einige Wochen nach Taicang“, skizzierte Bowenkamp die Planungen.

Trotz dieser internationalen Ausrichtung ist Teledoor der Region sehr verbunden: „Wir legen großen Wert darauf, im Einkauf oder bei Expansionsvorhaben die Wertschöpfung in der regionalen Wirtschaft zu halten“, sind sich die beiden Geschäftsführer einig. Und auch Nachhaltigkeit und Energieeffizienz haben die Unternehmer genau im Blick: Der zugekaufte Strom wird durch Wasserkraft produziert, alle Teledoor-Hallen verfügen über LED-Beleuchtung, das Unternehmen nutzt die Wärmerückgewinnung sowie eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach. 

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