Aufstallpflicht wegen Geflügelpest
Gute Lösung: Durch den Einsatz von Schutzvorrichtungen, die den Kontakt zu Wildvögeln sicher und lückenlos unterbinden, können Hobbyhalter ihrem Geflügel auch während der amtlichen Stallpflicht Auslauf ins Freie ermöglichen.
Donnerstag, 25. Februar 2021

Veterinärdienst erinnert: Stallpflicht wegen Geflügelpest gilt weiterhin

Osnabrück. Nach wie vor kommt es in vielen Regionen Deutschlands zu Ausbrüchen der Geflügelpest in Hausgeflügelbeständen sowie zu Funden in der Wildvogelpopulation. In der jüngsten Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) vom 22. Februar 2021 wird das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags sowie der weiteren Verbreitung in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen (zum Beispiel Zoos und Tierparks) als hoch eingestuft.

Seit Anfang des Jahres 2021 wurden 168 Seuchenausbrüche festgestellt, davon 42 in Hausgeflügelbeständen (Puten-, Enten- und Gänse-, Masthühner-, Legehennen- und Zoobetriebe / Stand: 25. Februar 2021). In Niedersachsen (mit insgesamt 22 Ausbrüchen) stellt der benachbarte Landkreis Cloppenburg einen Ausbruchsschwerpunkt dar. Dort kam es zu einer starken regionalen Häufung von Ausbrüchen (insgesamt 17 Ausbrüche) vor allem in Putenhaltungen kam. Aber auch die Ausbrüche in weiteren Bundesländern stellen dar, dass die Geflügelpest nach wie vor weit verbreitet ist und nicht kalkulierbar auftritt (siehe Karte des FLI). Meldungen aus vielen Ländern Europas weisen darauf hin, dass sich das Virus ausbreitet und es jederzeit zu weiteren Fällen kommen kann, auch in bisher nicht betroffenen Bundesländern.

Durch Beginn des Frühjahrsvogelzuges nordischer Wasservögel kommt es zu starken Wanderbewegungen innerhalb Europas aus südwestlichen in nordöstliche Richtungen. Aufgrund der momentanen Witterungsschwankungen ist zusätzlich mit einer erhöhten Dynamik von Vogelbewegungen (v.a. Wasservögel und Möwen) zu rechnen. Kühle Temperaturen begünstigten die Virusübertragung und Ausbreitung. Tote, infizierte Wildvögel werden von Aasfressern aufgenommen, die zu einer Virusverbreitung beitragen. Damit steigt auch das Risiko indirekter Eintragungswege in Geflügelhaltungen.

Um die aktuelle Gefährdung im Landkreis Osnabrück besser einschätzen zu können, nimmt der Veterinärdienst momentan verstärkt auch Kotproben von Wildvögeln, um diese auf das Geflügelpestvirus untersucht lassen. Mit dem Ergebnis landkreisweit durchgeführter Beprobungen besteht die Hoffnung, das Risiko einer möglichen Einschleppung des Virus in Hausgeflügelbestände noch differenzierter in Hinblick auf eine mögliche zeitnahe Aufhebung der Aufstallpflicht beurteilen zu können.

Der Veterinärdienst möchte weiter dazu ermutigen, tot aufgefundene Wildvögel (Wasser- und Greifvögel) zu melden, damit diese auf Geflügelpest untersucht werden können.

Trotz des umfangreichen aktiven Geschehens bei Geflügel und Wildvögeln liegen bisher keine Hinweise auf Infektionen beim Menschen in Deutschland vor. Fachkreise schätzen ein, dass die Infektiosität für den Menschen bei der hier vorkommenden Virusvariante als vernachlässigbar eingeschätzt wird. Trotzdem sollten tote Vögel nicht mit bloßen Händen angefasst werden und die Hände sollten gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden, falls es doch zu einem Kontakt gekommen ist.

Wenn Ihnen Standorte von Wassergeflügel (vor allem Gänse und Enten) bekannt sind, dann teilen Sie diese auch gerne mit, damit dort gegebenenfalls Kotproben gesammelt werden können.

Die Stallpflicht bedeutet allerdings nicht, dass alle Tiere in einem festen Stall eingesperrt werden müssen. Auch eine vor Wildvögeln geschützte Unterbringung im Außenbereich ist möglich, so dass die Tiere weiterhin in den Genuss von Tageslicht und Freiluft kommen können. Eine solche Schutzvorrichtung muss seitlich etwa durch einen engmaschigen Draht gegen ein Eindringen von Wildvögeln gesichert sein. Nach oben hin muss etwa durch die Abdeckung mit einer Plane verhindert werden, dass Vogelkot hereinfallen kann. Wichtig sind auch weitere strenge Hygienemaßnahmen wie Schuhwerk und Schutzkleidung, die nur im geschützten Geflügelbereich getragen werden und regelmäßiges Händewaschen. Dazu gehören auch Futter-und Einstreulager, die für Wildvögel nicht erreichbar sind und das Tränken mit Leitungswasser, auf keinen Fall mit Oberflächenwasser.

Sollte also diese Stallpflicht in einigen privaten Geflügelhaltungen bis jetzt noch nicht umgesetzt sein, so muss dieses schnellstens nachgeholt werden. Die Stallpflicht gilt für gehaltene Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse. Wer auf freilaufendes Geflügel in seinem Umfeld aufmerksam wird, sollte möglichst erst einmal den Tierhalter ansprechen und auf die Stallpflicht hinweisen, ehe das Veterinäramt eingeschaltet wird.

Weitere Informationen unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de

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