Leseaquarium Kinderhaus Melle-Buer
Das Leseaquarium im Kinderhaus Melle-Buer regt zum Vorlesen an.
Mittwoch, 24. Februar 2021

Bund verlängert Programm „Sprach-Kitas“ – auch in Landkreis und Stadt Osnabrück 

Osnabrück/Melle/Belm/Ostercappeln. Wenn die Kinder des Kinderhauses Melle-Buer morgens in die Kita kommen, laufen sie direkt zum Aquarium im Eingangsbereich und schalten das Licht ein. Das Aquarium ist kein gewöhnliches Aquarium: Aufgeschlagen und schön präsentiert, liegt hier ein Kinderbuch. Jeden Tag wird eine Seite weitergeblättert und die Kinder können sich von ihrer Begleitperson die aktuelle Seite vorlesen lassen. Der Text ist nicht lang und daher nehmen sich die Eltern die Zeit, ihren Kindern vorzulesen. Das Kinderhaus Melle-Buer ist eine von 43 Sprach-Kitas im Landkreis und in der Stadt Osnabrück. Ziel des Leseaquariums ist, neben dem Vorlesevergnügen für die Kinder, Eltern an das Vorlesen heranzuführen.  

Seit 2016 setzt sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Programm Sprach-Kitas dafür ein, die sprachliche Bildung in Kitas zu verbessern. Denn Sprache ist der Schlüssel zur Welt: Durch sie treten wir in Kontakt und eignen uns neues Wissen an. Das wissen auch Stephanie Witt, Hanna Prinzler und Nina Trottnow, die bei der Volkshochschule Osnabrücker Land als Fachberaterinnen für Sprache im Rahmen des Bundesprogramms tätig sind. Sie qualifizieren die pädagogischen Fachkräfte in den Kindergärten und begleiten die Qualitätsentwicklung der Sprach-Kitas in Form von regelmäßig stattfindenden Workshops und Arbeitskreisen. Die von den Fachberaterinnen geschulten Erzieherinnen und Erzieher verstärken das Team einer Sprach-Kita als zusätzliche Fachkraft. In Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kita-Leitung integrieren sie die drei Schwerpunkte „Zusammenarbeit mit den Familien“, „alltagsintegrierte sprachliche Bildung“ sowie „inklusive Pädagogik“ in den Kita-Alltag und teilen ihre Expertise im Bereich Sprachbildung mit ihren Kollegen und Kolleginnen. Nun hat der Bund das Programm um weitere zwei Jahre verlängert. 

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Kinder auf vielfältige Weise von dem Programm profitieren. Es ist toll, die Arbeit mit den Kitas fortzusetzen und das Erreichte nachhaltig zu festigen und weiter auszubauen“, freut sich Hanna Prinzler. „Es macht Spaß, zu sehen, wie die einzelnen Sprach-Kitas die Schwerpunkte im Kita-Alltag umsetzen“, ergänzt Stephanie Witt, „in der Christus-Kita in Belm werden zum Beispiel gesprochene Worte, wie das Wort ‚essen‘, mit Gebärden untermalt. Hierbei geht es vor allem um die visuelle und auditive Verknüpfung von Worten. Außerdem können sich besonders Kinder, welche die deutsche Sprache noch nicht so gut verstehen, unter Einsatz der Gebärden verständlicher mitteilen.“ In der Kita St. Lambertus in Ostercappeln kommen sogenannte „Malgeschichten“ zum Einsatz. Dabei wird das Erzählen einer Geschichte mit dem Malen von Bildern begleitet. „Viele Situationen im Kita-Alltag können Sprachlernmomente sein“, berichtet Nina Trottnow, „wenn mit Kindern gemeinsam Essen zubereitet wird, können die Lebensmittel benannt und über die einzelnen Zubereitungsschritte gesprochen werden. Dabei werden der Wortschatz sowie die Satzbildung und der Satzbau der Kinder gefördert.“ 

Im neuen Projektzeitraum wird ein weiterer Fokus auf den Einsatz und die Chancen digitaler Medien und die Integration medien-pädagogischer Fragestellungen gelegt. „Da kam die Digitalisierungs-Pauschale in Höhe von 900 Euro für jede Sprach-Kita Ende 2020 sehr gelegen“, sagt Juliane Macke, die als Sprachkoordinatorin für das Bundesprogramm Sprach-Kitas bei der vhs zuständig ist. „Es wurden vor allem Geräte wie Laptops und Tablets angeschafft, die einen guten Ausgangspunkt für die nachfolgende Arbeit darstellen. Einige Kindergärten nutzten die Pauschale auch, um die Kita-App einzuführen“, ergänzt Macke. Diese erweist sich besonders in der Coronazeit und den damit verbundenen Kita-Schließungen als wertvolles Werkzeug, um mit den Kindern und Eltern in Kontakt zu bleiben. Aber auch auf anderem Wege setzten die 43 Sprach-Kitas im Landkreis und in der Stadt Osnabrück kreative Wege um, um die Sprachbildung der Kinder zu fördern und in Kontakt zu bleiben: Materialtaschen wurden zusammengestellt, Videos mit vorgelesenen Geschichten aufgenommen, Briefe verfasst oder Buchausleihen an Kita-Fenstern eingerichtet. 

Jetzt fand die Auftaktveranstaltung für die Projektverlängerung mit allen beteiligten Sprach-Kitas aus dem Landkreis und der Stadt Osnabrück statt, aufgrund der derzeitigen Lage in Form einer Online-Veranstaltung. 

 

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