Fotografie und mehr: Thomas Remme stellt seine Werke im Kreishaus Osnabrück aus

Osnabrück
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Es ist nicht die erste Ausstellung des Fotografen Thomas Remme. Doch die Bilderschau, die noch bis zum 18. September im Kreishaus Osnabrück zu sehen ist, wartet mit einer Neuheit auf: Zum ersten Mal präsentiert der Bramscher Künstler nicht ausschließlich Fotografien.

Kreisrat Matthias Selle, der Remme und dessen Tochter Jule im Kreishaus begrüßte, hob die Vielseitigkeit der Bilderserien hervor – und berichtete von seinen Favoriten: „Vor allem interessieren mich die Werke, die vorwiegend mit Acrylfarbe gestaltet sind.“

Dies gehört zu den Neuerungen in der Ausstellung von Remme: „In meinen Mixed-Media-Bildern bearbeite ich Themen, für die mir die Fotografie allein nicht geeignet scheint, auch mit Materialien wie Acrylfarben.“ Eines seiner Bilder bezieht sich auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 und zeigt die Eingangstür des Gebäudes. Die Tür hatte ein Eindringen des Täters in das Gotteshaus verhindert.

Gerne greift Remme immer wieder politische Themen auf. Ein Fotoprojekt widmete er der Zukunft unseres Grundgesetzes. Wie werden Menschen, die heute im jungen Erwachsenenalter sind, die Werte und damit das Bild der Bundesrepublik Deutschland in den kommenden 70 Jahren prägen und gestalten? Gibt es ein Bewusstsein dafür, dass unsere Grundrechte, das Grundgesetz und alle daraus resultierenden Freiheiten keine Selbstverständlichkeit sind? Werden sie für ein weltoffenes und freies Deutschland eintreten?

Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hat Remme junge Erwachsene motiviert, ihre Werte, ihre Haltung zur Bundesrepublik Deutschland und ihre Zukunftsträume in einem standardisierten Portrait zu visualisieren. Die ersten vier Portraits sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.

Bevorzugt fotografiert Thomas Remme Menschen mit all ihren Facetten. Aber auch Heimat- und Reisefotografie gehörten in den vergangenen Jahren zu seinen Schwerpunkten. Remme liebt das Dorfleben und genau darum geht es in seiner Serie „Kiez“.  Er zeigt einen Teil der Langzeitserie „Rummel“, die er bereits seit 2009 immer erweitert. Kreisrat Matthias Selle stellt bei der kleinen Eröffnung fest: „Diese Fotos bringen Farben ins Kreishaus.“ Er habe versucht, mit den Licht und den Farben, „die besondere Atmosphäre widerzugeben, die mich schon seit meiner Kindheit inspiriert“, erzählt Remme. Ein weiteres Projekt umfasst Fotos aus einer Seaside-Serie. Die Bilder geben den Betrachtern die Möglichkeit, den positiven Einfluss des Meeres auf sich wirken zu lassen.

Remme hat erste Erfahrungen bereits mit der analogen Schwarz-weiß-Fotografie in den 70er Jahren gesammelt. Die eigentliche Leidenschaft für das Fotografieren wurde dann ab 2005 intensiviert – erst digital, dann aber zunehmend mit der analogen Fotografie. Aktuell wendet der Künstler die Polaroid-Technik an. Diese Sofortbildfotos eignen sich aufgrund ihrer Größe nur bedingt für Ausstellungen. In seiner im Kreishaus gezeigten Ausstellung wagte er das Experiment und integrierte einige vergrößerte Sofortbilder.

Remme hat seine Bilder mit QR-Codes ergänzt. Die Betrachter erhalten so weitere Informationen zu den ausgestellten Bildern. Die Ausstellung ist im Kreishaus auf der 3. Ebenen während der Öffnungszeiten bis zum 18.September zu sehen. Im Moment ist der Zugang wegen der Corona-Krise nur auf Anmeldung möglich.

Gebäude: Kreishaus / 3. Etage
  • Am Schölerberg 1
  • 49082
    Osnabrück