Schulabbrecher startet in Ausbildung zum Hörakustiker

Christofer Macholla (zweiter von rechts) führt (von links) Hilde-gard Hesselbarth, ArbeitgeberService der MaßArbeit und Maß-Arbeit-Vorstand Lars Hellmers Messtechniken der Hörakustik vor. Mit dabei: Die Leiterin des Neuroth Hörcenters, Kaya Harbaum-Salewski.
Donnerstag, 6. Februar 2020
Christofer Macholla (zweiter von rechts) führt (von links) Hilde-gard Hesselbarth, ArbeitgeberService der MaßArbeit und Maß-Arbeit-Vorstand Lars Hellmers Messtechniken der Hörakustik vor. Mit dabei: Die Leiterin des Neuroth Hörcenters, Kaya Harbaum-Salewski.
Wallenhorst/Bramsche. Christofer Macholla ist erst 22 Jahre alt, hat aber schon einen bewegten Lebensweg hinter sich. Der junge Bramscher hatte als ehemaliger Schulverweigerer nur wenig berufliche Perspektiven. Doch mit viel Willenskraft, Einsatz und Unterstützung durch die MaßArbeit absolviert er heute erfolgreich die schwierige Ausbildung zum Hörakustiker. „Ein beeindruckender Werdegang, der auch zeigt, dass die verschiedenen Fördermechanismen der MaßArbeit hervorragend ineinander greifen“, so die Bilanz von MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers.
Doch zurück zum Anfang: Ohne Schulabschluss hatte der heute 22jährige zunächst eine zweijährige Ausbildung zum Lageristen bei einer Spedition angefangen. Doch das ging schief: „Die Arbeit hat mir gar nicht gefallen“, erzählt Macholla: „Die Tage waren sehr monoton und mir hat der Umgang mit Menschen gefehlt.“ Er bricht den Versuch ab und meldet sich Anfang Januar vergangenen Jahres bei der MaßArbeit. Vermittlerin Stefanie Große Dartmann erinnert sich gut an die ersten Begegnungen: „Mir war schnell klar, dass ganz viel Potenzial in Christofer steckt.“ Sein festes Ziel ist es, einen Schulabschluss nachzuholen: Deshalb bringt sie ihn schon zum 1. Februar in der Maßnahme JuWe plus bei der Werkgemeinschaft „Die Brücke“ in Bramsche unter, bei der der Hauptschulabschluss erworben werden kann.
„Sich für eine höherwertige Tätigkeit zu qualifizieren, ist ohne Schulabschluss kaum möglich,“ weiß Große Dartmann. Aber wenn die jungen Erwachsenen motiviert seien, gelinge es häufig, auch in einer außerschulischen Maßnahme mit einem Abschluss ein gutes Fundament für die weitere berufliche Entwicklung zu legen. Christofer Macholla ergreift diese Chance mit großem Engagement: Da der Kurs bereits gestartet war, holt er mit viel Disziplin den versäumten Lernstoff nach und wird für seine Leistungen als Klassenbester mit der Note 1,6 bei seinem Hauptschulabschluss belohnt.
Durch die Erfahrung der ersten gescheiterten Ausbildung weiß er nun auch genau, was er will: Einen möglichst vielseitigen Beruf mit viel Kundenkontakt. Also recherchiert er im Internet und stößt auf ein Ausbildungsangebot des Neuroth-Hörcenters Wallenhorst zum Hörakustiker. Die Neuroth-Gruppe ist eines der führenden Hörakustik-Unternehmen mit rund 240 Fachinstituten und rund 1.200 Mitarbeitern.
„Wir nehmen eigentlich nur Auszubildende mit Fachabi oder Abitur“, so Hörcenter-Leiterin Kaya Harbaum-Salewski. Doch Werdegang und Auftreten des jungen Bramschers beeindrucken die Hörakustik-Meisterin, die bereits im Kontakt mit dem ArbeitgeberService der MaßArbeit steht. Als sie dann hört, dass Christofer Macholla nicht nur begleitenden Stützunterricht bei der Vita-Akademie über die kommunale Arbeitsvermittlung erhalten könne, sondern auch weitere mögliche Hürden der Ausbildung über eine Nachbetreuungsmaßnahme bei der Dekra  genommen werden können, entschließt sie sich, den Versuch zu wagen. Und ist begeistert: „Herr Macholla lernt engagiert und kommt bei den Kunden gut an. Er ist inzwischen schon so weit, dass er eigenständig Messungen durchführen kann,“ so die Niederlassungsleiterin.
Auch Christofer Macholla ist rundum zufrieden: Er kommt gut mit dem vierwöchigen Berufsschul-Blockunterricht klar, der für Hörakustiker zentral in Lübeck stattfindet. „Ich erhalte vorab die Unterlagen von der Schule und kann mich gemeinsam mit der Vita-Akademie gezielt in die Inhalte einarbeiten“, berichtet der Azubi. Er ist zuversichtlich, so auch den komplexen naturwissenschaftlichen Stoff bewältigen zu können, auf die ihn sein Hauptschulabschluss nicht vorbereitet hat. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem, dass die Buslinie von Bramsche nach Wallenhorst weiter Bestand hat, mit der er jeden Morgen seinen Arbeitsplatz erreicht. Das hoffen auch Stefanie Große Dartmann und Hildegard Hesselbarth vom ArbeitgeberService der MaßArbeit: „Sehr viele unserer Bewerber sind auf diese Verbindung angewiesen.“

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