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Stabilere Ernte dank „Freya“

18.09.2019 Landrat Dr. Michael Lübbersmann besucht SeedForward

Bramsche. „Freya“ ist vielen Menschen vor allem als germanische Göttin der Fruchtbarkeit bekannt. Das im Osnabrücker Land ansässige Unternehmen SeedForward als Newcomer im Bereich der ökologisch verträglichen Saatgutbeschichtungen hat für sein erstes Produkt genau diesen göttlichen Namen gewählt. Bei einem Besuch des Produktionsstandorts in Bramsche überzeugte sich Landrat Dr. Michael Lübbersmann davon, dass der Name „Freya“ nicht ohne Grund gewählt wurde.

Kleine Änderung – große Wirkung: Der Wechsel der Beizenfarbe von rot zu blau macht die Saat für Vögel uninteressanter. Davon überzeugten sich Landrat Dr. Michael Lübbersmann (mitte) und WIGOS-Geschäftsführer Siegfried Averhage (rechts) bei ihrem Unternehmensbesuch bei SeedForward. Es informierten sie Geschäftsführer Jacob P. Bussmann (2.v.r), Jan Großterlinden (2.v.l.) und Heiner Steinbrink.

Verbesserte Ertragsstabilität auch bei erschwerten Anbaubedingungen, erhebliche Einsparungen bei der Düngung bei gleichzeitig geringerem Wasserbedarf und das alles ohne Chemie. Was auf den ersten Blick tatsächlich wie ein „kleines Wunder“ anmutet, hat SeedForward mit Unterstützung unterschiedlichster Partner Realität werden lassen. „Vor dem Hintergrund der immer intensiveren klimatischen Anforderungen an unsere Nutzpflanzen und weiteren Einschränkungen im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes zeigt die Entwicklung von SeedForward einen spannenden Lösungsweg auf“, zeigte sich Landrat Dr. Michael Lübbersmann bei einem Unternehmensbesuch überzeugt.

Doch wie funktioniert das? Der Schlüssel ist eine neu entwickelte Beschichtung des Saatguts, eine so genannte Beize. Damit ist es dem Team um die Firmengründer Jacob P. Bussmann und Jan Ritter gelungen, die Pflanzen in ihrer frühen Wachstumsphase mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen und sie gleichzeitig ohne klassische Chemie gegen Schädlinge zu schützen. Das Ergebnis: u.a schnellere und bessere Wurzelentwicklung und damit bis zu 60 Prozent erhöhte Wurzelbiomasse. „Wie jeder Heimgärtner weiß, ist die Wurzelbildung für die Pflanzenentwicklung enorm wichtig, denn über diese zieht die Pflanze dann im weiteren Wachstumsprozess die nötigen Nährstoffe aus dem Boden“, erläuterte Bussmann das Wirkprinzip der innovativen Beize. Indem man  dem Samen über die Beize direkt einen optimalen Nährstoffmix mit in die Keimung gebe, könnten sich die Pflanzen von Beginn an gut entwickeln. Gleichzeitig werde bis zu 50 Prozent Unterfußdünger eingespart, was rund drei bis vier Kubikmetern Gülle entspräche.

Ein Konzept, das im Laufe seiner Entwicklung unterschiedlichste Partner überzeugte und neben viel Lob auch Unterstützung, Förderung und Prämierung mit sich brachte. So zum Beispiel jüngst die Auszeichnung des Unternehmens mit dem Innovationspreis Niedersachsen in der Kategorie Wirtschaft. Auch die Europäische Union, das Land Niedersachsen, die Aloys und Brigitte Coppenrath Stiftung und der Landkreis Osnabrück förderten das Unternehmen bei seiner Entwicklung. SeedForward durchlief dabei auch die regionalen Unterstützungseinrichtungen wie das auf Gründungen in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft spezialisierte Seedhouse und hat heute seine Büroräume im gemeinsam von Landkreis und Stadt betriebenen InnovationsCentrum in Osnabrück.

„Das Beispiel SeedForward zeigt einmal mehr, wie vielseitig und innovativ die regionalen Unternehmen der Bioökonomie sind“, zeigte sich Landkreis-Chefwirtschaftsförderer Siegfried Averhage von der WIGOS überzeugt. Neben international bekannten Namen wie Amazone, Claas, Kotte oder Grimme gebe es auch zahlreiche kleinere Firmen, die auf ihrem Gebiet zu den Spitzenakteuren gehörten.

An die Spitze will auch das Unternehmen SeedForward. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. „Wir haben mit der Beize ein zukunftsfähiges Produkt entwickelt, das seine Vorteile gegenüber herkömmlichen Angeboten bereits in Feldversuchen bewiesen hat“, erläutert Jan Großterlinden, in dessen Saatgutproduktion in Bramsche die SeedForward-Beize aktuell verarbeitet wird. Es gelte, die aktuell große Nachfrage weiter auszubauen und sich schnell am Markt zu etablieren. Dazu beitragen dürfte auch, dass „Freya“ im Gegensatz zu anderen Produkten mit ökologischem Ansatz auch preislich mit den herkömmlichen chemischen Beizen mithalten kann. „Es geht auf vielen Feldern voran“, zeigt sich Großterlinden überzeugt. Neben der aktuellen Patentprüfung von rund 25 Bestandteilen der SeedForward-Beize weite man die Anwendungsgebiete des Produkts kontinuierlich aus. Während „Freya“ bisher vor allem unter dem Namen „Maisguard“ für die Maissaat genutzt wird, sollen künftig auch Getreide und Gemüse in den Fokus der Unternehmensaktivitäten genommen werden. „Versuche zeigen, dass wir beispielsweise bei Rote Beeten die Keimzeit um 50 Prozent reduzieren können.“ 

Da ist es kein Wunder, dass das Unternehmen auch räumlich expandieren will: „Zu diesem Zweck haben wir eine Halle in Alfhausen angemietet, die aktuell für Produktionszwecke umgebaut wird“, erläutert Heiner Steinbrink, COO von SeedForward. Mit dieser sei man auch für das Wachstum der kommenden Jahre gut gerüstet.

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