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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 28. Januar 2018

03.01.2018 Gedenktafeln am Marktplatz in Osnabrück

Seit 1996 wird am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Traditionell richtet der Landschaftsverband Osnabrücker Land (LVO) die zentrale Gedenkveranstaltung für die Region Osnabrücker Land aus. 2018 findet die Veranstaltung mit Rücksicht auf den jüdischen Sabbat erst am Sonntag, den 28. Januar, statt. Sie beginnt um 11.30 Uhr am Markt in Osnabrück.

Baruch Chauskin, Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, vor den Gedenktafeln für die ermordeten Osnabrücker Juden

Zunächst wird an der Gedenktafel unter den Arkaden der Stadtbibliothek der jüdischen Opfer der Nationalsozialisten gedacht. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (zugleich LVO-Vizepräsident) wird sich mit einer kurzen Ansprache an die Bevölkerung wenden, im Anschluss wird er gemeinsam mit Landrat Dr. Michael Lübbersmann (zugleich LVO-Präsident) einen Kranz niederlegen. Danach wird der Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Baruch Chauskin, in der aramäisch verfassten Totenklage der sechs Millionen Opfer der Shoah gedenken. Chauskin wird ggf. auch das Kaddisch rezitieren, das u. a. anlässlich des Totengedenkens, aber nur in Gegenwart eines „Minjan“ (zehn erwachsene jüdische Männer) gesprochen wird.

An der Gedenktafel vor der Stadtwaage spricht anschließend Manfred Böhmer, Vorsitzender des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti, für die NS-Opfer unter den Sinti und Roma ein Gebet. Auch dort werden Oberbürgermeister Griesert und Landrat Dr. Lübbersmann einen Kranz niederlegen.
Direkt nach Ende der offiziellen Gedenkveranstaltung wird im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum die Ausstellung „Good bye, Motherland“ des renommierten weißrussischen Fotografen Andrei Liankevich eröffnet. Die Ausstellung zeigt nicht nur einen Ausschnitt der gegenwärtigen Erinnerungskultur an den Krieg in einem osteuropäischen Staat und die Auseinandersetzung eines Angehörigen der dritten Generation hiermit. Das Bemerkenswerte von Liankevichs Fotografien, die auf den ersten Blick wie präzise Dokumentarbilder daherkommen, liegt in ihren wohlkalkulierten Brechungen – ironisch, verstörend, versteckt oder auch provokativ. Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend. Der Historiker Dr. Swen Steinberg, Technische Universität Dresden, führt in die Ausstellung ein.

Weitere Informationen zur Gedenkfeier unter www.lvosl.de oder T 05403.72455-0.

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