Mehr lesen

Bitte wählen Sie

Tastenkombination:
STRG und +/-

Schulungsangebot Interkulturelle Pflegelotsen - Noch bis 1. Februar anmelden!

25.01.2019 Für Menschen mit Migrationshintergrund die richtige Hilfe finden

Osnabrück. Eine Studie der Krankenkasse AOK lieferte den Beleg: Zugewanderte Menschen haben es deutlich schwerer, sich im deutschen Gesundheitssystem zurechtzufinden. Der Gesundheitsdienst für den Landkreis und die Stadt Osnabrück hat deshalb das Projekt „Interkulturelle Pflegelotsen“ gestartet. Ziel ist es, Zugewanderten den Zugang zum Gesundheits- und Pflegesystem zu erleichtern. Am 8. und 9. sowie am 22. und 23. Februar finden die ersten Termine der kostenlosen Schulung im Haus der Gesundheit, in der Hakenstraße 6 in Osnabrück statt. Anmeldungen sind noch bis zum 1. Februar möglich (Telefon: 0541/501-3726).

(Foto: #217117926/rawpixel.com/Fotolia.com)

„Viele Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich hilflos und überfordert, wenn ein Angehöriger schwer krank oder pflegebedürftig wird“, berichtet Projektkoordinatorin Vanessa Gattung. Die Pflegelotsen sollen Betroffenen einen Überblick über mögliche Versorgungsangebote geben und ihnen dabei helfen, die für sie passende Leistung in Anspruch nehmen zu können.
Da die Beratung durch Pflegelotsen im Idealfall in der Muttersprache des Zugewanderten erfolgt, sollen vor allem Menschen gewonnen werden, die selbst eingewandert sind. Die Pflegelotsen erhalten Informationen zu Themen rund um das deutsche Gesundheits- und Pflegesystem und können auf dieser Grundlage in offenen Sprechstunden oder in Einzelberatungen als Mittler zwischen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sowie Entscheidern aus dem Pflegebereichen wirken. Ziel ist es, dass zugewanderte Menschen es damit künftig leichter haben, selbstständig passende Unterstützungsangebote zu finden.

Die repräsentative AOK-Umfrage unter Geflüchteten aus Afghanistan, Syrien und dem Irak zeigt, dass der Weg zur richtigen medizinischen Versorgung bei einem Großteil der Bedürftigen schon an der Sprachbarriere und scheinbar unüberwindlichen bürokratischen Hürden endet. Auch Migranten, die schon länger in Deutschland leben, haben oft mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Folge ist, dass viele von ihnen nicht die erforderliche medizinische Akut- oder Pflegeleistung erhalten.

Wie groß der Bedarf für entsprechende Hilfen schon heute ist, macht ein Blick auf die Struktur und Entwicklung der Bevölkerung deutlich. Mehr als ein Viertel der in der Stadt und im Landkreis Osnabrück lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund, wobei der Anteil der Zugewanderten in Zukunft weiter zunehmen wird. Viele von ihnen sind schon heute 65 Jahre und älter, was ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerer Erkrankungen und oft auch Pflegebedürftigkeit bedeutet. Dessen ungeachtet nehmen Menschen mit Migrationshindergrund im Vergleich zu der restlichen Bevölkerung deutlich seltener Pflegeleistungen in Anspruch. Ein Grund ist, dass viele zugewanderte Familien die Versorgung selbst und ohne Hilfe von außen leisten. „Das wird sich aber als Folge veränderter Werte und Lebensstile künftig sicher ändern“, betont die Gerontologin Vanessa Gattung. Umso wichtiger sei es, den Menschen in Zukunft mit kompetenten und engagierten Pflegelotsen zur Seite zu stehen.

Weitere Infos sind erhältlich unter www.gesundheitsregion-os.de.

Sie haben eine Frage zu diesem Beitrag? Wir beantworten sie gerne: frag.landkreis-osnabrueck.de

Abonnieren Sie uns - das Wichtigste aus dem Landkreis Osnabrück als monatliche Zusammenfassung

Dateien: 

Beitrag teilen

Sie können Inhalte unserer Webseite in folgenden Sozialen Netzwerken teilen:

Beitrag auf Facebook teilen:

Beitrag twittern:

Da dabei Daten an den jeweiligen Social Media Dienst übermittelt werden, müssen Sie die Nutzung dieser Funktion zunächste bestätigen, indem Sie die Dienste aktivieren:

Datenschutzrichtlinien

Füllen Sie folgendes Formular aus, um diesen Beitrag per E-Mail zu versenden:

Sie können mehrere Empfänger mit Komma getrennt eingeben.