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47 Kinder aus griechischen Lagern werden auf neun Bundesländer verteilt

04.05.2020 13 bleiben in Niedersachsen

Bad Essen. Start in eine sichere Zukunft: Die 47 unbegleiteten minderjährigen Kinder und Jugendlichen aus Afghanistan, Eritrea und Syrien, die aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln kommen und die ihre Quarantäne in Bad Essen im Landkreis Osnabrück verlebt haben, werden in dieser Woche auf neun verschiedene Bundesländer verteilt. Um die Kinder zu verabschieden und sich bei den Betreuern vor Ort zu bedanken, haben der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, die Osnabrücker Landrätin Anna Kebschull und Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer das Haus Sonnenwinkel in Trägerschaft des Verbunds sozialer Dienste (VSD) besucht.

Abschied nach Quarantäne: Die Osnabrücker Landrätin Anna Kebschull und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius haben die 47 unbegleiteten Kinder im Haus Sonnenwinkel in Bad Essen verabschiedet, die nach ihrer Quarantäne jetzt auf verschiedene Bundesländer verteilt werden.

Gleich zu Beginn hatte VSD-Geschäftsführer Tim Ellmer eine gute Nachricht für die Gäste: Alle Kinder seien zum Ende der Quarantäne negativ auf Covid 19 getestet worden und könnten somit die Reise zu ihren neuen Wohnorten gesund antreten. Innenminister Pistorius, der nach einem Besuch im völlig überfüllten Flüchtlingslager im griechischen Moria bereits im November 2019 die Initiative zum Ausfliegen der Kinder nach Deutschland angestoßen hatte, bedankte sich beim Landkreis Osnabrück und dem VSD-Geschäftsführer für die professionelle Betreuung der Kinder, die bis auf drei Ausnahmen unter 14 Jahre alt sind: „Ich bin sehr froh zu sehen, dass die Kinder ihre ersten Tage in Niedersachsen so behütet und professionell betreut verbringen konnten. Ich danke dem Landkreis Osnabrück und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bad Essen für ihr großartiges Engagement in den vergangenen zwei Wochen. Sie haben von null auf hundert hervorragende Arbeit geleistet.“

Landrätin Anna Kebschull betonte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, durch die es gelungen sei, während der zweiwöchigen Quarantäne jeden Wirbel und jede unnötige Aufregung von den Kindern fernzuhalten: „Nach dem, was diese sehr jungen Menschen auf der Flucht und im Lager durchgemacht haben, waren uns das sichere Ankommen und die erste Verarbeitung der Erlebnisse mit professioneller Hilfe ganz wichtig.“ Kebschull verwies weiter darauf, dass knapp die Hälfte der Kinder bereits Familienmitglieder in Deutschland habe und auch während der Quarantäne in Kontakt mit diesen Verwandten gestanden habe: „In diesen Fällen gibt es nun einen hoffentlich reibungslosen Übergang.“

In dieser Woche werden 18 unbegleitete Minderjährige zu ihren Verwandten in folgende Bundesländer gebracht: Baden-Württemberg vier Kinder, Bayern zwei Kinder, Hessen sechs Kinder, Nordrhein-Westfalen zwei Kinder, Schleswig-Holstein zwei Kinder und Sachsen-Anhalt ebenfalls zwei Kinder. Von den übrigen Kindern bleiben 13 in Niedersachsen, acht werden in Berlin und ebenfalls acht in Hamburg untergebracht. Von den Kindern, die in Niedersachsen bleiben, kommt ein Kind in die Region Osnabrück. Die anderen werden von den Jugendämtern der Stadt und der Region Hannover, der Stadt Braunschweig, des Landkreises Friesland und der Hansestadt Lüneburg aufgenommen.

Landrätin Kebschull betonte bei der Verabschiedung der jungen Menschen das besondere Engagement ihres Teams: „Jedes Kind, das nicht vom neu zuständigen Jugendamt abgeholt werden kann, wird von einem unserer Mitarbeiter persönlich mit dem Auto oder mit der Bahn in den neuen Wohnort gebracht.“ Zuvor hatte das Jugendamt des Landkreises Osnabrück nach ihren Worten jedes Kind nach seinen Wünschen und gewachsenen sozialen Bindungen gefragt, auf diese Weise die persönlich beste Lösung entwickelt und dann Kontakt zu den Familien der Kinder, zu Gast- und Pflegefamilien oder anderen Einrichtungen aufgenommen. „Dabei freuen wir uns sehr, dass wir jedem Wunsch gerecht werden konnten und dass auch die Behörden auf Landes- und Bundesebene allen unseren Empfehlungen gefolgt sind“, so Kebschull.

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