Eine Personengruppe steht vor einem Backsteingebäude. Einige halten Urkunden in die Kamera.
Preisträger und Gratulanten freuen sich über die Vergabe des Naturschutzpreises 2021 der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück (vordere Reihe von links): Elke Walkenhorst (Preisträgerin Melle), Karl-Heinz Kunz (Preisträger Bad Essen), Angelika Niewald (Willy-Schulte-Kindergarten Dissen), Andreas Henemann (Preisträger Quakenbrück), Jannik Langeberg (Preisträger Bissendorf) und Ellen Akkermann (Kuratorin der Naturschutzstiftung). Zweite Reihe von links: die Kuratoren Claus Kanke, Karl-Georg Görtemöller und Ilka Pötter, Claudia Scholte (Willy-Schulte-Kindergarten Dissen), George Trenkler (Preiträger Melle) und Winfried Wilkens (Geschäftsführer der Naturschutzstiftung). Dritte Reihe von links: Gabriele Mörixmann (Kuratoriumsvorsitzende) und Bärbel Echelmeyer (stellvertretende Geschäftsführerin).
Donnerstag, 12. Mai 2022

Naturschutzpreis 2021 – Begrünte Gebäude im Landkreis Osnabrück

Osnabrück. „Gebäudebegrünung“ war das Thema des Naturschutzpreises 2021 der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück. 5.000 Euro Preisgeld aus dem Vorjahr warteten noch immer auf die sieben Preisträger. Die für Anfang Dezember geplante Übergabe musste aus bekannten Gründen nach 2022 verschoben werden.

Am 10. Mai um 17 Uhr war es soweit. Im Kreishaus wurden die Naturschutzpreise 2021 an sechs engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie eine Kommune vergeben. Zahlreiche Gremienmitglieder der Naturschutzstiftung waren anwesend. Sie alle sprachen den Preisträgern ihren Dank für ihr Engagement zugunsten unserer Umwelt aus.

Begrünte Gebäude leisten im urbanen Raum einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Vor allem Vögel, Insekten und andere Kleinlebewesen finden hier einen Lebensraum. Gleichzeitig wird durch diese Begrünung Staub gebunden, Schall geschluckt und ein gesundes Mikroklima gefördert.

Gleichzeitig hilft die Begrünung von Gebäuden dabei, Energie zu sparen. Sie wirkt als thermische Pufferzone. Gebäude werden im Sommer durch die Verdunstungskälte der Pflanzen kühl gehalten und gleichzeitig verhindert die Beschattung ein Aufheizen der Fassade oder des Daches. Im Winter ist es anders herum. Hier verhindert der Dämmeffekt den Verlust von Wärme und damit Energie.

Eine Dachbegrünung steigert, neben den oben bereits erwähnten Vorteilen, die Effektivität einer Solarstromanlage. Eine Begrünung senkt die Dachtemperatur. Dies führt dazu, dass die optimale Arbeitstemperatur für die Solarstromanlage länger gewährleistet wird. Der Nutzungsgrad wird dadurch erwiesenermaßen angehoben.

Jede der 31 Bewerbungen hat gezeigt, dass die Begrünung vorwiegend Vorteile hatte und hat. Die Bewerberinnen und Bewerber waren sich einig darin, dass die Gebäudebegrünung deutlich zur Verbesserung des Raumklimas beiträgt. Hitzestaus im Sommer werden vermieden. Auch die Pflege wurde einstimmig als „einfach“ beschrieben. Dies macht Mut zur Nachahmung.

Als Juror hatte sich Jürgen Christiansen von der Biologischen Station Haseniederung e. V. zur Verfügung gestellt. Bei den vielen guten und vielfältigen Bewerbungen war die Auswahl nicht leicht. Daher wurden die Bewerbungen in zwei Kategorien eingeteilt.

Kategorie Gebäude deren Fassaden großflächig begrünt sind. Bei aller Differenziertheit, waren hier viele Bewerbungen gleichwertig, daher gibt es gleich drei 2. Plätze.

1. Karl-Heinz Kunz, Bad Essen, Preisgeld 1.300 Euro

Das Kaffeehaus „Restaurant Hannibal“, sein Wohn- und Geschäftshaus, ist von allen Seiten auf über 200 Quadratmetern mit den unterschiedlichsten Pflanzen begrünt. Diese Begrünung ist teils 40 Jahre alt. Das Wurzelwerk des Efeus hat teils eine Schicht von zwölf Zentimetern aufgebaut. Aber auch wilder Wein, Hopfen, Waldrebe, Kletterhortensien und wilde Rosen sind an den Fassaden zu finden.

2. Elke Walkenhorst, Melle, Preisgeld 500 Euro

Ein uraltes Birnenspalier von 1910 umschlingt das Haus von Elke Walkenhorst. An diesem Beispiel wird sichtbar, dass eine Begrünung einen Nutzen mit sich bringt. Auch die Optik in der Blüte ist überragend und sorgt bei Insekten für Freude. Neben dem Birnenspalierobst wird der Eingangsbereich von Kletterhortensien und wildem Wein bewuchert. Ihr begrüntes Gebäude war schon mehrfach Gegenstand von Presseberichten.

