Hochwasser Feuerwehreinsatz in NRW
Mittwoch, 21. Juli 2021

Kreisfeuerwehrbereitschaft aus Hochwassergebiet in NRW zurück: Mehr als 200 Einsatzaufträge abgearbeitet

EUSKIRCHEN/OSNABRÜCK. Nach einem anstrengenden Wochenende konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehrbereitschaften aus dem Landkreis Osnabrück in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 0 Uhr die Heimreise antreten. Bis dahin wurden über 200 verschiedene Einsatzaufträge abgearbeitet.

Die Feuerwehrbereitschaft kam erschöpft und mit erschreckenden Situationsschilderungen wieder an. Die Haupteinsatztätigkeit war das Abpumpen von Wasser und Schlamm: unzählige Keller und Tiefgaragen wurden abgepumpt.

Besonders kritisch stellte sich bis zum Schluss die Situation an der Steinbachtalsperre dar. Dort bestand die Gefahr, dass der Staudamm brechen könnte. Während mit mehreren Hochleistungspumpen das Wasser aus der Talsperre gepumpt wurde, standen die Osnabrücker Kräfte bis zum Schluss in Bereitschaft, um im Notfall den darunter liegenden Ort zu evakuieren. Bei einem Dammbruch hätte man dafür eine Stunde Zeit gehabt.

Im Laufe des Einsatzes hatte man nach einer Besprechung mit der örtlichen Einsatzleitung zwischenzeitlich entschieden, in den Einsatzgebieten, in denen die Feuerwehrbereitschaft Nord einfährt, keine Alarmfahrten durchzuführen. Hintergrund war die kritische Situation der Steinbachtalsperre. Die Bürgerinnen und Bürger waren darauf vorbereitet worden, dass es zu einem Dammbruch kommen könnte und dann die Feuerwehrkräfte eine Evakuierung durchführen würden. Eine Anfahrt mit Sonder- und Wegerechten führte zwischenzeitlich bereits zu Panikreaktionen, weil die Bürger befürchteten, evakuiert zu werden.

Die ganze Nacht über wurden an der Einsatzstelle auf dem bereits im vorherigen Bericht beschriebenen Hof durch den Fachzug 1 - Wasserförderung vier Tragkraftspritzen, die Heckpumpe des LF 20 KatS der Feuerwehr Ankum, eine von einem Trecker angetriebene Pumpe sowie mehrere Schmutzwasserpumpen eingesetzt. Mehr als 12.000 Liter Wasser pro Minute konnten so in eine zum Grundstück gehörende stillgelegte Kiesgrube gepumpt werden.

In vielen Gesprächen mit den Eigentümern des Grundstücks wurde klar, wie brisant die Situation am Mittwoch war. Durch das Überlaufen eines Regenrückhaltebeckens gab es eine Flutwelle, die Weilerswist und dessen Nachbarorte überflutete.

Auf dem genannten Grundstück hatten die Eigentümer nach Bekanntwerden werden der Flutwelle damit begonnen, Möbel in die oberen Etagen zu tragen, Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen und mit einem Trecker einen Wall aus Erde und Kies aufzuschütten. Innerhalb von 25 Minuten wurde das Grundstück auf einer Höhe von mehr als 2 Metern überflutet.

Wie auch bei den Anfahrten in die anderen Schadensgebiete war auch hier die Dankbarkeit der Anwohner riesig. Die auf dem Hof eingebundenen Einsatzkräfte wurden während der kompletten Einsatzzeit auf dem Hof mit Lebensmitteln und Getränken versorgt. Dieses wurde von den Eigentümern, Nachbarn und Freunden spontan organisiert. Bedenkt man wie tief der Schock sitzen musste, eine respektable Leistung, vor der jeder Kamerad sprichwörtlich seinen Hut gezogen hat.

Gegen 13 Uhr am Sonntagnachmittag hatten die Einsatzkräfte mehr als 10 Millionen Liter Wasser abgepumpt und in die Kiesgrube befördert.

Abschließend wurde durch Zugführer Peter Beckmann vom Fachzug Wasserförderung den Eigentümern in großer Runde die Einsatzstelle übergeben. Hier gab es viele lobende Worte für die Einsatzkräfte, die auf ihre Ruhephase verzichtet und alles gegeben hatten. Lobende Worte gab es auch für die Eigentümer. Zum Abschluss gab es ein dreifaches "Gut Wehr" und ein Gruppenfoto wurde auf dem leergepumpten Hof aufgenommen.

Von der Einsatzstelle aus ging es dann zu einer Turnhalle, bei der sich die Kräfte stärken konnten, bevor dann der Bereitstellungsraum Weilerswist angefahren wurde. Insgesamt wurden mehr als 100 Einsatzstellen von den 5 Fachzügen abgearbeitet.

In einer abschließenden Lagebesprechung bedankte sich Bereitschaftsführer Till Kramer bei den Kameradinnen und Kameraden für die Geduld während der Wartezeiten und für die geleistete Arbeit. Die HytransFireSysteme (HFS) der Feuerwehren Osnabrück und Hannover waren noch länger an der Steinbachtalsperre im Einsatz.

(Text und Fotos: Kreisfeuerwehr Osnabrück)

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