„Gewerbliche Leerstände gar nicht erst entstehen lassen“

Informierten bei der Auftaktveranstaltung über das Projekt Nachhaltiges Flächenmanagement (von links): Siegfried Averhage, Geschäftsführer der oleg, Lutz Greving, Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft, Dieter Behrendt, ECOLOG – Institut für nachhaltige Bildung und Forschung, Ingo Claus, K.E.R.N. Die Nachfolgespezialisten, Matthias Riepe, oleg Projektmanager Nachhaltiges Flächenmanagement sowie Ansgar Pohlmann, Bürgermeister der Stadt Georgsmarienhütte.
Freitag, 16. März 2018
Informierten bei der Auftaktveranstaltung über das Projekt Nachhaltiges Flächenmanagement (von links): Siegfried Averhage, Geschäftsführer der oleg, Lutz Greving, Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft, Dieter Behrendt, ECOLOG – Institut für nachhaltige Bildung und Forschung, Ingo Claus, K.E.R.N. Die Nachfolgespezialisten, Matthias Riepe, oleg Projektmanager Nachhaltiges Flächenmanagement sowie Ansgar Pohlmann, Bürgermeister der Stadt Georgsmarienhütte.
Georgsmarienhütte. Gewerbeflächen sind ein wertvolles Gut. Der Bund gibt deshalb Flächensparziele vor, die Wirtschaft ist jedoch angesichts der kräftigen Konjunktur expansionswillig. Der demografische Wandel führt gleichzeitig dazu, dass viele Firmenchefs einen Nachfolger suchen – gelingt das nicht, können Leerstände entstehen.
„Diese Entwicklungen müssen wir gezielt begleiten: Wir wollen Leerstände durch frühzeitiges Eingreifen verhindern und ebenso vorhandene ungenutzte Flächen strategisch klug vermitteln“, so Siegfried Averhage bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt „Nachhaltiges Flächenmanagement“ im Kasinopark in Georgsmarienhütte. Der Geschäftsführer der Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft oleg begrüßte dazu rund 40 kommunalen Vertretern aus dem Osnabrücker Land, aber auch des Umlandes.
„Der Flächendruck nimmt auch im Landkreis Osnabrück immer mehr zu“, unterstrich Averhage. Mit ihrem Projekt wolle die oleg dazu beitragen, alle Flächenpotenziale im Osnabrücker Land auszuschöpfen. Was dabei zu beachten ist, skizzierte Lutz Greving, von der Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft, der über Chancen und Schwierigkeiten des Brachflächenrecycling referierte. „Grundvoraussetzung für die Umsetzung jedes Vorhabens ist die Bereitschaft und das Interesse der Flächeneigentümer an der Entwicklung der Fläche“, stellte der Experte klar: „Hier ist teilweise viel Geduld und stetiges Nachhaken erforderlich.“ Gleichzeitig ermunterte er jedoch die Kommunen, nicht nur auf die ganz großen Lösungen zu schauen: „Auch Kleinvieh macht Mist. Die Entwicklung kleinerer Brachflächen kann durchaus zur Erreichung des Ziels der Reduktion des Flächenverbrauchs beitragen, “ unterstrich Greving.
Diesem Ansatz trägt auch das Projekt „Nachhaltiges Flächenmanagement“ der oleg Rechnung, das von der Metropolregion Nordwest und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ unterstützt  wird. „Genauso wichtig ist es jedoch auch, Leerstände zu vermeiden: Das kann durch eine gezielte Unterstützung von Unternehmen bei der Nachfolgesuche gelingen“, erläuterte Dieter Behrendt vom begleitenden ECOLOG -Institut für nachhaltige Bildung und Forschung. Er stellte eine Vielzahl von Einflussfaktoren auf das Brachfallen von Flächen vor: „Ein vorausschauendes Flächenmanagement kann deshalb viel bewirken.“
Nachfolgeberater Ingo Claus richtete seinen Blick auf den demografischen Wandel: „Es kommt in den nächsten Jahren eine große Welle von Unternehmern auf uns zu, die keinen Nachfolger für ihren Betrieb haben.“ Gerade die kleineren Unternehmen seien oft durch mangelnde Vernetzung und durch das herausfordernde Alltagsgeschäft nicht in der Lage, vorausschauend auf Nachfolgesuche zu gehen: „Hier bedarf es der professionellen Unterstützung.“ Wie die konkrete Brachflächen-Situation im Landkreis Osnabrück aussieht, präsentierte oleg-Mitarbeiter Matthias Riepe. Er erläuterte, wie diese Flächen identifiziert werden und präsentierte die bisherigen Ergebnisse der Erhebung. Pilotkommunen für das Projekt sind zunächst Wallenhorst und Georgsmarienhütte, später sollen auch andere Gemeinden dazu kommen.

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