Klinkerdachziegelwerk KDW in Natrup-Hagen investiert nach Energieberatung

Gute Zusammenarbeit für mehr Energieeffizienz (von links): Robert Kampmann von der WIGOS, Klaus Gervelmeyer, Mitglied der Geschäftsleitung bei ABC-Klinker, Ernst Grund, RKW Nord-Energieberater, und Klaus Kuhlmann, Werksleiter KDW.
Dienstag, 3. Juli 2018
Gute Zusammenarbeit für mehr Energieeffizienz (von links): Robert Kampmann von der WIGOS, Klaus Gervelmeyer, Mitglied der Geschäftsleitung bei ABC-Klinker, Ernst Grund, RKW Nord-Energieberater, und Klaus Kuhlmann, Werksleiter KDW.
Hagen. Um Klinker und Dachziegel aus Naturton zu brennen, ist viel Wärmeenergie notwendig. Das Klinkerdachziegelwerk KDW Natrup-Hagen, Teil der ABC-Klinkergruppe, spart jetzt durch eine strategische Investition rund 1.802.072 kWh Energie jährlich ein. Mit Unterstützung der WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land und der RKW Nord GmbH ist es gelungen, dafür eine Förderung von 200.000 Euro des Landes Niedersachsen zu erhalten. „Wir sparen künftig nicht nur Kosten, sondern auch rund 462 Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr ein“, so Klaus Gervelmeyer, Mitglied der Geschäftsleitung: „Das ist ein echter Gewinn auch für die Umwelt.“
Die WIGOS hat schon seit Längerem Kontakt zu KDW: „Wir sind viel in den Unternehmen im Osnabrücker Land unterwegs, denn nur vor Ort erfahren wir, wo wir unterstützen können“, schildert Robert Kampmann vom WIGOS-UnternehmensService. In Hagen ging es im Gespräch mit Werksleiter Klaus Kuhlmann schnell um das Thema Energie: „Hier konnten wir eine Impulsberatung in Sachen Material- und Energieeffizienz anbieten“, so Kampmann. Die WIGOS ist dabei Partner der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen des Landes, die die Impulsberatungen finanziert. Auf der Liste der zertifizierten Berater entschied sich das KDW für das Beratungsunternehmen RKW Nord. Eine ausführliche Betriebsbesichtigung mit RKW-Ingenieur Ernst Grund folgte: „Die Idee, dass der Brennprozess effizienter gestaltet werden sollte, war im Unternehmen schon geboren“, erinnert sich der Energiefachmann. „Damit hatten wir einen hervorragenden Ansatzpunkt.“
Denn ursprünglich setzte das KDW zwei unterschiedliche Öfen zum Brennen ein: Zum einen wurden die Randziegel, also etwa die Ortgang- oder die Firstpfannen, in einem Herdwagenofen gebrannt, der für jede Beladung neu angeheizt wurde, dann vierzig Stunden durchbrannte und wieder heruntergekühlt werden musste. Die so genannte Flächenware fährt dagegen auf Schienenwagen durch einen 120 Meter langen Tunnelofen. Dieser wird in der Mitte auf rund 1050 Grad aufgeheizt. Die Ziegel fahren sehr langsam auf das Hitzezentrum zu, werden also auch sehr langsam erwärmt, dann in der Mitte gebrannt und bei der Ausfahrt langsam wieder abgekühlt. „Auf diese Weise entfällt das energetisch ungünstige Aufheizen und Abkühlen des Ofens“ erläutert Werksleiter Kuhlmann. Der Ofen ist im Dauerbetrieb und wird rund um die Uhr automatisch beschickt.
Energieberater Grund analysierte in einem Gutachten die möglichen Einsparpotenziale, wenn die komplette Ware durch den Tunnelofen laufen würde. Für die Umsetzung mussten allerdings einige Vorarbeiten geleistet werden: So wurde zum Beispiel die Randware in der Form leicht verändert, um einen optimalen Brennprozess im Tunnelofen zu gewährleisten.  „Mit dem Ergebnis sind wir rund um zufrieden“, sind sich Gervelmeyer und Kuhlmann einig: Denn seit Einführung des neuen Verfahrens, das eine Investition von 736.000 Euro bedeutete, gibt es weniger Ausschussware und die Farbgebung der fertigen Dachpfannen ist noch gleichmäßiger. „Eine ausgesprochen gelungene Zusammenarbeit also“, so Gervelmeyers Bilanz.

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