Blick hinter die Kulissen des Online-Seminars
Blick hinter die Kulissen des ersten Online-Fortbildungsseminars der Kreisjugendfeuerwehr Osnabrück
Dienstag, 16. Februar 2021

Kreisjugendfeuerwehr Osnabrück organisiert erstes digitales Fortbildungsseminar für Juleica-Inhaber

Bramsche/Landkreis Osnabrück. Jugendfeuerwehr auch zu Corona-Zeiten, geht das überhaupt? Mit dieser Frage beschäftigten sich jetzt Kreisjugendfeuerwehrwart Christoph Pieper und sein Stellvertreter Alexander Weniger. Die klare Antwort lautet: Ja!  Denn mit etwas Know-how und der passenden Technik können kurzweilige Dienste auch als Videokonferenzen durchgeführt werden.

Bester Beleg dafür ist ein achtstündiges digitales Fortbildungsseminar für Juleica-Inhaber, das die Kreisfeuerwehr Osnabrück jetzt für die Mitglieder in den zwei Kinder- und 31 Jugendfeuerwehren im Kreisgebiet organisiert hat. Die Juleica (Jugendleiter-Card) ist ein amtlicher Qualifikationsnachweis für Jugendwarte und Betreuer in den Kinder- und Jugendfeuerwehren und muss alle drei Jahre aufgefrischt werden.

„Mit unserem Angebot wollen wir einerseits erreichen, dass zum Ende der Pandemie kein Stau bei den notwendigen Fortbildungen entsteht. Viel wichtiger ist allerdings, auch in diesen Zeiten ein Zeichen zu setzen und für die Kinder und Jugendlichen weiterhin da zu sein und einen attraktiven Dienst zu gestalten“, so Pieper. Sein Stellvertreter ergänzt: „Wesentlich ist, dass überhaupt etwas gemacht wird. Auch wenn wir momentan keinen echten Löschangriff aufbauen können, gibt es vielfältige Methoden, Wissen auch online zu vermitteln, betont Alexander Weniger.“

So entstand die Idee, den Schwerpunkt des Seminars dem Thema Online-Dienstgestaltung zu widmen. Aber auch die Themen Hygienekonzepte und Kindeswohlgefährdung sollten nicht zu kurz kommen. Für letzteres konnte Bernd Dahle, Referent bei der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr, gewonnen werden. 

Beim Präsentieren können sogar Textmarker und Laserpointer verwendet werden
Beim Präsentieren können sogar Textmarker und Laserpointer verwendet werden.

Unterstützt wurde Idee durch das Projekt „1 Kiste – 100 Ideen“ der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr. Jede Kreisjugendfeuerwehr kann dabei eine Kiste mit Hardware und Materialien zur Online-Dienstgestaltung bekommen. Neben technischen Geräten, wie Webcam, Headset, Mikrofon und Scheinwerfer befinden sich zum Beispiel auch feuerwehrspezifische Playmobil-Sets für Planspiele und weitere hilfreiche Werkzeuge in der Kiste.

Um das Seminar möglichst abwechslungsreich zu gestalten, wurde allen Teilnehmern im Vorfeld ein Paket mit Schreibsachen, Unterrichtsmaterialien und Verpflegung zugeschickt. Die Referenten bauten ihren Schulungsraum im Feuerwehrhaus Bramsche auf und präsentierten von dort abwechselnd sowohl vor der Kamera als auch direkt am Bildschirm.

Nach einer kurzen Begrüßung und aktuellen Themen aus der Kreisjugendfeuerwehr ging es zunächst um eine Auffrischung der Grundlagen zur Juleica. Anschließend fand der erste Teil zum Thema Online-Dienstgestaltung statt. Zunächst wurden die rechtlichen Grundlagen und Voraussetzungen behandelt, dann ging es um die Motivation der Teilnehmer sowie pädagogische Besonderheiten bei Online-Diensten. Immer wieder wurden verschiedene Online Tools eingeschoben, bei denen die Teilnehmer aktiv mitwirken konnten.

Begonnen mit einer Landkarte, auf der jeder seinen aktuellen Standort markieren musste, später konnten alle Teilnehmer auf einem gemeinsamen Whiteboard an einer Umfrage teilnehmen. Sportlich wurde es bei einem Bewegungsspiel: Über die Präsentationsfunktion wurden verschiedene Haushaltsgegenstände eingeblendet. Auf Zeit mussten die Teilnehmer diese Gegenstände in ihrer Wohnung suchen und vor die Kamera halten. Wer zu langsam war, musste eine Aufgabe erfüllen.

Planspiel: Löschangriff mit Playmobil
Planspiel: Löschangriff mit Playmobil

Eine Thematik, die aufgrund ihrer Wichtigkeit bei jedem Fortbildungsseminar behandelt wird ist die Kindeswohlgefährdung. Neben dem Bildungsauftrag stehen Jugendgruppenleiter ebenso in der Pflicht, auf die privaten körperlichen, seelischen oder sozialen Aspekte der Jugendlichen zu achten und ggf. tätig zu werden.

Im zweiten Teil der Online-Dienstgestaltung wurden verschiedene Plattformen für Videokonferenzen vorgestellt und verglichen. Weitere Methoden und Tools wurden präsentiert und von den Teilnehmern ausprobiert. Neben einem Quiz mit feuerwehrtechnischen Fragen, das auf Zeit gelöst werden musste, wurde auch ein Löschangriff mit Playmobil als Planspiel aufgebaut und durchgesprochen. In Kleingruppen mussten verschiedene Dienstthemen anhand einer Checkliste erarbeitet und anschließend vorgestellt werden.

Eine weiteres Thema waren Hygienekonzepte in Zeltlagern. Auch hier wurden in Kleingruppen Hygienepläne für verschiedene Bereiche wie die Essensausgabe oder sanitäre Anlagen erarbeitet und präsentiert.

Zum Abschluss des Seminars war die Resonanz der Teilnehmer durchweg positiv. Trotz der langen Zeit vor dem Bildschirm war das Seminar aufgrund der vielen Medienwechsel sehr interessant abwechslungsreich und interessant gestaltet.  Das Seminar wurde von den beiden Referenten komplett in Eigenregie in den ersten Wochen des Jahres ausgearbeitet und getestet. Es gab keine vergleichbaren Vorlagen, die übernommen werden konnten. Die Vorreiterrollen der Kreisjugendfeuerwehr Osnabrück unterstrich auch Referent Bernd Dahle: „Ihr seid im Bezirk Weser-Ems die Ersten und auch in ganz Niedersachsen gibt es nur ganz wenige, die bisher ein solches Online-Angebot durchgeführt haben.“

So fällt auch das abschließende Fazit des Kreisjugendfeuerwehrwartes positiv aus. „Die Rückmeldungen zeigen, dass wir mit dem Seminar viele Unsicherheiten im Umgang mit dieser innovativen Methodik aus dem Weg räumen konnten. Ich bin daher zuversichtlich, dass die Teilnehmer zukünftig in ihren Jugendfeuerwehren auch Online-Angebote schaffen werden,“ betont Pieper.

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