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„Gleichstellung sichtbar machen“

15.06.2018 Landkreis und Stadt Osnabrück sind Modellstandorte in Niedersachsen

Osnabrück. Landkreis und Stadt Osnabrück sind jetzt einer von drei Modellstandorten im landesweiten Projekt „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachen“, um beispielhaft aufzuzeigen, wie das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau umgesetzt wird und was hierzu noch erforderlich ist. Das Übereinkommen wurde 1979 getroffen und von Deutschland im Jahr 1985 ratifiziert. Die Umsetzung ist für Bund und Länder verpflichtend.

„Gleichstellung sichtbar machen“, ist das Ziel eines Projekts in Niedersachsen. Landkreis und Stadt Osnabrück sind einer von drei Modellstandorten. An der Auftaktveranstaltung nahmen teil (von links): Michael Maßmann (Leitender Polizeidirektor der Polizeiinspektion Osnabrück), Prof. Dr. Konstanze Plett (Universität Bremen), Moderatorin Annette Wiede, Kornelia Krieger (BISS Osnabrück), Monika Holtkamp (Kriminalhauptkommissarin, Präventionsteam PI Osnabrück), Dr. Sabine Bohne (Universität Osnabrück), Bernhard Witthaut (Polizeipräsident Osnabrück), Katja Weber-Khan (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück), Silke Gardlo (Gleichberechtigung und Vernetzung e. V. ), Monika Schulte (Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Osnabrück), Andrea Frenzel-Heiduk (Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) und Kreisrat Dr. Winfried Wilkens.

Dr. Winfried Wilkens, Kreisrat des Landkreises Osnabrück, machte in seiner Begrüßung deutlich, dass die formalen Voraussetzungen für Gleichberechtigung zwar im Grundgesetz verankert, aber in der Lebenspraxis immer noch nicht erreicht sind.

Die Auftaktveranstaltung zu CEDAW in Osnabrück greift das Thema „Gewalt gegen Frauen“ auf, ein Themenfeld, das auch die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten tagtäglich berührt. „Es geht darum, den betroffenen Frauen Beratung und Unterstützung zukommen zu lassen und die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, gleichzeitig aber auch die vorhandenen Hilfsangebote präsenter und optimaler zu gestalten“, erläuterte Monika Schulte, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Osnabrück. In Stadt und Landkreis Osnabrück gab es in 2016 und 2017 jeweils mehr als 1.100 registrierte Fälle von häuslicher Gewalt, zudem  wurden im vergangenen Jahr in ganz Deutschland mehr als 4.000 Kinder schwer misshandelt.

Wie ein vorbildliches Fallmanagement funktionieren kann, um Hochrisikofälle von häuslicher Gewalt zu erkennen, stellten Monika Holtkamp vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Osnabrück und Kornelia Krieger von der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt vor. „Mit dem Fallmanagement sind Stadt und Landkreis Osnabrück vergleichsweise schon sehr gut aufgestellt, daher fordern wir dieses flächendeckend für ganz Niedersachsen“, so Katja Weber-Khan, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück.

Silke Gardlo von der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung in Hannover erläuterte das Projekt „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachen“, welches gemeinsam vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüros in Niedersachsen, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie von Gleichberechtigung und Vernetzung e. V. entwickelt und durchgeführt wird.

Andrea Frenzel-Heiduk, Leiterin des Referats Gewalt gegen Frauen und Mädchen im niedersächsischen Sozialministerium, berichtete, dass die Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey mehr finanzielle Absicherung auch für ambulante Hilfs- und Betreuungseinrichtungen zugesagt hat und die Einrichtung eines runden Tisches plant. Es gehe darum, Frauen dauerhaft aus Gewaltsituationen zu befreien.

Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Osnabrück, Bernhard Witthaut überbrachte das Grußwort des Niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius. Zudem verdeutlichte er, dass die Einrichtung des Managements Hochrisikofälle aus seiner Sicht bereits dann schon erfolgreich eingesetzt ist,  wenn auch nur ein Frauenleben dadurch gerettet werden kann.

Prof.  Dr. Konstanze Plett von der Universität Bremen und Dr. Sabine Bohne, Universität Osnabrück, informierten über CEDAW und geschlechtsspezifische Gewalt als gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Denn häusliche Gewalt ist nicht Privatsache, sondern trifft mit seinen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen auch die gesamte Gesellschaft.

Neben der Auftaktveranstaltung sind für dieses Jahr noch weitere Veranstaltungen und Workshops geplant. Informationen sind erhältlich bei den Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Osnabrück.

 

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