Ein Wildschwein schaut hinter einem Baum hervor.
Symbolbild
Freitag, 11. September 2020
Verdachtsfall bestätigt: Welche Folgen hat der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest für den Landkreis Osnabrück?

Osnabrück. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein wirkt sich nicht nur auf das Krisengebiet im Bundesland Brandenburg aus, sondern hat im gesamten Bundesgebiet Folgen für die Landwirtschaft (Schweinehaltung) sowie den Handel mit Schweinefleisch/ Schweinefleischerzeugnissen.

Während der Handel mit Schweinefleisch und Schweinen, die nicht aus dem von den zuständigen Behörden noch zu definierenden exakten Krisengebiet stammen, innerhalb der Europäischen Union weiter erfolgen kann, ist aufgrund von Erfahrungen aus früheren Tierseuchenkrisen zu erwarten, dass eine Vielzahl an Ländern außerhalb der EU zunächst den Export von Schweinefleisch aus Deutschland in ihr Land verbieten wird. Im nächsten Schritt wird dann möglicherweise ausgehandelt, unter welchen Voraussetzungen der Export wieder möglich ist. Dies ist in der Regel mit Zusatzgarantien in den begleitenden Veterinärzertifikaten verbunden. In unserer Region werden diese Zertifikate vom Landkreis Osnabrück erarbeitet und ausgestellt. Durch die erwähnten zusätzlichen Inhalte wird der entsprechende Aufwand für den Veterinärdienst voraussichtlich deutlich steigen.

Durch die Exporteinschränkungen ist zu befürchten, dass der Preis für Schweine und Schweinefleisch aus Deutschland deutlich sinken wird und der Absatz stark eingeschränkt ist. Dies kann auch dazu führen, dass es einen Rückstau in den Schweineställen geben kann, wenn weniger geschlachtet wird und Mastbetriebe vorsorglich weniger Mastferkel kaufen.

Der Landkreis Osnabrück stellt sich auf die neue Lage durch die Umschichtung entsprechender personeller Ressourcen ein, obwohl auch im Veterinärdienst die Auslastung durch die Corona-Krise bereits angespannt ist.

Um die Vorgehensweise hinsichtlich der Auswirkungen auf den Handel abzustimmen, tritt der Landkreis parallel in einen Dialog mit den betroffenen Wirtschaftskreisen und Organisationen ein. Dabei wird es auch um die Vorbereitung auf den Fall eines ASP-Ausbruchs in unserer Region gehen.

Zudem bereitet sich der Veterinärdienst intern auf den Seuchenfall vor. Im Herbst 2018 fand im Landkreis Osnabrück eine umfangreiche Krisenübung zum ASP-Ausbruch beim Wildschwein unter Einbeziehung der Jäger und Landwirtschaft statt. Für die verschiedenen Aufgaben im Krisenfall sind zahlreiche Dokumente im Tierseuchenkrisenhandbuch des Landes Niedersachsen hinterlegt. Dazu wurden Arbeitsgruppen im Veterinärdienst gebildet, die sich auf Teilaufgaben der Krisenbewältigung vorbereitet haben. Jetzt geht es darum, nochmals alle erforderlichen Funktionen und Aufgaben erneut auf Praxistauglichkeit zu prüfen.

Für den Fall eines Ausbruchs beim Wildschwein hat der Landkreis vorsorglich einen Zaun von 36 Kilometern Länge angeschafft, der um den Ausbruchsherd im Radius von rund vier Kilometern aufgestellt werden kann, um ein Abwandern infizierter Wildschweine und ein Einwandern von nicht infizierten Wildschweinen zu verhindern (analog zur Sperre einer Nutztierhaltung). Zudem wurde weiteres Material, unter anderem für die hygienische Bergung von Wildschweinkadavern, erworben. Für die praktischen Aufgaben der Seuchenbekämpfung stehen dem Landkreis Osnabrück die dafür geschaffenen baulichen und technischen Einrichtungen im Logistikzentrum in Bersenbrück zur Verfügung, wo eine wirksame Trennung nach dem schwarz/weiß-Prinzip möglich ist. Personen, die mit infizierten Tieren in Berührung gekommen sein könnten, können durch eine Duschschleuse von der „schwarzen“ auf die „weiße“ Seite gelangen; verschmutzte Geräte/Materialien und Fahrzeuge werden gereinigt und desinfiziert, Proben werden hygienisch gelenkt.

Trotz aller Vorbereitungen wäre ein ASP-Ausbruch in unserer Region hoch problematisch. Der Landkreis ruft daher alle Schweinehalter und ihre Lieferanten, Abnehmer usw. auf, jetzt noch einmal alle Kraft auf die Einhaltung und Verstärkung der Biosicherheitsmaßnahmen zu richten. An jeden Touristen, Ausflügler Jäger usw. geht der Appell, nicht versehentlich den Erreger aus den aktuellen Krisengebieten etwa. durch Mitnahme von Wurstwaren oder potentiell infiziertem Schwarzwild zu verschleppen. Darüber hinaus sollten keine Speiseabfälle, insbesondere mit Fleischanteil, in der Natur entsorgt werden.

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