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Damals nicht, jetzt nicht, niemals!

28.11.2019 Internationale Kunstschau ab dem 30. November 2019 in Museum und Park Kalkriese

Bramsche/Kalkriese. 31 Kunstobjekte zum Thema Krieg und Frieden von Kapoor, Boltanski, Uecker, McCracken und vielen weiteren namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt in Kalkriese zu sehen – Ein Jahrhundert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzen Künstlerinnen und Künstler in der Sonderausstellung „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“ ein Zeichen. Zu sehen ist die Ausstellung, die sich als mobiles Mahnmal für den Frieden versteht, vom 30. November 2019 bis zum 16. Februar 2020 in Museum und Park Kalkriese. „Für uns als Schauplatz einer antiken Schlacht ist es zugleich naheliegend wie auch geboten, das Thema Frieden immer wieder aufzugreifen. Die Ausstellung ist ein temporäres Anti-Kriegs-Mahnmal und damit eine Facette von gelebter Friedensarbeit, die gut in unsere Region hineinpasst“, so Dr. Joseph Rottmann, Varusschlacht im Osnabrücker Land.

In der Ausstellung am Kunstwerk von Günther Uecker: (v.l.) Dr. Joseph Rottmann, Geschäftsführer Varusschlacht im Osnabrücker Land, Kreisrat Matthias Selle, Landkreis Osnabrück, Till Breckner, Art und Culture International, Künstler Volker-Johannes Trieb, Ideengeber, und Dr. Heidrun Derks, Museumsleiterin Varusschlacht im Osnabrücker Land.

Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Im Wald von Compiègne wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Von Januar 1919 bis August 1920 wurden, u.a. in Versailles bei Paris, Friedensverträge geschlossen. 100 Jahre später beziehen Künstlerinnen und Künstler Stellung. Im Rahmen von „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“ sind 31 symbolhafte Friedenszeichen – gestaltet von Künstlerinnen und Künstlern aus den 31 Staaten, die am Ersten Weltkrieg militärisch beteiligt waren – entstanden. 29 Staaten hatten die Pariser Vorortverträge unterzeichnet, Russland und die Ukraine hatten bereits zuvor Separatfrieden geschlossen. Initiator ist der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb: „In letzter Konsequenz geht es der Kunst, der wahren Kunst, um ein friedliches Miteinander". Er erwarb aus einem Frontabschnitt im Elsass rund 65 Tonnen Eichenholz und verwendete es in zahlreichen Kunstaktionen. Um seine Friedensmission weiterzutragen, stellte er 31 Quader davon zur Verfügung. Granatsplitter und Geschosse haben die Maserung „verletzt“, Metall hat in Reaktion mit der Gerbsäure der Eiche das Holz verfärbt. Das Holz ist vom Krieg gezeichnet und Relikt und Zeitzeuge. Der Ausstellungstitel geht zurück auf das Buch „Toen niet, nu niet, nooit“ der niederländischen Bildhauerin und Widerstandskämpferin Truus Menger-Oversteegen. Das Projekt wurde durch eine breite Unterstützung aus der Friedensregion Osnabrück möglich. „Ich freue mich sehr, dass nach der großartigen Präsentation im Berliner Reichstag diese außergewöhnliche und künstlerisch hochkarätige Ausstellung nun im Museum in Bramsche-Kalkriese zu sehen ist. Durch dieses internationale Kunstprojekt wird der Friedensgedanke des Osnabrücker Landes dank des Initiators Volker-Johannes Trieb und insbesondere dank der immensen finanziellen Unterstützung durch die heimische Wirtschaft anschließend noch weitergetragen ins UN-Hauptquartier nach New York und ins Europaparlament nach Brüssel“, so Kreisrat Matthias Selle, Landkreis Osnabrück.  

