Archäologen gehen rätselhaftem Fund auf den Grund

(v. r.) Dr. Josef Mühlenbrock (Museumsleiter LWL-Römermuseum), Dr. Michael Schmauder (LVR-Landesmuseum Bonn), Prof. Dr. Jochen Griesbach (Universität Würzburg), Uta Schröder (Doktorandin Projekt VolkswagenStiftung, LMU München), Dr. Stephan Berke (Universität Trier), Dr. Norbert Franken(Universität ), Dr. Heidrun Derks (Museumsleiterin Varusschlacht-Museum), Peter Cosyns (Universität Brüssel), Dr. Susanne Greiff (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz), Prof. Dr. Michael Prange (Deutsches Bergbau-Museum Bochum), Christiane Matz (Restauratorin Varusschlacht-Museum), Verena Hoft (Universität Tübingen), Dr. Stefan Burmeister (Sammlungsleiter Varusschlacht-Museum), Chiara Bianchi (Mailand)
Donnerstag, 14. November 2019
(v. r.) Dr. Josef Mühlenbrock (Museumsleiter LWL-Römermuseum), Dr. Michael Schmauder (LVR-Landesmuseum Bonn), Prof. Dr. Jochen Griesbach (Universität Würzburg), Uta Schröder (Doktorandin Projekt VolkswagenStiftung, LMU München), Dr. Stephan Berke (Universität Trier), Dr. Norbert Franken(Universität ), Dr. Heidrun Derks (Museumsleiterin Varusschlacht-Museum), Peter Cosyns (Universität Brüssel), Dr. Susanne Greiff (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz), Prof. Dr. Michael Prange (Deutsches Bergbau-Museum Bochum), Christiane Matz (Restauratorin Varusschlacht-Museum), Verena Hoft (Universität Tübingen), Dr. Stefan Burmeister (Sammlungsleiter Varusschlacht-Museum), Chiara Bianchi (Mailand)
Bramsche/Kalkriese. Die Glasaugen, die im Verlauf der Ausgrabungen in Kalkriese immer wieder ans Tageslicht gekommen sind, geben den Archäologen Rätsel auf. Bei den sechs unterlebensgroßen Glasaugen ist weder die Herstellung, Funktion oder Bedeutung klar. In einem Forschungsmodul im Rahmen eines Projekts mit der VolkswagenStiftung hat sich Museumsleiterin Dr. Heidrun Derks dieser Fundgruppe angenommen.
Besonders die Größe, aber auch die Form und Gestaltung sind außergewöhnlich und finden bei anderen Funden keine Referenz. „Die Glasaugen von Kalkriese sehen anders aus als andere Glasaugenfunde, beispielsweise aus Haltern, Anreppen oder Oberaden. Auch ähnliche Funde aus dem römischen Reich sind anders gestaltet“, erklärt Dr. Heidrun Derks. Nach vielen Recherchen stand jetzt in Kalkriese ein Kolloquium zu diesem Thema mit renommierten Forschern aus Deutschland, Italien, Frankreich und Belgien an. Gibt es Hinweise auf den Herstellungsprozess der Glasaugen? Wo waren sie angebracht? Kann Ihnen eine symbolische Bedeutung zugesprochen werden? Dies sind nur einige Fragen die im Rahmen des Kolloquiums auf dem Plan standen.
Dazu gab es Vorträge aus dem Deutschen Bergbau- Museum Bochum und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum aus Mainz: Prof. Dr. Michael Prange und Dr. Susanne Greiff haben die Glasaugen umfassend im Hinblick auf ihre Materialität analysiert und haben den Teilnehmern so einen neuen Blick auf die Glasaugen eröffnet. Aus Italien hat Frau Dr. Chiara Bianchi über die Anbringung von Glasaugen an sogenannten Klinen, römischen Totenbetten, berichtet. Und Verena Hoft, von der Universität Tübingen, näherte sich den Glasaugen in einem Beitrag über die Anbringung und Funktion innenliegender Augen, wie sie sich an antiken, römischen Büsten finden. „Das Kolloquium hat unsere Forscher ein ganzes Stück weiter gebracht. Aber nach wie vor sind mehr Fragen offen als geklärt. Das heißt für unsere Wissenschaftler weiter forschen und versuchen das Rätsel um die Kalkrieser Glasaugen zu lösen“, so Dr. Joseph Rottmann, Geschäftsführer der Varusschlacht im Osnabrücker Land.
Das Forschungsprojekt „Kalkriese als Ort der Varusschlacht? – eine anhaltende Kontroverse“ wird im Rahmen der Förderinitiative „Forschung in Museen“ von der VolkswagenStiftung unterstützt. Mit unterschiedlichen Zugängen und Schwerpunkten wird das Kalkrieser Fundmaterial neu analysiert und eingeordnet. Vier Module versuchen das Fundensemble zu fassen: Die kulturhistorische Einordnung der Kalkrieser Funde bildet den Schwerpunkt des ersten Vorhabens des Gesamtprojekts. In einem zweiten Modul wird der Frage nachgegangen, ob einzelne Legionen einen so genannten metallurgischen Fingerabdruck aufweisen. Das dritte Modul nimmt sich der ungewöhnlichen Fundgruppe der Glasaugen an. Auf dem Prüfstand stehen in einem weiteren Vorhaben die in Kalkriese gefundenen mehrfach zusammengefalteten Bleche. Kooperationspartner des Projekts sind das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und die Ludwig-Maximilians-Universität München.
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