Die Klimainitiative

Die Klimainitiative des Landkreises Osnabrück ist im Referat für Strategische Planung angesiedelt und der Landrätin unmittelbar unterstellt. Das Team ist seit 2010 aktiv und kümmert sich um alle wesentlichen Themen, die mit dem Klimawandel zu tun haben.

Die Klimainitiative

Das ist vor allem der KLIMASCHUTZ, bei dem es darum geht, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Aber auch die ANPASSUNG an die Folgen des Klimawandels wird hier behandelt.

Ob bei der Energieerzeugung (z.B. Solarenergie oder Windkraft), bei der Einsparung von Energie (durch die Sanierung von Gebäuden oder den Austausch alter Geräte) oder beim Umbau der Mobilität (z.B. durch E-Autos oder den Ausbau von Radverkehr und ÖPNV): Es gibt viele Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Das Klimateam bietet hier konkrete Hilfen für klimabewusste Bürger*innen an, vernetzt regionale Akteure miteinander, erarbeitet Konzepte oder koordiniert und begleitet Studien zum Klimaschutz. Daneben werden alle Aktivitäten der Kreisverwaltung selbst hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Klima beleuchtet.

Bei der Klimafolgenanpassung steht die Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen und externen Institutionen im Mittelpunkt, die eigene Beiträge dazu leisten, den Landkreis widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel zu machen.

Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit und findet auf regionaler Ebene statt. Eine nachhaltige CO2-Reduktion lässt sich jedoch nicht allein mit Klimaschutz-Aktivitäten der Kreisverwaltung  erzielen. Die Verbesserung der Energieeffizienz und die Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien kann nur gemeinsam mit den wichtigen regionalen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Energieversorgung und Multiplikatoren der Region Osnabrück erreicht werden.


Aus diesem Grund wurde zwischen Mai 2009 und Oktober 2010 ein integriertes Klimaschutzkonzept für den Landkreis erarbeitet. Das Konzept, das vom Planungsbüro Graw und dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien e.V. (deENet) erarbeitet wurde, ist eine Gesamtstrategie für den Klimaschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung. Es  wurde mit Finanzmitteln in Höhe von 240.000 € von der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept beinhaltet:

  • die Entwicklung einer fortschreibbaren CO2-Bilanz.
  • eine Abschätzung der regionalen Potentiale in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeinsparung. Aufbauend wird das wirtschaftliche Potential des Sektors dargestellt.
  • ein Leitbild und ein Energieszenario für die Entwicklung bis zum Jahr 2050.
  • 43 konkrete Maßnahmen zur Erschließung der Potentiale. Sie wurden auf Basis von Ideen zahlreicher Unternehmen, Organisationen und Bewohner der Region entwickelt. 

Auf Grundlage des Klimaschutzkonzepts hat der Kreistag im Dezember 2011 verschiedene Projekte zur Energie- und Klimapolitik beschlossen. Sie sollen dazu beitragen, die Versorgung mit 100% Strom aus erneuerbaren Energiequellen bis 2030 und die Versorgung mit 100% regenerativ erzeugter Wärme  bis 2050 zu decken. Verantwortlich für ihre Umsetzung  sind die Klimaschutzmanager Timo Kluttig und Sophie Rotter. Sie werden  zu 65% der Gesamtprojektkosten vom BMU gefördert. Zu ihren Projekten zählen u.a. das kreisweite Solardachkataster, ein Internetportal zur Energetischen Gebäudesanierung sowie das Klimasparbuch. 

Der Landkreis Osnabrück ist eine von bundesweit 19 Kommunen, die im Rahmen des Pilotprojekts  „Masterplan 100% Klimaschutz" für 4 Jahre eine Förderung des Bundesumweltministeriums (BMU) erhalten. Ziel ist die Entwicklung einer Strategie zur Reduktion der Treibhausgase im Landkreis Osnabrück um 95 % bis zum Jahr 2050. Das Vorhaben soll also prüfen, ob und wie die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung konkret in einer Region umsetzbar sind.

Neben dem Landkreis Osnabrück nehmen folgende Kommunen am Programm teil: Bensheim, Burbach, Enkenbach-Alsenborn, Flensburg, Frankfurt am Main, Göttingen, Region Hannover, Heidelberg, Herten, Kempten, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Nalbach, Neumarkt in der Oberpfalz, Stadt Osnabrück, Rheine, Rostock, Sankt Ingbert, Landkreis Steinfurt.

