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Masterplan 100% Klimaschutz

Der Landkreis Osnabrück beteiligt sich gemeinsam mit seinen Nachbarn der Stadt Osnabrück, dem Kreis Steinfurt und der Stadt Rheine an dem BMUB-Programm „Masterplan 100% Klimaschutz“.  Dieses Modellvorhaben fördert Kommunen in ganz Deutschland, die die neue Disziplin „Kommunaler Klimaschutz“ in besonderer Weise ausüben. Das BMUB fördert deutschlandweit mehr als 100 Kommunen z.B. bei der Beschäftigung von Klimamanagern. Nur 19 Kommunen machen davon im Masterplan-Programm mit. Wir sind stolz darauf zu diesem Kreis zu gehören und fassen die Teilnahme als Herausforderung und Chance auf.

Das Masterplan-Programm hat viele Facetten und fügt sich in die Klimaschutzziele des Bundes ein: Ambitionierte Ziele, ein wissenschaftlicher Anspruch, deutschlandweite Vernetzung, die Schaffung von speziellen Gremien zum Klimaschutz, eine konkrete Umsetzungsorientierung sind beispielsweise Forderungen an die Teilnehmer. Der Masterplan ist also kein „Projekt“ oder „Bericht“ sondern ein Prozess. Klimaschutz ist eine Aufgabe, die von allen Anstrengungen erfordert. An dieser Stellen werden fortlaufend wichtige Aspekte und Elemente kurz beschrieben; es werden Zwischenergebnisse und Berichte bereitgestellt, die den Gesamtprozess darstellen.

Das Angebot wird nach und nach ausgebaut, denn im Masterplan-Prozess wurden mehr als 1.000 Seiten Ergebnisse und Protokolle erstellt. 

"Kommunen machen Klimaschutz"

Der „Masterplan 100% Klimaschutz“ des Landkreises Osnabrück zeigt eine Entwicklung auf, die als Leitbild für die ganze Region verstanden werden soll. Diese Vision kann nur verwirklicht werden, wenn sie auf verschiedenen Ebenen verfeinert wird und in konkrete Projekte mündet.

Daher ist es notwendig und folgerichtet, dass auf allen Ebenen Klimaschutzstrategien entwickelt werden. Dies betrifft auch die Kommunen im Landkreis Osnabrück, die bereits mit vielen Projekten und Maßnahmen erfolgreich sind.

Eine Besonderheit nehmen hier die fünf Kommunen ein, die wie auch der Landkreis Osnabrück, ein integriertes Klimaschutzkonzept entwickelt haben. In Bissendorf, Melle, Bad Rothenfelde, Dissen und Wallenhorst wird bereits an der Umsetzung der Konzepte gearbeitet, die im Verlauf der letzten Jahre parallel zum Masterplan erarbeitet wurden.

Aber auch in vielen anderen Kommunen wie Bohmte, Georgsmarienhütte und Bersenbrück werden vielfältige Lösungen entwickelt, die den Geist des Masterplans 100% Klimaschutz atmen („Klimaschutzpioniere“). Die Familie des kommunalen Klimaschutzes trifft sich mindestens zweimal im Jahr beim sogenannten „Vernetzungstreffen kommunaler Klimaschutz“, das vom Landkreis Osnabrück organisiert wird.

Die Kooperation wird in den nächsten Monaten weiter ausgebaut, wenn die Umsetzungsmanager in den Kommunen die Arbeit aufnehmen. Bereits heute legt die Klimainitiative Wert darauf, Präsenz in den Kommunen zu zeigen, so sind viele Aktionen wie „Richtig heizen mit Holz“ oder die „LED-Tauschtage“ als Roadhow konzipiert. Sie „touren“ durch die Kommunen des Landkreises Osnabrück.

Das Bundesministerium für Umwelt hat auch in diesem Jahr innerhalb der sogenannten „Kommunalrichtlinie“ zahlreiche Fördermöglichkeiten für Kommunen aufgelegt.

Das Portal des Service und Kompetenz-Zentrums für kommunalen Klimaschutz informiert ausführlich und bundesweit über neueste Entwicklungen.

