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Landkreis will Versorgung in Medizin und Pflege sicherstellen

12.06.2019 Gesundheitskonferenz zum Thema Digitalisierung

Osnabrück. Die Zahl der Über-65-Jährigen wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Zugleich werden viele der heutigen Pflegefachpersonen in einigen Jahren nicht mehr berufstätig sein. Zudem gibt es gerade im ländlichen Raum zunehmend Schwierigkeiten, Nachfolger für ausscheidende Hausärzte zu finden. Diese Herausforderungen stellen sich auch im Osnabrücker Land. Trotz dieser Veränderungen will der Landkreis Osnabrück die Versorgung in der Medizin und Pflege auch künftig sicherstellen. Wie das gehen soll, dazu gibt die Gesundheitskonferenz Antworten. Auf der jüngsten Veranstaltung, die unter dem Titel „Digitalisierung in der Pflege“ lief, stellte Landrat Michael Lübbersmann die Pläne des Landkreises vor.

Die Digitalisierung wird im Bereich Pflege in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen. Dies zeigte nun auch die Gesundheitskonferenz im Kreishaus Osnabrück. An der Veranstaltung nahmen auch teil (von links): Andreas Büscher (Hochschule Osnabrück), Kathrin Leiber und Nicole Pottharst (beide Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück), Hildegard Theobald (Universität Vechta), Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter, Manfred Hülsken-Giesler (Universität Osnabrück) und Landrat Michael Lübbersmann.

Bereits seit 2003 richtet der Landkreis die Gesundheitskonferenz aus. Sie bietet den Rahmen, um im Gesundheits- und Pflegebereich neue Ideen und Konzepte zu entwickeln. Auch in diesem Jahr nahmen wieder Fachkräfte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, Hausärzte, Pflegekräfte, Krankenhausvertreter und Wissenschaftler teil.

Lübbersmann beleuchtete in seinem Beitrag die Schritte, die der Landkreis bereits unternommen hat, sowie zukünftige Vorhaben im Pflege- und Gesundheitswesen auf. Ganz neu ist die „Pflege + app“, die eine Übersicht über Angebote und Leistungen für Seniorinnen und Senioren bietet. Lübbersmann berichtete außerdem, dass der Pflegestützpunkt mit einer neuen Außenstelle im Nordkreis ausgebaut wurde und dieser über Videosprechstunden auch aus der Ferne gut erreichbar sei: „Wir wollen pflegende Angehörige und Ehrenamtliche stärken“, betonte der Landrat.

Weitere Schwerpunkte lägen im „Finden und Binden“ von Nachwuchskräften in Medizin und Pflege. Vor allem biete aber die Digitalisierung Chancen, Prozesse in der Versorgung „neu zu denken, unabhängig von Sektorengrenzen im Gesundheitssystem“, sagte Lübbersmann. Ziel sei die enge Zusammenarbeit von pflegerischer und ärztlicher Versorgung, wie sie durch das Projekt „eMedCare“ erzielt werde.

Auf dem Programm der Gesundheitskonferenz standen zudem Vorträge. Die Themen: „Pflege-Politiken, Pflege-Praktiken und die Frage der Gleichheit: Deutschland und Schweden im Vergleich“ (Hildegard Theobald, Universität Vechta), „Fluch und Segen der Digitalisierung und Technisierung in der Pflege“ (Andreas Büscher, Hochschule Osnabrück) und „Digitale Technologien: Was ist zu tun?“ (Manfred Hülsken-Giesler, Universität Osnabrück). Dazu moderierte die Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter eine Podiumsdiskussion, an der neben den Professoren der Merzener Hausarzt Martin Jürgens, Franz Paul (St. Elisabeth Pflege) und Fachdienstleiterin Anja Fels vom Landkreis Osnabrück teilnahmen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Digitalisierung Chancen eröffne, Sektorengrenzen zu überbrücken und neue Wege in der Versorgung zu gehen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege erfordere allerdings ein Umdenken innerhalb der Professionen sowie dem Gesundheitssystem. Eine Vernetzung biete Lösungen zur Sicherung der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Die Runde befasste sich auch mit dem Strukturwandel im Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft. Gerade im ländlichen Raum sei es zunehmend schwierig, Mediziner zu finden, die auch das wirtschaftliche Risiko einer Praxisgründung oder -übernahme eingehen wollten: „Der Landkreis hat in diesem Bereich bereits erste Förderprojekte aufgelegt, um junge Ärzte bei diesen Schritten nachhaltig zu unterstützen“, sagte Rosensträter.

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