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vhs Osnabrücker Land veranstaltet Fachtag MINT und Sprache in Georgsmarienhütte

04.05.2018 „Wer forscht, der fragt!“

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Workshops mit den Titeln „Wasser in Natur und Technik“ und „MINT-Zirkeltraining“, viele praktische Experimente, ein Fachvortrag zur frühen sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bildung sowie ein Markt der Möglichkeiten – das waren die Eckdaten des Fachtags MINT und Sprache, den die Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) jetzt gemeinsam mit der Stiftung „Das Haus der kleinen Forscher“ (HdkF) veranstaltet hat. 60 Erzieherinnen und Erzieher aus 42 Kindertagesstätten im Landkreis Osnabrück waren der Einladung in die Katholische Landvolkhochschule Oesede gefolgt, um sich intensiv mit dem Thema „MINT und Sprache“ auseinanderzusetzen.

Eine große Schale gefüllt mit Wasser steht auf dem Tisch, auf einem Tablett daneben liegen eine Kartoffel, eine Orange, eine Zitrone, ein Apfel, eine große und eine kleine Tomate. Die Referentinnen Jutta Sajovitz, Ursula Wehleit und Hanna Prinzler leiten das Experiment an. „Was schwimmt an der Wasseroberfläche und was sinkt auf den Boden der Schüssel?“, fragt Sajovitz eine Runde von 15 Erzieherinnen. Gemeinsam überlegen die Gefragten: „Kartoffeln kann ich einfach ins Wasser werfen, so dass es plumpst, und dann sinken sie nach unten“, lautet eine Überlegung. „Äpfel schwimmen, es gibt doch so witzige Spiele damit“, heißt es aus einer anderen Richtung. Nach ein paar Minuten folgt die Probierphase, und Wehleit fasst die Ergebnisse zusammen. Während des Experiments wird schriftlich festgehalten, wie viele verschiedene Nomen, Verben und Adjektive verwendet werden. „Hier wird die enge Verbindung zwischen den Experimenten und der Sprachbildung deutlich“, erläutert Prinzler und verweist auf die reichlich mit Begriffen gefüllten Stellwände.

Im Fokus der Veranstaltung stand die Verknüpfung früher sprachlicher und naturwissenschaftlicher Bildung. MINT-Bildung erlebe vielfach einen „Hype“ – etwa durch Eltern, die ihren Kindern teures Spielzeug kaufen zu diesem Thema kauften, erklärte Gila Hoppenstedt, Autorin und pädagogische Beraterin für Kindertageseinrichtungen und Schulen. In ihrem Fachvortrag legte sie dar, dass und wie z.B. Experimente in der Kindertagesstätte das Verständnis für naturwissenschaftliche Vorgänge fördern. Das Forschen in Naturwissenschaft oder Technik könne Kindern gleichzeitig helfen, ihre Sprachkenntnisse auszubauen. Wichtig sei, so Hoppenstedt, dass Kinder „ihre Umgebung mit allen Sinnen kennenlernen und erforschen können.“ Schon bevor sich ein Kind sprachlich äußern könne, habe es einen Begriff von einem Gegenstand. Später würden sinnliche Erfahrungen versprachlicht. Diese Entwicklung sei individuell und hänge von emotionalen, kulturellen und sozialen Erfahrungen des einzelnen Kindes ab.

Was schwimmt und was sinkt auf den Boden? Experimente ausprobieren konnten die Teilnehmer des Fachtags „MINT und Sprache“ bei den Workshops.

Die Aktivitäten im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sehe die vhs Osnabrücker Land als gezielte Förderung von individuellen Zukunftschancen für Kinder, betonte vhs-Geschäftsführer Jörg Temmeyer, der die Veranstaltung eröffnete. Die vhs Osnabrücker Land sei bereits seit Jahrzehnten in der Sprachbildung und Sprachförderung aktiv. „Diese Aufgaben wurden in den vergangenen Jahren ausgeweitet und um den Elementarbereich erweitert“, sagte Temmeyer. Deswegen sei es folgerichtig, dass die vhs Osnabrücker Land neben Aktivitäten in der Sprachbildung Netzwerkpartner der Stiftung HdkF geworden sei. „Sprache und forschendes Lernen gehören zusammen“, betonte Temmeyer und wünschte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass sie „wichtige Impulse für Ihre Arbeit vor Ort mitnehmen.“

Susanne Schweizer, zuständige Länderreferentin der Stiftung HdkF, hob hervor, dass die Auseinandersetzung mit MINT-Themen für Kinder die Möglichkeit biete, ihre Basiskompetenzen wie Sprache, Feinmotorik, Lösungsorientierung und Selbstwertgefühl weiterzuentwickeln. „Das Experimentieren und Forschen in der Kita bietet ideale Gelegenheiten, um ins Gespräch zu kommen“, sagte Schweizer.

Das unterstrichen auch Juliane Macke, Sprachkoordinatorin, und Petra Barth, MINT-Koordinatorin, in ihrer Begrüßung. Barth kündigte an, dass weitere Kursangebote zur MINT-Bildung in Vorbereitung seien. „Wer forscht, der fragt“, erklärte Macke und verwies auf den Ansatz der alltagsintegrierten Sprachförderung, der bereits in fast allen Kindertagesstätten im Landkreis Osnabrück intensiv genutzt werde. Gerne genutzt wurde beim Fachtag der Markt der Möglichkeiten. Die verschiedenen Angebote der vhs Osnabrücker Land wurden ergänzt durch mehrere Kooperationspartner. So hatten die Stiftung HdkF, das Kinderzentrum Bersenbrück, den MINTeinander Verbund der Samtgemeinde Neuenkirchen, das  Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung, den Lernstandort Noller Schlucht und die Stadtbibliothek Georgsmarienhütte ein abwechslungsreiches Angebot für die Gäste vorbereitet.

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