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Wie „stillfreundlich“ ist die Region?

24.09.2019 Fachveranstaltung zum Thema fand im Kreishaus Osnabrück statt

Osnabrück. 87 Prozent der Mütter beginnen mit dem Stillen ihrer Kinder, aber nur 12,5 Prozent tun dies über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten: Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. Dabei ist allgemein bekannt, wie wichtig Muttermilch für Babys ist. Allerdings: Mitunter sind es die Rahmenbedingungen, die es Müttern erschweren, ihre Kinder länger zu stillen. Im Kreishaus Osnabrück beschäftigte sich nun eine Fachveranstaltung mit der Frage, was in der Region getan werden kann, um Mütter zu unterstützen. Titel: „Stillen – ein Gewinn fürs Leben! Wie stillfreundlich sind wir?“

Was kann die Region tun, um es Müttern zu erleichtern, ihre Kinder länger zu stillen? Mit dieser Frage befasste sich eine Fachveranstaltung im Kreishaus Osnabrück. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehörten (von links): Nicola Enders, Brigitte Sindt, Miriam Wanzelius, Katja Plietz, Manuela Kastens, Annette Barth, Cornelia Witte, Christan Schuldt, Silvy Engstfeld, Manuela Raddatz, Hedwig Tasche, Yves Garnier, Julia Yassin, Nicole Pottharst und Minaz Khalaf.

Die Veranstaltung richtete sich an Fachkräfte und Interessierte, die mit den Themen rund ums Stillen in Berührung kommen. Organisiert wurde sie vom Netzwerk frühkindliche Ernährung aus der Gesundheitsregion von Landkreis und Stadt Osnabrück. Aufgegliedert war der Tag in Impulsvorträge und Workshops.

Weltweit ist das Stillen als wesentliche Präventionsmaßnahme zur Sicherung der Gesundheit von Müttern und Kindern anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert daher, dass Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich und bis zum zweiten Lebensjahr parallel zur Einführung von Beikost, gestillt werden. Auch Hedwig Tasche (Kinder- und Jugendgesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück) betonte nach ihrer Begrüßung die Wichtigkeit des Stillens und wies darauf hin, dass auch die Mutter-Kind-Bindung sich dadurch um ein Vielfaches verstärke.

Die Gesundheitswissenschaftlerin Manuela Raddatz (Universität Witten/Herdecke) verdeutlichte in ihrem Vortrag, dass das Stillen ein gesellschaftlich relevantes Thema sei, denn auch heute noch hätten elf Prozent der Bevölkerung ein Problem damit, stillenden Müttern in der Öffentlichkeit zu begegnen. „Es ist an der Zeit, dass das Stillen zur Norm wird und wir eine stillfreundliche Gesellschaft werden“, sagte Raddatz.

In weiteren Impulsvorträgen beschäftigten sich Experten mit der Frage, wie stillfreundlich die Region ist. Zu dieser Frage lieferten Yves Garnier (Chefarzt der Frauenklinik Osnabrück), Nicola Enders (Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin), Katja Plietz und Annette Barth (Familiencoach, Kinderkrankenschwester, Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen), Hebamme Sylvie Engstfeld und Apothekerin Cornelia Witte Beiträge. „Das Stillen ist kein Selbstläufer. Mütter benötigen eine kontinuierliche Unterstützung in der Stillzeit, die über den Krankenhausaufenthalt hinausgeht“, sagte Barth.

In anschließenden Workshops konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander austauschen und diskutieren. „Eine stillfreundliche Gesellschaft kann dann erreicht werden, wenn die beteiligten Akteure miteinander in Kontakt treten und ein interdisziplinärer Austausch stattfindet, die Fachveranstaltung bietet genau hierfür eine Plattform“, betonte Nicole Pottharst vom Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück. Die Veranstaltung zeigte: In einigen Bereichen wurden bereits gute Rahmenbedingungen für das Stillen geschaffen, die Stillförderung in Deutschland ist aber noch lange nicht am Ende.

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