Der Masterplan unterstützt die teilnehmenden Kommunen bei der Erstellung eines Prozessmanagements zur kurz-, mittel- und langfristigen Realisierung ökologisch und ökonomisch sinnvoller Maßnahmen. Zusammen mit seinen „Nachbarn“ aus Steinfurt, Rheine und der Stadt Osnabrück bildet der Landkreis die Modellregion 100% Klimaschutz, in der eine enge Kooperation stattfindet.   

Das Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“ baut auf den Erfahrungen und Analysen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept auf. Das Gesamtvorhaben ist in zwei Phasen gegliedert: Bis Dezember 2013 wird ein umfassender Masterplan erstellt, der die Möglichkeiten und Szenarien zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen darstellt. Ab Januar 2014 bis Juni 2016 sollen konkrete Projekte umgesetzt und ein langfristiges Klimaschutz-Monitoring aufgebaut werden.

Die Masterplan-Inhalte lassen sich folgenden Fachmodulen zuordnen, die im Rahmen von Aufträgen in Universitäten, Instituten oder Ingenieurbüros bearbeitet werden:

  • Energieszenarien und C02-Bilanzen
  • Erstellung eines Masterplans 100% Klimaschutz im Landkreis Osnabrück (Gesamtwerk)
  • Potenziale zu C02-Senken im Ökosystem
  • Studie zum Bereich der „Umweltwärme“
  • Emissionen von Verkehr, Landwirtschaft und Industrie
  • Auswirkungen auf Regionale Wertschöpfung
  • Stromsystem der Zukunft
  • Nachhaltige Lebensstile im ländlichen Raum

Der Masterplan-Prozess steht für einen integrierten gesellschaftlichen Ansatz. Ohne die Mitwirkung von privaten Akteuren, Unternehmen, Wissenschaftlern, Energieversorgern, Vereinen und Multiplikatoren des gesellschaftlichen Lebens ist eine Umsetzung nicht möglich. Schließlich lässt sich der Ausstoß klimaschädlicher Gase nur durch gemeinsames Handeln verringern. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, findet ein Aufbau von Strukturen und Partizipationsmöglichkeiten statt. Gemeinsam mit allen Beteiligten soll die Umstellung der Energieversorgung und Wirtschaftskreisläufe strategisch und lösungsorientiert  „vom Ziel her“ diskutiert und geplant werden. Auch bei allen inhaltlichen Arbeiten ist die Mitarbeit von Institutionen und Experten aus der Region notwendig und erwünscht!

Der Masterplan wird mit einer 80%igen Förderung der Gesamtprojektkosten (711.349 €) aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) finanziert. Das Projekt wird vom Projektträger Jülich betreut (Förderkennzeichen: 03KSP003). Grundlage bildet die Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen (kurz: „Kommunalrichtlinie“) Zahlreiche interessante Links zur bundesweiten Szene des kommunalen Klimaschutzes sowie zum Masterplan finden sich auf der Seite des Service-Zentrums für kommunalen Klimaschutz.

Der Landkreis Osnabrück möchte durch die  Verringerung des CO2-Ausstoßes seiner Liegenschaften eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Im Rahmen der Klimainitiative und des integrierten Klimaschutzkonzepts wurde ein Teilkonzept für den öffentlichen Gebäudebestand (345-01 SLOA) entwickelt, das u.a. öffentliche Grundschulen und Kindergärten der Region erfasst. Das zu 50% BMU-geförderte Klimaschutzteilkonzept (Förderkennzeichen: 03KS1712) vervollständigt dieses Bild. Es konzentriert sich überwiegend auf die weiterführenden Schulen in der Region. Ziel des Klimaschutzteilkonzepts ist die Realisierung eines auf die Liegenschaften des Landkreises Osnabrück zugeschnittenen, handlungsorientierten Klimaschutzmanagements.

Das Konzept wurde in einem Zeitraum von 18 Monaten (01.09.2011 -28.02.2013) unter Federführung des Fachdienstes Schulen, durch das Planungsbüro Graw  entwickelt. Es umfasst 39 Liegenschaften, die vergleichend analysiert und ausgewertet wurden.

Die Grundlage für die Ergebnisse bilden 3 Bausteine:

  • Das Klimaschutz-Management mit Basisdatenbewertung der 39 Liegenschaften sowie  Organisations- und Controlling-Konzept .
  • Die Gebäudebewertung, bei der unterschiedliche Sanierungsoptionen erfasst und Empfehlungen für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen entwickelt wurden. Ergänzend wurden die Maßnahmen in Bezug auf ihre Wirtschaftlichkeit bewertet.  
  • Feinanalysen zur Identifizierung von Schwachpunkten der Gebäude (u.a. thermografische Untersuchungen, Prüfung der Gebäudedichtheit, Heizungscheck, Brennwertcheck und Überprüfung der Lüftungsanlagen).

