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Willkommensbehörde

Forstbetriebsgemeinschaft Bramsche greift Flora-Fauna-Habitat-Thema auf

10.08.2017 Gebietsmanager und Untere Naturschutzbehörde informieren im Gehnwald

Bramsche/Bersenbrück. Die Forstbetriebsgemeinschaft Bramsche (FBG) veranstaltete ihre alljährlichen Waldbegehung diesmal im Gehnwald. Als Exkursionsgebiet wurde der „Mosshagen“ im Ueffelner Teil  ausgewählt. Mit Blick auf die europäische Natura 2000-Gebietskulisse wurde der fachliche Schwerpunkt der Exkursion in diesem Jahr auf den Waldbau in einem FFH-Gebiet (Schutzgebiet nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der europäischen Union) gelegt.

Intensiver Austausch: Die Gebietsmanager und die Untere Naturschutzbehörde besprachen mit der Forstbetriebsgemeinschaft Bramsche die aktuelle FFH-Thematik.

Natura 2000 ist ein europaweites Netz aus Gebieten, das dem Erhalt der Artenvielfalt in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dient. Dieses Schutzgebietsnetz besteht aus Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH) und Vogelschutzgebieten (VG) Mit der Verpflichtung zur Umsetzung der FFH-Richtlinie von 1992 geht die Sicherung dieser Gebiete nach nationalem Recht einher. Hierzu werden die Gebiete in der Regel als Landschafts- oder Naturschutzgebiet per Verordnung gesichert. Diese Aufgaben übernehmen in Niedersachsen die Landkreise und kreisfreien Städte.

Der Gehnwald ist als FFH-Gebiet seit November 2007 Teil des Natura 2000 Netzes mit einer Teilfläche von gut 500 Hektar. Im Gehn befinden sich neben großflächigen, über das gesamte FFH-Gebiet verteilten Nadelwaldbeständen eine Vielzahl verschiedener sogenannter FFH-Lebensraumtypen. Hierbei handelt es sich um Lebensräume, die aufgrund ihrer spezifischen Ausprägungen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa leisten. Außerdem beherbergt der Gehnwald mit Kammmolch, Hirschkäfer und Bechsteinfledermaus auch einzelne Tierarten, die unter dem Schutz der FFH-Richtlinie stehen. Um die Funktion und den Wert der Lebensraumtypen und Lebensstätten der Tierarten zu erhalten, genießen die Flächen des FFH-Gebiets einen besonderen Schutz und unterliegen somit auch waldbaulichen Einschränkungen. Begleitet wurde die Exkursion von Michael Siefker, der seit März als Gebietsmanager des Natur- und Geoparks TERRA.vita tätig ist, und Matthias Wehr von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück.

Gemeinsam mit dem zuständigen Bezirksförster Martin Meyer Lührmann, erörterten Wehr und Siefker mit den rund 80 teilnehmenden Waldbesitzern, inwiefern die ordnungsgemäße forstliche Bewirtschaftung mit den Vorgaben durch die FFH-Richtlinie in Einklang gebracht werden kann. Matthias Wehr erklärte in dem Zusammenhang, was der Gesetzgeber in Niedersachsen mit dem sogenannten Unterschutzstellungserlass geregelt hat und wie dieser zu interpretieren sei. Michael Siefker erläuterte das Aufgabenfeld der im Jahr 2016 gegründeten Gebietskooperation Nördlicher Teutoburger Wald/Wiehengebirge, mit deren Betreuung und Koordination er als Gebietsmanager beauftragt ist.

Die Gebietskooperation, die auch den Gehnwald mit einschließt, ist ein freiwilliger Zusammenschluss verschiedener Akteure und Verbände, die durch die FFH-Richtlinie berührt werden. Als Gebietsmanager ist es seine Aufgabe, durch gezieltes Einwerben von Fördermitteln und die Koordination von Projekten, mehr Akzeptanz bei den Grundeigentümern für die Umsetzung von Natura 2000 zu schaffen. Wehr und Siefker stellten sich allen, auch kritischen Fragen der Waldbesitzer. Dabei konnte auch das eine oder andere Vorurteil ausgeräumt werden. So wurde verdeutlicht, dass forstwirtschaftliche Einschränkungen sich nicht pauschal auf alle Waldflächen im FFH-Gebiet „Gehn“ beziehen. Darüber hinaus konnten im Wald sehr positive Beispiele und bereits heute funktionierende Beispiele der Bewirtschaftung von FFH-Lebensraumtypen gezeigt werden, die im Einklang mit der FFH-Richtlinie stehen.

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