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Landkreis Osnabrück tritt Kampagne „Silent Rider“ bei

06.09.2019 Gemeinsam gegen Motorradlärm

Osnabrück. Bei schönem Wochenendwetter lassen auch im Osnabrücker Land viele Fahrer gerne ihre Motorräder röhren. Das stört Anwohner und Besucher gleichermaßen. Der Landkreis Osnabrück hat sich deshalb zur Unterstützung einer Kampagne entschieden, die Anfang Juni 2019 von mehreren Kommunen der Region Nationalpark Eifel ins Leben gerufen wurde und der sich bundesweit in kurzer Zeit bereits mehr als 20 Städte, Gemeinden und Kreise vornehmlich aus Mittelgebirgsregionen wie dem Sauerland und Bergischen Land angeschlossen haben. Ziel der Kampagne „Silent Rider“ ist es, Kräfte zu bündeln und gemeinsam auf die umfassende Problematik des Motorradlärms in vielen Regionen Deutschlands hinzuweisen. Die Thematik soll dadurch in die Öffentlichkeit und Politik getragen werden, um Veränderungen zu erwirken.

„Uns geht es nicht darum, Motorradfahrer im Allgemeinen an den Pranger zu stellen. Vielmehr wollen wir gegen die ‚schwarzen Schafe‘ unter ihnen vorgehen, die aufgrund ihrer Fahrweise oder weil sie das Fahrzeug manipuliert haben, zu laut sind“, erläutert Kreisrat Winfried Wilkens die Motivation des Landkreises.

Die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen, die die zulässigen Lärmgrenzwerte heruntersetzen sowie das technische Manipulieren von Maschinen drastischer unter Strafe stellen, ist eine zentrale Forderung der Kampagne. Weiterhin sollen eine Halterhaftung eingeführt und ein Frontkennzeichen verpflichtend vorgeschrieben werden, um der Polizei die Verfolgung von Gesetzesverstößen zu erleichtern. Geplant ist, die Forderungen durch begleitende Aktionen in allen betroffenen Regionen zu unterstützen.

Wilkens weist darauf hin, dass sich der Landkreis Osnabrück bereits auf vielfältige Weise mit dem durch Motorräder verursachten Lärm auseinandersetzt. So hat der Landkreis im September 2018 als erster in Niedersachen ein sogenanntes Lärm-Display angeschafft, mit dem an der Kreisstraße 330 zwischen Borgloh und Bissendorf dauerhafte Geschwindigkeits- und Lärmmessungen durchgeführt werden. Seit kurzem verfügt die Stadt Georgsmarienhütte ebenfalls über ein solches Gerät.

„Neben regelmäßigen Kontrollen auf den beliebten ‚Motorradstrecken‘ in Zusammenarbeit mit der Polizei bieten wir in jedem Frühjahr ein Fahrsicherheitstraining an, bei dem die Teilnehmer auch für eine lärmreduzierende Fahrweise sensibilisiert werden“, sagt Wilkens.

Wichtig sei für den Landkreis Osnabrück zudem der ständige Kontakt mit den Beteiligten. Dazu diene neben regelmäßig stattfindenden Arbeitskreissitzungen mit Anwohnerinitiativen besonders die mit dem Bundesverband der Motorradfahrer gemeinsam durchgeführte Aktion „Kaffee statt Knöllchen“, bei der Motorradfahrer und Anwohner Gelegenheit haben, sich in lockerem Rahmen auszutauschen, um so Verständnis für die unterschiedlichen Interessenlagen zu bekommen.

„Motorradfahrer, die sich an die im Straßenverkehr geltenden Spielregeln halten, sind auf den landschaftlich reizvollen Strecken des Osnabrücker Landes auch weiterhin herzlich willkommen“, betont Wilkens.

Sie haben eine Frage zu diesem Beitrag? Wir beantworten sie gerne: frag.landkreis-osnabrueck.de

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