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Willkommensbehörde

Aufenthalt zur Erwerbstätigkeit

Art und Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergeben sich aus den im Aufenthaltstitel vermerkten Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen). Arbeitsgenehmigungen (Arbeitserlaubnisse oder -berechtigungen) werden, seit in Kraft treten des Aufenthaltsgesetzes (01.01.2005), nicht mehr ausgestellt. Vorher ausgestellte Arbeitsgenehmigungen bleiben aber gültig. Erwerbstätigkeit ist die selbständige Tätigkeit und Beschäftigung.

Zu den gesetzlichen Bestimmungen

Weiterführende Informationen über Zugang und Zulassung zum deutschen Arbeitsmarkt befinden sich auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit. Hier steht auch ein Prüfprogramm zur Verfügung, mit dem eine Schnell-Prüfung zu den Möglichkeiten zur Arbeitsmarktzulassung durchgeführt werden kann („Migration Check").

Zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Unternehmens- oder Existenzgründung in der Region Osnabrück ist die Industrie- und Handelskammer. Informationen hierzu finden sich auch auf der Internetseite der Industrie- und Handelskammer.


Wichtiger Hinweis für Staatsangehörige der Europäischen Union!
Für freizügigkeitsberechtigte Staatsangehörige der Europäischen Union und deren Familienangehörige, die nicht aus einem Staat der Europäischen Union kommen, gelten Sonderregelungen.


Grundsätze für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
Ausländische Staatsangehörige dürfen eine Erwerbstätigkeit nur ausüben, wenn der Aufenthaltstitel sie dazu berechtigt. Sie dürfen nur beschäftigt oder mit anderen entgeltlichen Dienst- oder Werkleistungen beauftragt werden, wenn sie einen entsprechenden Aufenthaltstitel besitzen.

Wer im Bundesgebiet ausländische Staatsangehörige beschäftigt oder mit nachhaltigen entgeltlichen Dienst- oder Werkleistungen beauftragt, die auf Gewinnerzielung gerichtet sind, muss prüfen, ob die aufenthaltsrechtlichen Genehmigungen vorliegen.

Eine unerlaubte Beschäftigung kann strafrechtliche, unter Umständen auch aufenthaltsrechtliche Folgen haben. Berufs- oder gewerberechtliche Erlaubnisse oder Genehmigungen zur Ausübung bestimmter Erwerbstätigkeiten müssen unabhängig von der aufenthaltsrechtlichen Genehmigung eingeholt werden.

Zahlreiche Erleichterungen zum deutschen Arbeitsmarktzugang gibt es für Fachkräfte mit akademischer Qualifikation (Hochqualifizierte) über die „Blaue Karte EU“.

Blaue Karte EU

Bei der Blauen Karte EU handelt es sich um einen von einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union erteilten Aufenthaltstitel zum Zwecke der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in dem jeweiligen Mitgliedsstaat für Angehörige von Drittstaaten.

Die Blaue Karte EU soll insbesondere hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen den Aufenthalt in der Europäischen Union ermöglichen, um dem künftig erwarteten oder bereits bestehenden Mangel an Fachkräften in vielen Beschäftigungssektoren zu begegnen.

In Deutschland ist die Blaue Karte EU der zentrale Aufenthaltstitel für akademische Fachkräfte aus dem Ausland. Sie wird in einem vereinfachten Verfahren ohne Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit erteilt. Voraussetzungen sind:

  • ein Nachweis über einen deutschen, einen anerkannten ausländischen oder einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss
  • eine Gehaltsmindestgrenze von 49.600 Euro (Stand 2016) muss eingehalten werden.

In sogenannten Mangelberufen, in denen es in Deutschland eine hohe Anzahl unbesetzter Stellen gibt, liegt die Gehaltsuntergrenze bei 38.688 Euro (Stand 2016). Dies gilt zum Beispiel für Ärztinnen oder Ärzte und Ingenieurinnen oder Ingenieure, aber auch für Naturwissenschaftlerinnen oder Naturwissenschaftler, Mathematikerinnen oder Mathematiker und IT-Fachkräfte. Um Missbrauch auszuschließen, findet in diesem Fall eine Vergleichbarkeitsprüfung in Bezug auf die Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeit und Gehalt durch die Bundesagentur für Arbeit statt.

Die Blaue Karte EU bietet zahlreiche Privilegien für die Zugewanderten und ihre Familie. So ermöglicht zum Beispiel ein frühzeitiges Daueraufenthaltsrecht potentiellen Bewerberinnen oder Bewerbern, ihre Zukunft in Deutschland langfristig zu planen. Schon nach einem Aufenthalt von 33 Monaten kann eine Niederlassungserlaubnis erlangt werden. Soweit Deutschkenntnisse auf der Stufe B1 nachgewiesen werden können, wird die Niederlassungserlaubnis sogar bereits nach 21 Monaten erteilt. Familienmitglieder (Ehepartner und Kinder) haben unbegrenzten Arbeitsmarktzugang.

Die Blaue Karte EU wird in Deutschland ausschließlich von der Ausländerbehörde ausgestellt. Visumpflichtigen Drittstaatsangehörigen wird für die Einreise in den Fällen, in denen ein Anspruch auf die Erteilung der Blauen Karte EU besteht, ein nationales Visum zur Beschäftigungseinreise von der jeweils zuständigen deutschen Auslandsvertretung erteilt. Das Visum wird nach der Einreise von der zuständigen Ausländerbehörde durch eine Blaue Karte EU ersetzt.

Weiterführende Informationen zu Blaue Karte EU

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