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Notärzte an der Schüchtermann-Klinik versorgen Südkreis

23.02.2018 Rettungswagen stehen in Bad Laer und bleiben dort

Bad Rothenfelde. Der Landkreises Osnabrück sorgt sicher dafür, dass im Südkreis der Notarzt kommt:  Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Schüchtermann-Klinik schreiten die Planungen für die Rettungswache in Bad Rothenfelde  am Standort Osnabrücker Straße 14 voran. Wie bei allen Notarztstandorten im Kreisgebiet wird der Standort direkt an einem Krankenhaus, hier also der Schüchtermann-Klinik, favorisiert. Denn diese Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Krankenhaus ermöglicht Synergieeffekte, die zu einer langfristigen Sicherstellung des Notarztdienstes führen – in Zeiten des Ärztemangels eine echte Qualitätsfrage.

Die Möglichkeit einer Stationierung des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) an der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde darf dabei weiterhin als Glücksfall für die Südkreisgemeinden gelten, weil sich die Klinik auch zukünftig bereit erklärt hat, die Besetzung des Fahrzeugs mit einem Notarzt unter Mitwirkung klinikeigener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu organisieren.

Zum Hintergrund: Die Planungen für eine neue Rettungswache waren erforderlich geworden, da das Klinikum Osnabrück als Eigentümerin des ehemaligen Dissener Krankenhauses der Rettungswache Dissen Heizung, Wasser und Strom komplett abgestellt und das Mietverhältnis zum 31.Dezember 2016 gekündigt hatte.

Mit der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde konnte daraufhin Anfang 2017 die Vereinbarung getroffen werden, das bisher in Dissen stationierte Notarzteinsatzfahrzeug als befristete Übergangslösung dort zu platzieren. Ein Krankentransportwagen (KTW) ist seitdem in Bad Laer untergestellt. Entsprechend des Rettungsmittelbedarfsplanes des Landkreises Osnabrück sieht die aktuelle Planung unverändert die Vorhaltung eines Notarzteinsatzfahrzeuges vor, statt früher einem in Dissen werden künftig aber zwei KTW in Bad Rothenfelde vorgesehen. Ein Rettungstransportwagen (RTW) stand zuletzt nicht in Dissen und ist auch jetzt nicht in Bad Rothenfelde geplant. Die für den Rettungsdienstbereich zuständigen RTW, die unmittelbar für die Rettung lebensbedrohlich erkrankter oder verletzter Patienten zuständig sind, werden auch weiterhin ausschließlich am Standort Bad Laer stationiert sein.

Die am Standort Bad Rothenfelde geplanten KTW werden dagegen nur im Krankentransport eingesetzt. Dabei handelt es sich um geplante, nicht eilige und ärztlich angeordnete Krankenfahrten von bettlägerigen Patienten, die wegen ihrer Erkrankung nicht in der Lage sind, sitzend in einem Taxi gefahren zu werden und die darüber hinaus von medizinischem Fachpersonal begleitet werden müssen. Diese Krankentransporte sind also nicht zeitkritisch, wobei es für die Patienten natürlich trotzdem wertvoll ist, wenn die Wartezeit möglichst kurz ist.

Grundlage für diese Planung ist auch der Umstand, dass im vergangenen Jahr etwa zehn Prozent mehr Transporte von oder nach Bad Rothenfelde zur Schüchtermann-Klinik durchgeführt worden sind, als die beiden KTW aus Bad Laer zusammen hätten fahren können.  Es bedurfte also noch der Unterstützung aus anderen  Rettungswachen, um das gesamte Aufkommen in Bad Rothenfelde bewältigen zu können. Die Stationierung von zwei KTW in unmittelbarer Nachbarschaft zur Klinik trägt damit auch zur Verkehrsberuhigung bei, da Fahrzeuge aus anderen Wachenstandorten nicht extra zur Klinik fahren müssen. Diese Fahrten erfolgen ohne Blaulicht und natürlich werden die Verkehrsregeln vollständig eingehalten. Eine Einsatzfahrt von Krankenwagen unter Verwendung des Blaulichts ist die ganz große Ausnahme: Sie kommt allenfalls im Rahmen von Einsätzen vor, bei denen die Fahrzeugbesatzung als Ersthelfer fungiert, weil sich die zuständigen Rettungswagen oder das Notarzteinsatzfahrzeug bereits anderweitig im Einsatz befinden. Das passiert aber nur in weniger als einem Prozent aller Einsätze.

Die Rettungswache Bad Rothenfelde hat also nur ein Fahrzeug, das mit Sondersignal fährt. Dieses Notarzteinsatzfahrzeug ist wegen seiner besonderen Aufgabe das am seltensten alarmierte Einsatzmittel in der Notfallrettung. Dies bedeutet zum Beispiel für das vergangene Jahr eine Einsatzfrequenz am Standort Bad Rothenfelde von im Durchschnitt weniger als vier Einsätzen in 24 Stunden. Mit Blick auf den ins Gespräch gebrachten Vorschlag einer Anbindung des Notarztstandortes an ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Dissen ist festzuhalten, dass die fachärztliche Tätigkeit der dort eingebundenen Mediziner in aller Regel nichts mit akuten Notfällen zu tun hat, da sich Orthopäden oder Hals-Nasen-Ohrenärzte in aller Regel nicht mit der notärztlichen Versorgung der Bevölkerung beschäftigen. Darüber hinaus wäre es auch kaum vermittelbar, dass ein Arzt seine einbestellten Patienten im MVZ länger warten lässt, weil er zu einem Notfall gerufen worden ist.

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