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Telemedizin und Mobilität: Landrat Lübbersmann mit Ausblick auf das neue Jahr

11.01.2019 Tempo sei gefragt, so der Landrat: „Niemand wartet auf uns!“

Osnabrück. Rückblick und Ausblick: In seiner Rede zum Neujahrsempfang des Landkreises Osnabrück zog Landrat Michael Lübbersmann vor den geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auch eine Bilanz des abgelaufenen Jahres, stellte vor allem aber die vielfältigen Aufgaben vor, die es im neuen Jahr zu bewältigen gelte. Dabei sei Tempo gefragt, so der Landrat: „Niemand wartet auf uns!“

Auf ein Neues: Landrat Michael Lübbersmann (Mitte) begrüßte zum Neujahrsempfang des Landkreises Osnabrück zahlreiche Gäste im Kreishaus Osnabrück. Dabei richteten die Anwesenden den Blick auch nach vorne auf die Wahl zum Europäischen Parlament, die am 26. Mai stattfindet.

In seinem Rückblick ging Lübbersmann auf die großen Herausforderungen ein, die sich 2018 vor allem in der Wirtschaft gestellt hatten: „Den Poker um Homann in Dissen haben alle verfolgt und kennen auch das Ergebnis: Homann bleibt nicht nur bei uns, sondern investiert sogar rund 200 Millionen Euro in Bad Essen und Dissen.“ Die Ansiedlung von Häcker-Küchen aus Nordrhein-Westfalen auf einem 24 Hektar großen Gewerbegebiet in Ostercappeln sei ein sichtbares Zeichen der erfolgreichen Arbeit der Wirtschaftsförderung im Landkreis Osnabrück.

Für ihren Erfolg seien die Unternehmen auf ganz verschiedene Faktoren angewiesen, zu denen Lübbersmann die flächendeckende Versorgung mit schnellen Internet ebenso zählte wie gut ausgebildete Fachkräfte und öffentliche Unterstützung für innovative Unternehmensgründer: „Auf all diesen Feldern sind wir mit den unterschiedlichsten Ideen, Netzwerken und individuellen Angeboten gut unterwegs.“

Beim Ausbau des schnellen Internets in der Fläche etwa investiere die öffentliche Hand im Landkreis Osnabrück bis Mitte 2019 rund 70 Millionen Euro, um etwa die Digitalisierung der Landwirtschaft möglich zu machen und den Unternehmen im Landkreis das benötigte Tempo im Datenverkehr anbieten zu können. Außerdem würden alle Schulen mit Glasfaser versorgt, so der Landrat: „Nur mit WLAN in jedem Klassenzimmer können wir eine optimale Bildung sicherstellen, die der Schlüssel für die Zukunft ist.“

Die Digitalisierung spielt zudem im Gesundheitswesen eine zunehmend größere Rolle. Diese Entwicklung hat der Landkreis Osnabrück in den vergangenen zwei Jahren mit dem Pilotprojekt „Hausarzt mit Telemedizin“ vorangetrieben. So werden Allgemeinmediziner entlastet, in dem medizinische Fachangestellte Hausbesuche übernehmen und Daten der Patienten per telemedizinischem Equipment in die Praxis senden. Für das Projekt wurde der Landkreis Osnabrück 2018 mit dem Niedersächsischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. Lübbersmann kündigte an, dass das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland um Pflegeeinrichtungen, Apotheken und mittelfristig auch Krankenhäuser erweitert werde.

Ein weiteres zentrales Thema in der Rede des Landrats war die Mobilität im ländlichen Raum. Dies betraf zum einen die Elektromobilität, die weiter ausgebaut werde. So wird im Frühjahr eine Roadshow Elektromobilität verschiedene Gemeinden des Landkreises besuchen, um die Technik den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen. Zum anderen befasste sich Lübbersmann mit dem Öffentlichen Personennahverkehr. Der Landrat sagte, dass der Verkehr unter Nutzung digitaler Technik deutlich individueller gestaltet werden könne. Ziel sei eine bedarfsgerechte Mobilität, die bis in die „letzten Winkel des großen Kreisgebiets“ reiche. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur Zukunft der Mobilität im Landkreis, würden gemeinsam mit Gemeinden, Verkehrsunternehmen und Öffentlichkeit Lösungsansätze diskutiert. „Wir werden die Planung des ÖPNV neu denken müssen“, sagte Lübbersmann.

Für die Zukunft der Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind nach den Worten des Landrats auch die frühzeitige Förderung junger Familien und die frühkindliche Bildung: „Hier gilt das Motto, wonach wir früh investieren wollen statt später zu reparieren.“ Der Landkreis unterstützt daher seine Städte, Gemeinden und Samtgemeinden bis 2022 mit 160 Millionen Euro in der Bildungsarbeit in den Kindertagesstätten und hat weitere 6 Millionen Euro für die zusätzlichen Herausforderungen, die sich nicht zuletzt durch die Beitragsfreiheit ergeben, zur Verfügung gestellt. Familienzentren sollen weiter bedarfsorientiert ausgebaut werden: „Uns darf kein junger Mensch verloren gehen, wir brauchen für die Zukunft jeden klugen Kopf und jede starke Hand.“

Abschließend blickte Lübbersmann noch auf die Energiewende speziell im Osnabrücker Land und bekräftigte das Ziel, bis 2030 den im Landkreis benötigten Strom zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie zu gewinnen. Durch die Nutzung von Biogas, Photovoltaik und vor allem Windenergie sei bisher ein Versorgungsgrad von 80 Prozent erreicht worden, sagte der Landrat und verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Aspekt der regionalen Wertschöpfung. Vor dem Landkreis lägen also für das neue Jahr große Aufgaben, so Lübbersmann: „Wir dürfen uns nicht ausruhen, aber wir sind für diese Aufgaben gut aufgestellt und können optimistisch in die Zukunft blicken.“

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