2. Gabriela Metzko, Bad Essen, Preisgeld 500 Euro

Das Wohnhaus von 1903, ein Bauernhaus mit Diele, wurde 1975 von der Familie Metzko bezogen. Die Begrünung startete 1980. Mittlerweile ist das Haus großflächig von allen Seiten begrünt. Es wurde viel zugelassen. Die Pflanzen erweisen sich als äußerst robust, selbst im Sommer 2020 mussten sie nicht bewässert werden und sorgten für ein „gesundes Klima“.

2. George Trenkler, Melle, Preisgeld 500 Euro

Mit seiner Streuobstwiese war George Trenkler bereits im Jahr zuvor Preisträger. Dieses Jahr bewirbt er sich mit der Fassadenbegrünung des Wohnhauses und der Dachbegrünung seiner Doppelgarage. Das Gebäude wird komplett in den Garten eingebunden. Am Siedlungsrand gelegen bildet die Begrünung für die Tierwelt einen wertvollen Rückzugsraum. Es ist sichtbar, dass der Natur möglichst viel Raum zurückgegeben werden soll.

Kategorie Dachbegrünungen: Eckpunkte hier waren die Vielfältigkeit der Begrünung und das bewusste Planen. Oft wurden bewusst Mehrkosten in Kauf genommen. Auch mit dem beispielhaften Charakter konnte gepunktet werden. Es gab viele Bewerbungen mit sehr jungen Projekten auf Garagen. Hieran merkt man, dass die Bürgerinnen und Bürger sich an das Thema herantasten und der Wille vorhanden ist.

1. Andreas Hehnemann, Quakenbrück, Preisgeld 1.300 Euro

Die Dachbegrünung des Solarhauses wurde 1996 bewusst zusammen mit einer Solarstromanlage, geplant und etabliert. Teilweise hat sie Kontakt zum Boden. Eine Besonderheit ist der Dachwinkel von 42 Grad. Die Entwicklung dieser Dachbegrünung ist weit fortgeschritten und trägt zur Optimierung der Solarstromanlage bei.

2. Marlene und Jannik Langenberg, Bissendorf, Preisgeld 500 Euro

Bei der Planung des Umbaus der Remise 2017 in ein Wohnhaus war den Eheleuten klar, dass eine Dachbegrünung erfolgen soll. Bewusst wurde die Dachneigung der Gauben reduziert, um ein Abrutschen der Bodenschichten zu verhindern. Auch ein Statiker wurde einbezogen und Pläne zugunsten der Begrünung geändert. Die Fläche wurde 2020 mit einen Mix aus Dickblattgewächsen und „Gartenfunden“ wie Thymian, Lavendel, Krokus, Walderdbeere oder Winterling ergänzt. Es zeigt sich, dass auch das Dach auf dem Hof eine „grüne Oase“ darstellt und somit Vorbildcharakter hat.

3. Willy-Schulte Kindergarten, Dissen, Preisgeld 400 Euro

Diese Bewerbung ist eine von zwei Kommunalen. Sie haben Vorbildcharakter. Das Flachdach des Kindergartens wurde im Frühsommer 2021 im Zuge der Renovierung begrünt. Neben der „natürlichen Klimaanlage“, dem Schallschutz und des Zurückhaltens von Überschusswasser war das Abrunden des Konzeptes des Kindergartens ein weiterer Aspekt.  Ein naturbelassener Spielplatz mit heimischen Pflanzen und Materialien gehört zum Konzept. Es wäre schön, wenn die Kinder ein Dach im Kleinformat zum Beispiel als Spielhütte oder auf einem Insektenhotel als Anschauung etwas näher hätten. Vielleicht eine Idee für das Preisgeld.

Allen Preisträgerinnen und Preisträger sowie Bewerberinnen und Bewerbern des Naturschutzpreises 2021 möchte die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück einen Dank für ihr Engagement zugunsten unserer Natur aussprechen. Ihre Gebäudebegrünung sollte bei anderen Bauvorhaben als Vorbild dienen. Für die Zukunft ist es wichtig, dass immer mehr Grün an und auf unseren Gebäuden etabliert wird. Graue, eintönige Fassaden sollten weichen. Stattdessen sollten grüne, vielfältige Dächer und Fassaden zur Selbstverständlichkeit werden.

Sie haben Fragen zu diesem Beitrag? Wir beantworten sie gerne hier: Frag den Landkreis

Kontakt

Bürgerinformation

- Wir helfen gerne weiter -

Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Deutschland

Montag bis Mittwoch
7.30 bis 17.00 Uhr
Donnerstag
7.30 bis 17.30 Uhr
Freitag
7.30 bis 13.00 Uhr