International renommierte Künstlerinnen und Künstler folgten dem Appell von Volker-Johannes Trieb, sie zu Zeichen des Friedens werden zu lassen. „Die Beteiligung von 31 der weltweit bedeutendsten Künstler an dem Projekt zeigt die überragende Bedeutung des Kampfes für den Frieden in der heutigen Zeit. Die seismographische Empfindungsfähigkeit der Künstler für die großen Themen hilft uns, deren Bedeutung besser zu verstehen. Deshalb ist das Projekt „1914/1918 Not then, not now, not ever!“ ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung hin zu einem friedlichen Zusammenleben auf der ganzen Welt.“, so Till Breckner, Art und Culture International. Die Künstlerinnen und Künstler schufen Werke, die an das Unsägliche erinnern und ein Zeichen setzen gegen die Gewalt. Aus den ursprünglich einheitlichen Blöcken sind dabei 31 ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden. So wird das Holz mit Text gestaltet, als „Leinwand“ bemalt oder als Skulptur in eine Kiste gelegt. Der neuseeländische Künstler David McCracken hat den Quader zu Holzwolle verarbeitet und eine bombenförmige Skulptur darauf gebettet. In einer hölzernen Transportkiste verstaut, wirkt die Bombe wie ein handelsüblicher Gegenstand, der über eine weite Strecke transportiert wird. Jana Želibskás (Tschechien) Skulpturengruppe unter Plexiglas vereint verdörrtes Holz, Rabenfiguren und einen metallenen Totenschädel zu einer Allegorie auf den Tod. Jean Boghossian (Armenien) hat den Block in zwei Hälften getrennt, die sich konträr, aber auch passend gegenüberstehen: „Diese beiden Welten haben die Möglichkeit, sich perfekt anzupassen, um eine Welt der Harmonie und des Friedens zu bilden. Getrennt präsentiert und einander gegenübergestellt, beobachten sich diese Welten gegenseitig, aber da ihre Kanten bedrohlich erscheinen, rufen sie die Prämissen von Aggression und Konflikt hervor.“

In Kalkriese wird die Ausstellung erweitert: Eine Informationsinsel führt in die Thematik ein und eröffnet dem Betrachter einen Überblick zu den Ereignissen des ersten Weltkrieges. Informationsblätter beleuchten schlaglichtartig die Rolle der am Ersten Weltkrieg beteiligten Staaten. Eine Chronologie der Ereignisse gibt einen Überblick über den Verlauf und eine Weltkarte verortet die kriegsbeteiligten Nationen. Die Sonderausstellung „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“ wird in Kalkriese begleitet von Führungen und Angeboten für Schulklassen. An Sonn- und Feiertagen findet jeweils um 14:00 Uhr die öffentliche Führung „Ein Holzquader, 31 Kunstwerke, 31 Geschichten“ statt. Zusätzlich führt der Ideengeber und Künstler Volker-Johannes Trieb an zwei Sonntagen im Januar und im Februar (5. und 19.01, sowie 2. und 16. Februar 2020) dialogisch durch die Ausstellung. Für Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 7 wird eine 60-minütige Führung angeboten. Darüber hinaus haben Schulen die Möglichkeit die Führung mit einem praktisch-künstlerischen Teil zu erweitern. Nach einer Führung gestalten die Schüler ihre eigenen Friedenswürfel. „Für uns als Ort außerschulischer Bildung ist es ein Anliegen dieses Thema auch für junge Menschen aufzubereiten. Mit dem Angebot für Schulklassen bietet sich für Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück die Möglichkeit, den Ersten Weltkrieg über einen geschichtlichen als auch künstlerischen Ansatz aufzubereiten“, so Dr. Joseph Rottmann. Buchungen und Anfragen werden im Varusschlacht-Museum unter Tel. 05468 9204-200 entgegengenommen.

Zu sehen war die Ausstellung, vor der Station in Kalkriese, bereits im Deutschen Bundestag in Berlin. Demnächst wird sie im UN-Hauptquartier in New York City zu sehen sein. „Damals nicht, jetzt nicht niemals!“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Initiators und Künstlers Volker-Johannes Trieb mit dem Landkreis Osnabrück und der Art & Culture International gemeinnützige GmbH, in Kooperation mit dem Kurator Mattijs Visser und Andreas Brenne, Universität Osnabrück sowie Jost von Papen, Hochschule Osnabrück. In Kalkriese wurde die Ausstellung von Museumsleiterin Dr. Heidrun Derks kuratiert. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Projekts unter www.friedensprojekt.com abrufbar. Die Sonderausstellung in Kalkriese wird gefördert durch die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück und den Landkreis Osnabrück. Weitere Informationen zur Ausstellung in Kalkriese, Führung und Veranstaltung sind auf www.kalkriese-varusschlacht.de bereitgestellt.

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