Fachtagung befasste sich mit „Frauen in Führung“

Rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Tagung „Frauen in Führung“ in der Schlossaula.
Montag, 12. Februar 2018
Rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Tagung „Frauen in Führung“ in der Schlossaula.
Osnabrück. Welche Veränderungen sind nötig, damit Frauen bessere Karrierechancen haben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Tagung „Frauen in Führung“, die jetzt in der Schlossaula in Osnabrück stattfand. Rund 200 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil.
Susanne Menzel, Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung der Universität Osnabrück, verdeutlichte in ihrem Beitrag, welche Hindernisse sich für Frauen im Beruf ergeben, auch wenn sie es in eine Führungsposition geschafft haben: „Das Fatale an der gläsernen Decke ist eben, dass sie unsichtbar ist. Nicht einmal die Personen, die eine solche Decke sichern, sind sich bewusst über Mechanismen, die sie bedienen und verstärken. Als junge Frau und Mutter in einer Führungsposition zu sein, geht eben in der Wahrnehmung vieler Menschen nicht ‚glatt durch‘. Das Funktionieren der Doppelrolle wird dann schnell explizit oder implizit in Frage gestellt.“
In dem anschließenden Impulsvortrag untermauerte Carsten Wippermann empirisch Menzels subjektive Erfahrungen. Der Soziologe, der Mitglied in der Kommission zum Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung ist, stellte heraus, dass Männer in den mittleren und gehobenen Managementebenen zwar vordergründig eine Gleichstellung der Geschlechter in Führungspositionen befürworten würden. Bei einer tiefergehenden Betrachtung falle jedoch auf, dass viele dieser Manager nach wie vor Mentalitätsstrukturen folgen, die „mehrdimensionale und miteinander verschränkte Sperren gegen Frauen darstellen“. Frauen, die Führungspositionen übernehmen möchten, rät er dazu, dies klar zu kommunizieren, ihre Netzwerke auszuweiten und sich Unterstützung sowie Förderung zu suchen.
Auch Barbara Schwarze von der Hochschule Osnabrück betonte als eines ihrer Ergebnisse der Studie zur Chancengleichheit beim Landkreis Osnabrück: „Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist es, dass die Thematik auf oberster Leitungsebene angesiedelt ist.“ Handlungsfelder sind das Vorgehen gegen die Mythenbildung von Frauen in Führung, eine geschlechtergerechte Sprache, sichtbare Rollenvorbilder, das Coaching von Führungspersonen und die Möglichkeit der Führung in Teilzeit. Dass das innovative Konzept der Führung in Teilzeit auch umsetzbar ist, hat die Stadt Osnabrück bewiesen, bei der es bereits vier Führungstandems gibt.
Die Bedeutung der Netzwerkbildung für den Aufstieg in Führungspositionen wurde von Greta Schaffer, Projektkoordinatorin von MentUOS, hervorgehoben. MentUOS ist ein Mentoring-Programm der Universität Osnabrück, das sich an Masterstudentinnen richtet. Während der Programmlaufzeit haben diese die Möglichkeit, in einer One-to-one-Beziehung mit einer erfahrenen Fach- oder Führungskraft ihre Berufs- und Karrierewege zu reflektieren und von den Erfahrungen ihrer Mentorinnen und Mentoren zu lernen.
Dass der Weg in Führungspositionen für Frauen auch durch die Gründung eines eigenen Unternehmens erfolgen kann, zeigten abschließend drei preisgekrönte Gründerinnen, die auf ihrem Weg durch Reinhard Hoffmann vom Gründungsservice der Osnabrücker Hochschulen tatkräftig unterstützt wurden.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert von den Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, der Stadt sowie der Universität Osnabrück, von der Agentur für Arbeit, dem Amtsgericht Osnabrück und der Koordinierungsstelle Frau & Betrieb.

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