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Spannende Firmenbesuche für Studenten der Universität Osnabrück

06.06.2018 „Unternehmer müssen sich auch nachts den Kopf zerbrechen“

Badbergen/Bersenbrück/Osnabrück. Zwei Unternehmen, die aus landwirtschaftlichen Betrieben heraus gegründet worden sind, standen jetzt im Mittelpunkt einer Exkursion von 30 angehenden Betriebswirtschaftlern mit ihrem Dozenten, Professor Dr. Herbert Neubauer von der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Gastprofessor an der Universität Osnabrück und will mit seiner Veranstaltung „Entrepreneurship und Unternehmensführung mittelständischer Unternehmen“ den Geist des Unternehmertums greifbar machen. Mit Arndt Nietfeld, Geschäftsführer des Kleintierkrematoriums Im Rosengarten GmbH in Badbergen und Klaus Kreiling, Geschäftsführer des Futtermittelspezialisten Bernhard Kreiling GmbH & Co.KG in Bersenbrück schilderten in diesem Jahr zwei Persönlichkeiten ihren Werdegang, die ins elterliche Unternehmen eingestiegen sind.

Die angehenden Betriebswirtschaftler der Universität Osnabrück  erlebten spannende Unternehmensbesuche, unter anderem im Kleintierkrematorium Im Rosengarten in Badbergen.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land WIGOS: „Ein wesentlicher  Prozentsatz aller Start-up-Unternehmen sind Ausgründungen aus Hochschulen oder Hochschul-Projekten“, erläuterte Robert Kampmann vom WIGOS-UnternehmensService. Diesen Trend wolle die WIGOS unterstützen, indem sie unter anderem Hochschulveranstaltungen rund um das Thema Gründung fördere.

Aus der Gründungsphase ist das Kleintierkrematorium Im Rosengarten schon lange heraus. Bereits 2002 starteten Wolfgang und Gisela Nietfeld mit der Unternehmensidee, Tierbesitzern die Möglichkeit zu geben, ihren vierbeinigen Hausgenossen auch ohne den notwendigen „Beerdigungsgarten“ eine würdevolle letzte Ruhestätte zu geben. Gleichzeitig war die Unternehmensgründung für das Ehepaar eine Alternative zur Landwirtschaft, die immer mehr auf Expansion setzte.

Die Begeisterung in der näheren Umgebung hielt sich jedoch zunächst in Grenzen: „Wer will schon ein Krematorium als Nachbarn?“, so Arndt Nietfeld im Rückblick. Doch die Vorbehalte legten sich schnell und das Unternehmen startete durch: „Im einstigen Businessplan stand, dass mit drei Angestellten die Region Weser-Ems mit der Dienstleistung Kremieren bedient werden sollte. Das hat nicht ganz geklappt, ‘“ schmunzelt der Unternehmer. Heute gibt es ein deutschlandweites Filialnetz und 200 Mitarbeiter sind im Unternehmen tätig.

Der Weg dorthin war nicht immer einfach, denn „Unternehmer zu sein heißt, sich auch abends und nachts den Kopf zu zerbrechen.“ Entscheidend sei bei einem schnellen Wachstum vor allem, auch die Strukturen und  die Prozesse mitwachsen zu lassen. In Badbergen ist dieser Wandel gelungen. Und den Einstieg ins Unternehmen vor sieben Jahren hat Arndt Nietfeld nie bereut. Jetzt ist er dabei, eigene Akzente zu setzen: Gemeinsam mit einem Partner hat er ein weiteres Unternehmen gegründet, die Veticine Ventures GmbH. Das Start-up will weitere innovative Ideen rund um das Thema Haustiere umsetzen.

Klaus Kreiling wusste bereits mit elf, zwölf Jahren, dass er in das Unternehmen seiner Eltern einsteigen wollte. Sein Vater Bernhard hatte einen landwirtschaftlichen Betrieb und schon in den 50er Jahren mit Futtermischungen experimentiert. 1958 gründete er dann sein Futtermittel-Unternehmen – nicht zuletzt, um ein zweites Standbein zu haben. Zunächst war die Finanzdecke dünn: „Wenn Aufträge da waren und Geld reinkam, wurde auch immer wieder in kleinen Schritten investiert“, erzählte Klaus Kreiling. Doch mit viel Innovationsgeist ging es stetig bergauf. Immer neue Produkte, wie Milchaustauscher, Getreideflocken sowie Produktionstechnologien kamen dazu. Heute produziert das Unternehmen Spezialmischfutter vor allem für Pferde, Ferkel und Kälber, aber auch besondere Mischungen für Kamele und Papageien. „Mit 55 Mitarbeitern erwirtschaften wir einen Jahresumsatz von rund 35 Millionen Euro“, skizzierte der Geschäftsführer. Die Stärke des Unternehmens sei die Innovationsfreude und Flexibilität: „So haben wird bei unseren Mischungen etwa 800 verschiedene Rezepturen – die großen Player der Branche nutzen deutlich weniger.“

Sich so auf Kundenwünsche einzustellen und oft bewährte Wege zu verlassen, sei Unternehmensphilosophie: „Ein Unternehmer muss entscheidungsfreudig und risikobereit sein. Manche Chancen bestehen nur ganz kurz.“ Diese Strategie hat sich für die Bernhard Kreiling GmbH & Co.KG ausgezahlt: Sie liefert ihre Produkte heute in 25 Länder und hat sich in der umkämpften Futtermittelbranche einen festen Platz erobert.

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