Abschlussbericht Phase 1

Vom Mai 2012 bis November 2013 wurde im Rahmen der Teilnahme am BMUB-Programm „Masterplan 100% Klimaschutz“  ein Prozess durchlaufen, der die Machbarkeit von Klimaneutralität im Landkreis Osnabrück untersuchen und die nächsten Umsetzungsschritte begründen sollte. Diese sogenannte „Phase 1“ des insgesamt 4-jährigen Programms war davon geprägt, die Grundlagen für die Umsetzung zu legen.

Inhaltlich  wurden verschiedene Studien und Fachmodule z.B. zu erneuerbaren Energien, regionaler Wertschöpfung oder nachhaltigem Konsum erarbeitet. Sie hatten das Ziel die Aussagen aus dem Klimaschutzknzept zu überarbeiten, zu aktualisieren zu ergänzen und zu komplettieren. Zum Teil wurden dabei auch völlig neue Sachverhalte mit in die Betrachtung aufgenommen. Zum Beispiel wurde erstmalig die Bedeutung der nicht-energetischen Emissionen zum Beispiel aus der Landwirtschaft im Landkreis untersucht.

Alle Ergebnisse wurden in einem Fahrplan zur Klimaneutralität (siehe Download PDF „Reduktionspfad Klimaneutralität) zusammengeführt. 

Weiterhin wurde in Phase 1 das Gerüst für eine erfolgreiche Implementierung  errichtet. Die Klimainitiative des Landkreises wurde neu organisiert, neue Gremien wurden geschaffen, neue  Kooperationen eingegangen und neue Netzwerke aufgebaut. Beide Prozesse, der Inhaltliche und die Institutionalisierung, werden in dem Abschlussbericht zum Masterplan beschrieben.

Hier werden in zitierfähiger Form die Berichte aus den Fachmodulen präsentiert und gleichzeitig eine inhaltliche Klammer für die Einzelergebnisse angeboten. Die Langfassung des Masterplans bietet somit eine Fülle von Fachinformationen, liefert aber auch Interpretationen und Einordnungen.

In Zukunft sollen die Ergebnisse zudem in anderer Form an verschiedene Zielgruppen kommuniziert werden (Zum Beispiel im Format „Klimaschutz kompakt“). Für Anfang 2015 ist eine ergänzte Fassung des Dokuments geplant, die Ergebnisse zum Bereich der Industrie werden derzeit überarbeitet. Eine Kurzfassung der Ergebnisse in Thesenformat finden Sie rechts als Download.

Bei Fragen und Anregungen steht Ihnen Cord Hoppenbrock (cord.hoppenbrock@lkos.de) zur Verfügung.

"Regionale Wertschöpfung und Regionalentwicklung"

Energiewende und Klimaschutz sind zentrale Aufgaben der Umweltpolitik, weltweit und regional. Gleichzeitig sind sie jedoch auch eine riesige Chance für die ökonomische Zukunftsfähigkeit der Region. Die Energiewende bedeutet mehr regionale Wertschöpfung, Wachstumsimpulse für traditionelle Branchen, Innovationen und eine spürbare Entlastung vom Kostenfaktor Energie. Bereits im Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2010 wurde ermittelt, dass die Chancen für den Landkreis Osnabrück besonders hoch sind. Der Ausbau zu einer 100% mit erneuerbaren Energien versorgten Region ist möglich, es gibt noch Potenziale z.B. für Wind aber auch bereits einen Grundstock: Im Landkreis Osnabrück wurden bereits über 8000 Photovoltaik-Anlagen errichtet. Allein diese Erträge übersteigen die Belastungen durch die EEG-Umlage bei weitem. Über 40.000 Haushalte heizen zum Teil mit Holz und setzen auf einen nachwachsenden Energieträger usw. 

