Jugendliche werden für Dissen kreativ

Emma und ihre Freundin Luisa modellieren mit Beton ein Gesicht auf einen der Stühle des Skulpturenprojektes.
Freitag, 27. September 2019
Dissen. Der 12-jährige Joshua ist mit Feuereifer bei der Sache: Er überzieht Stofflappen mit Beton und modelliert sie rund um einen Ball aus Drahtgeflecht. Der wird künftig eine der kreativen Sitzgelegenheiten zieren, die Dissener Kinder und Jugendliche zurzeit unter der Leitung der Künstlerin Gabriele Placke bauen. Das Projekt der Stadt Dissen wird durch die MaßArbeit gefördert und mit Mitteln des Programms aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) „Jugend Stärken im Quartier“ finanziert. Projektträger ist der Lernstandort Noller Schlucht. Feierlich eröffnet wird der fertige „Skulpturenpark“ dann am 26. Oktober auf dem Gelände des Schulzentrums.
Aber zurück zum Anfang: Die Idee zum Projekt war bei einer Jugendkonferenz entstanden, zu der die Stadt Dissen und die MaßArbeit eingeladen hatten: Ziel war es, die Wünsche der Jugendlichen abzufragen, um sie enger ins öffentliche Leben in Dissen einzubeziehen. Dabei wünschten sich die jungen Teilnehmer einen Platz zum Chillen: einen Ort, der tatsächlich für sie gedacht ist und wo sie nicht nur geduldet werden, berichtete Bürgermeister Hartmut Nümann. Dieser Wunsch wird nun mit Hilfe der Künstlerin Gabriele Placke in die Tat umgesetzt: „Wir freuen uns, dass wir neben den ESF-Mitteln auch auf eine Förderung der Fuchs-Stiftung zurückgreifen können“, so Schirmherrin Meike Krüger.
Und so wird im Keller der Turnhalle geplant, gebaut, modelliert und bemalt, was das Zeug hält. „Ich finde es cool, hier mitzumachen“, sagt Emma, die mit ihrer Freundin einem der Stühle ein unverwechselbares Gesicht verpasst. Auch die anderen Jugendlichen werkeln engagiert vor sich hin: Mit ihren verschmierten Betonhänden und den alten Arbeitskitteln wollen sie aber lieber nicht mit aufs Bild: „Das ist nichts für Instagram.“
Auch Gabriele Placke - „die Gaby“, wie sie liebevoll von den Kids genannt wird - hat viel Spaß an dem Projekt. Das hindert sie jedoch nicht daran, die Zügel fest in der Hand zu behalten. „Wir brauchen noch mehr Beton“, ruft sie Thomas Hogeback zu, der als Jugendcoach der Jugendwerkstatt Noller Schlucht das Projekt begleitet. Auch ihre kreative Truppe hat Gaby Placke fest im Blick, gibt Hinweise für die Verarbeitung des Materials oder unterstützt, wenn ein Jugendlicher Probleme dabei hat, seine Ideen umzusetzen. Derk van Berkum, Projektleiter und Leiter der Jugendwerkstatt, ist ebenso wie MaßArbeit-Bereichsleiterin Susanne Steininger zufrieden. „Die Idee, dass Jugendliche für sich und damit auch für ihre Stadt etwas gestalten, funktioniert“, so van Berkum. Das schaffe viel Akzeptanz und Zugehörigkeitsgefühl bei den jungen Kreativen, ist sich auch Steininger sicher.
Joshua ist inzwischen mit seinem Betonball fertig, der jetzt die Lehne eines Stuhles unverwechselbar macht. Der Siebtklässler der Hermann-Freye-Gesamtschule, der in seiner Freizeit sonst eher Handball spielt, ist mit sich und seinem Tag zufrieden: „Das war hier schon etwas ganz besonderes. Jetzt freue ich mich auf die Eröffnung.“

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