Cartoon
Montag, 11. Oktober 2021

Digitaler Fachtag beschäftigte sich mit Armut von Kindern und Familien

Osnabrück. Kinder, die nicht mit auf Schulausflüge kommen, immer mal wieder verspätete Zahlungen, Bemerkungen, die zwischen den Zeilen auf eine finanzielle Notlage schließen lassen: Für Fachkräfte, die mit Kindern und Familien arbeiten, ist es nicht immer ganz leicht, die Anzeichen für Armut zu erkennen. Umso wichtiger ist es, dass Notlagen erkannt und Benachteiligungen für die Betroffenen verringert werden. Um dieses Thema drehte sich jetzt der digitale Fachtag „Armut von Kindern und Familien hat viele Gesichter“, an dem rund 100 Fachkräfte teilnahmen.

Renate Alf führte mit ihren Cartoons in das Thema ein: „Cartoons eignen sich oft gut als Grundlage für Diskussionen“, sagte Alf. „Sie zeigen Konflikte auf, ohne gleich eine fertige Lösung zu bieten. Sie bringen uns durch eine überraschende Wendung zum Lachen. Das entspannt und ermöglicht im Idealfall einen neuen Blick auf Themen, die erstmal gar nicht lustig sind. Armut zum Beispiel.“

Stephanie Schluck von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. gab einen fachlichen Input zum Thema Armut und hob hervor, wie wichtig die Sensibilität der Fachkräfte und auch ihre organisationsübergreifende Zusammenarbeit ist, um die vielfältigen Armutsfolgen für Kinder und Ihre Familien zu verringern: „Kinderarmut ist ein strukturelles Problem. Armutssensibles Denken und Handeln sind zentrale Handlungsanforderungen an kommunale Verwaltung und Institutionen sowie die Personen, die dort tätig sind – mit dem Ziel vor Augen: armutsbedingte Barrieren abzubauen und Stigmatisierungen zu vermeiden, um allen Kindern und ihren Familien Teilhabe zu ermöglichen.“

Abschließend wurden Best-Practice-Beispiele aus Familienzentren des Landkreises Osnabrück vorgestellt, die zeigen, wie armutssensibles Handeln in der alltäglichen Arbeit von Fachkräften aussehen kann. Dazu zählen etwa Treffs für Alleinerziehende, Flohmärkte in Familienzentren oder kostenfreie Schultornister. Der Fachtag machte deutlich, dass diese Angebote konkrete Hilfen für Betroffene darstellen. Auch der Landkreis Osnabrück nimmt das Thema Kinderarmut verstärkt in den Blick: Seit 2017 sind das Leitbild gegen Kinderarmut sowie die Checkliste Armutssensibilität als Arbeitshilfe für Fachkräfte entwickelt worden. Dazu gibt es Workshops und Vorträge in den kommunalen Netzwerken sowie Fachtage.

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