Als Ergebnis benennt das Konzept praxisorientierte Sanierungsmaßnahmen mit Empfehlungen für eine zeitnahe Umsetzung.

In diesem Jahr konnte mit der Sanierung der Lüftungsanlage für die Aula der BBS Osnabrück Brinkstraße ein weiterer Baustein innerhalb eines umfassenderen Sanierungskonzeptes fertiggestellt werden.

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits die Heizkörper, Lüftungskanäle, Luftauslässe und die Regelungstechnik saniert wurden, hat der Landkreis Osnabrück die Sanierung der Lüftungsanlage als förderfähiges Klimaschutzprojekt gestartet. In den Sommerferien 2016 wurde mit den Arbeiten im Keller der Aula begonnen. Ende 2016 folgte die Montage des zugehörigen Edelstahl-Außenluftturmes zur Luftansaugung, der aus hygienischen Gründen ebenfalls erneuert werden musste.

Bis zur endgültigen Fertigstellung, Einjustierung und Abnahme der Anlage vergingen weitere Wochen, so dass Anfang 2017 die Anlage, für die der Landkreis Osnabrück  ihren Dienst aufnehmen konnte. Von den Gesamtkosten für Außenluftturm und Lüftungsanlage (53.950,00 €) entfallen 39.950,00 € auf die förderfähigen Lüftungsanlage.

Hierfür erhält der Landkreis Osnabrück auf einen entsprechenden Antrag vom Projektträger Jülich Fördermittel im Auftrag des Bundesumweltministeriums in Höhe von 9.987,00 €.

Der Austausch der Lüftungsanlage führt zu einer jährlichen Stromeinsparung von 13.625 KWh. Das entspricht einer Verringerung um 74 % des Stromverbrauchs im Vergleich zur  Altanlage aus dem Jahr 1985. Über die gesamte Lebensdauer von 20 Jahren werden außerdem 160,78 Tonnen CO2 weniger erzeugt werden.

Das Gymnasium Oesede kann sich jetzt über eine umweltfreundliche und sparsame Wärmeversorgung für ihre Sporthalle freuen.

Bisher erfolgte die Beheizung und Belüftung über eine Lüftungsanlage aus dem Jahr 1969, die aus heutiger Sicht unwirtschaftlich und auf Grund des sehr hohen Stromverbrauches teuer war. Im Zuge der energetischen Sanierung wurde umgestellt auf Beheizung über eine Deckenheizung, die über Rohrleitungen mit erwärmtem Heizungswasser gespeist wird. Die Aufgabe der neuen Lüftungsanlage beschränkt sich auf die Versorgung der Sporthalle mit ausreichender Frischluft für gleichbleibende Luftqualität.

Die Gesamtmaßnahme umfasste den Austausch der Lüftungsanlage einschließlich der Sanierung der Kanäle, Luftauslässe und Regelung sowie den Einbau der Deckenheizung.

Der überwiegende Teil der Arbeiten wurde seit dem letzten Sommer jeweils in den Ferien durchgeführt. Da diese Zeit für die umfangreichen Veränderungen nicht reichte, konnten Arbeiten während der Schulzeit nicht ganz vermieden werden. Mit den letzten Regelungsarbeiten fand die Maßnahme im Juni 2017 ihren Abschluss.

Durch die energetische Sanierung der Altanlage kann der Landkreis Osnabrück eine jährliche Stromleistung von 13.625 KWh bzw. 74 % des bisherigen Verbrauchs einsparen. Die neue Anlage wird außerdem in den kommenden 20 Jahren insgesamt 160,78 Tonnen CO2 weniger ausstoßen.

Aus der Gesamtmaßnahme ist der Austausch der Lüftungsgeräte mit einem Gesamtbetrag von 39.950,00 € als Klimaschutzprojekt förderfähig. Hierfür erhält der Landkreis Osnabrück auf einen entsprechenden Antrag vom Projektträger Jülich Fördermittel im Auftrag des Bundesumweltministeriums in Höhe von 9.987,00 €. 

Kontakt

Referat für Strategische Planung

Klimainitiative im Landkreis Osnabrück

Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Deutschland

Montag bis Freitag
8 bis 13 Uhr
Donnerstag
8 bis 17:30 Uhr

Imagefilm Klimainitiative

Imagefilm der Klimainitiative 

Blog der Klimainitiative

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