Die Kosten für Energie betragen – auch aufgrund steigender Preise in den letzten Jahren – für Haushalte, Unternehmen, Landwirte und Kommunen im Landkreis circa. 1,1 Milliarden Euro. Wenn es gelingt einen Großteil davon in der Region zu halten, sind Klimaschutz und erneuerbare Energie ein riesiges Regionalentwicklungsprogramm. Um diese Chance zu nutzen muss insbesondere in den Bereichen Windenergie, Gebäudesanierung oder Elektromobilität noch viel erreicht werden. Im Masterplan-Dokument werden die regionalen Effekte aus der Transformation der Energiewirtschaft nachgerechnet. Etwa 400 Millionen Euro Wertschöpfung durch erneuerbare Energien halten wir für möglich. Energie wird dadurch nicht kostenlos, aber die Kosten bleiben im Landkreis. So werden langfristig alle von der Energiewende profitieren. Durch sinkende Preise, Strom vom Dach, Wartungsaufträge, Einsparungen (zum Beispiel durch Sanierungen oder LED-Lampen). Diese Effekte nicht nur zu messen und zu kommunizieren, sondern auch zu managen und zu verwirklichen ist die Aufgabe einer strategischen regionalen Energie- und Klimapolitik wie sie im Landkreis Osnabrück angestrebt wird.

Im Download-Bereich finden Sie einen Vortrag zum Thema „Regionale Wertschöpfung“. Sowohl im Klimaschutzkonzept als auch im Masterplan-Dokument finden Sie die entsprechenden Analysen und Zahlen.

Begleitforschung zur Klimainitiative im Landkreis Osnabrück

Die Osnabrücker Delegation bei dem Begleitforschungstreffen in Rostock.

Eine Besonderheit des Masterplan-Programms ist das Begleitvorhaben des Bundesumweltministeriums (BMUB), welches den Prozess der Erstellung und die Umsetzung von Klimaschutzstrategien in den 19 beteiligten Kommunen begleitet und analysiert. Im Auftrag des BMUBs erforschen das Ifeu-Institut, das Ecologic-Institut und das Adelphi-Institut die Aktivitäten der 19 Masterplanregionen in Deutschland.  Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden an das Ministerium zurückgespielt. Durch die sog. „Begleitforschung“ wird auch die Bedeutung der Masterplan-Kommunen als Modellregionen dokumentiert.

Das BMUB fördert bundesweit mittlerweile weit mehr als 100 Kommunen im Bereich des kommunalen Klimaschutz. Innerhalb der Begleitforschung wird erforscht welche Hemmnisse und Erfolgsfaktoren bestehen und welche Erfahrungen sich auch auf andere Kommunen übertragen lassen. Die Erfahrungen sind auch für die Weiterentwicklung der Förderinstrumente wichtig. Über die sog. Kommunalrichtlinie hat die Bundesregierung umfangreiche Fördermöglichkeiten geschaffen, auf die die Kommunen zurückgreifen können.    

Die Hauptinstrumente der Begleitforschung sind Interviews in den Regionen, regelmäßige schriftliche Befragungen und regelmäßige Arbeitstreffen, zu denen Vertreter aller 19 Masterplan-Regionen geladen werden. Seit Mitte 2012 fanden bereits zahlreiche Treffen statt, z.B. in Berlin, Göttingen, Hannover, Kempten, Rostock und Heidelberg. Dabei werden die aktuellen Themen des Masterplan-Programms offen und z.T. auch kontrovers diskutiert. Besonders wertvoll sind die Treffen weil neben den Vertretern der Kommunen auch Vertreter des Ministeriums, der Begleitforschung, des Projektträgers Jülich (PTJ) und des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) teilnehmen.

Vor Ort informieren sich die Klima-Manger auch über konkrete Projekte und innovative Ansätze z.B. in der Stadtentwicklung oder in der Kommunikationspolitik. Die jeweilige Gastgebergemeinde hat also auch jeweils die Chance, die eigenen Ansätze hervorzuheben und den Kollegen vorzustellen. Die Treffen zeigen stets aufs Neue, dass der eingeschlagene Weg im kommunalen Klimaschutz kein Selbstläufer ist. Trotz der hohen Förderung seitens des BMUBs bestehen auch weiterhin viele Herausforderungen, z.B. bei der Verstetigung der Projekte und Initiativen.

Die bundesweite Vernetzung hilft auch dem Klimateam im Landkreis Osnabrück um die „Kunstform Kommunaler Klimaschutz“ weiterzuentwickeln. So können wir jeweils von den besten Ansätzen profitieren.

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