Mehr lesen

Bitte wählen Sie

Tastenkombination:
STRG und +/-

Willkommensbehörde

Erst wenige Unternehmen bieten selbst Kinderbetreuung an

06.12.2017 Netzwerktreffen der Hansaline informiert über verschiedene Möglichkeiten

Bramsche. Eine Stellschraube für die Fachkräftesicherung ist eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch welche Möglichkeiten haben Unternehmen, hier selbst aktiv zu werden und eine betriebliche Kinderbetreuung anzubieten? Antworten auf diese Frage gab jetzt in den Räumlichkeiten der Firma Rasch in Bramsche ein Treffen des Netzwerkes Maschinenbau der Wachstumsregion Hansalinie, das von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land WIGOS betreut wird. Die rund 25 Unternehmensvertreter nutzten im Anschluss die Gelegenheit, die Produktion von Rasch zu besichtigen. Das Unternehmen mit einem Sortiment von über 6500 verschiedenen Tapeten ist einer der führenden Tapetenhersteller Deutschlands.

Das Netzwerk Maschinenbau der Wachstumsregion Hansalinie informierte im Unternehmen Rasch in Bramsche über Möglichkeiten der betrieblichen Kinderbetreuung: (von links) Jörg Bücker (Personalleiter bei Rasch), Axel Kolhosser (UnternehmensService der WIGOS), Andreas Merse (Fachdienst Jugend des Landkreises Osnabrück), und Frank Gieselmann (Familienservice Weser-Ems e.V.).

Wie vielfältig die Möglichkeiten heute sind, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu organisieren, erläuterte jedoch zunächst Andreas Merse vom Fachdienst Jugend des Landkreises Os-nabrück. Schnell wurde deutlich, dass sich bisher nur wenige Unternehmen auf den Weg gemacht haben und ihren Beschäftigten eigene Angebote zur Verfügung stellen. „Eine eigene Krippe, ein Kindergarten oder Hort schlägt immerhin mit rund 80.000 bis 100.000 Euro Zuschussbedarf jährlich zu Buche, und das pro Gruppe“, skizzierte Merse. Die Standards seien hoch, die Flexibilität bei der Belegung gering und Landesförderung gebe es nur, wenn die Einrichtung mindestens ein Drittel „betriebsfremde“ Kinder aufnehmen. Diese Lösung sei in der Regel deshalb nur bei Großunternehmen zu finden.

Bei einer Kindertageseinrichtung in einem Gewerbegebiet könnten dagegen die Kosten geteilt werden. Allerdings müsse natürlich zunächst ein geeigneter Träger gefunden werden. „Auch Belegplätze in vorhandenen Kindertageseinrichtungen sind denkbar“, so der Experte weiter. Die Plätze würden dabei vertraglich festgeschrieben. Die Vorteile: „Das finanzielle Risiko sinkt und der organisatorische Aufwand ist überschaubar.“

Mehrfach im Landkreis praktiziert werde bereits das Modell der Tages- und Großtagespflege, schilderte Merse. Als externer Dienstleister stellte dann Frank Gieselmann vom  Familienservice Weser-Ems vor, wie so etwas ganz praktisch aussehen kann. „Kindertagespflege in Familien ist ein pädagogisches Angebot der Kinderbetreuung, das eine gute Alternative zur Betreuung von Kindern in einer Kindertagesstätte sein kann“, beschrieb er. In der Großtagespflege könnten zeitgleich zehn Kinder betreut, durch ein Platzsharing aber insgesamt bis zu 15 Kinder aufgenommen werden. „Die Betreuungszeiten sind dabei sehr flexibel.“

Doch was können Unternehmen tun, wenn noch kein Betreuungskonzept vorhanden ist, aber kurzfristige Betreuungsengpässe bei den Mitarbeitern entstehen? „Hier greift die Kinder-notfallbetreuung in Stadt und Landkreis Osnabrück“, ergänzte Andreas Merse. Das durch die Familienbündnisse initiierte Projekt biete Unterstützung bei spontanen Engpässen, etwa dem Ausfall der Kinderbetreuung oder eines beruflichen Termins außerhalb der üblichen Arbeitszeiten. Die Betreuung finde zwischen 5 und 22 Uhr statt, das Angebot beziehe sich auf wenige Stunden bis maximal drei Tage. „Die Kindernotfallbetreuung ist nur durch die solidarische Kooperation von über 30 Arbeitgebern möglich, die jeweils jährliche Kosten von rund 1400 Euro zahlen“, so Merse.

Sie haben eine Frage zu diesem Beitrag? Wir beantworten sie gerne: frag.landkreis-osnabrueck.de

Abonnieren Sie uns - das Wichtigste aus dem Landkreis Osnabrück als monatliche Zusammenfassung

Dateien: 

Beitrag teilen

Sie können Inhalte unserer Webseite in folgenden Sozialen Netzwerken teilen:

Beitrag auf Facebook teilen:

Beitrag twittern:

Da dabei Daten an den jeweiligen Social Media Dienst übermittelt werden, müssen Sie die Nutzung dieser Funktion zunächste bestätigen, indem Sie die Dienste aktivieren:

Datenschutzrichtlinien

Füllen Sie folgendes Formular aus, um diesen Beitrag per E-Mail zu versenden:

Sie können mehrere Empfänger mit Komma getrennt eingeben.