Gruppe von Menschen im Freien
Thema Integration: Zugewanderte und Fachleute aus der Integrationsarbeit trafen sich zum Austausch in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede.

Lebendige Zuwanderungsgeschichten - Austausch in der Landvolkhochschule

Osnabrück. Zu einem intensiven Austausch zu ihren Erfahrungen mit „Einreisen, Ankommen, Teilhaben“ trafen sich auf Einladung des Landkreises Osnabrück mehr als dreißig Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte, Vertreterinnen von Migrantenorganisationen und Fachkräfte aus der Integrationsarbeit in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede.

Winfried Wilkens, Kreisrat des Landkreises, unterstrich in seiner Begrüßung die Notwendigkeit des Austausches und der Begegnung für ein gutes Zusammenleben. In der gegenwärtigen Phase der Pandemie sei dies wieder möglich und die Katholische Landvolkhochschule wegen ihrer umfangreichen Erfahrung mit interkulturellen Projekten dafür ein guter Ort.

Intensiver zusammenarbeiten, gemeinsame Ziele besser erreichen

Yilmaz Kilic, Sprecher des Arbeitskreises interreligiöser Dialog im Landkreis Osnabrück, schlug eine intensivere Zusammenarbeit der Migrantenorganisationen in der Region vor, um gemeinsame Ziele besser erreichen zu können.

„Einander zuzuhören und die jeweils eigenen Geschichten zu erzählen fördert gutes Zusammenleben“, stellte Werner Hülsmann, Integrationsbeauftragter des Landkreises Osnabrück, ein Ziel des Treffens heraus.

Es nahmen Menschen teil, die selbst oder deren Familien als „Gastarbeiter“ nach Deutschland gekommen waren. Spätaussiedler waren vertreten und Schutzsuchende, die vor den Balkankriegen in den neunziger Jahren geflohen waren. Studierende oder Arbeitnehmerinnen aus der EU nahmen teil und auch Geflüchtete aus Syrien, ganz aktuell eine Schutzsuchende aus der Ukraine.

Viele, aber nicht alle Teilnehmer berichteten von Diskriminierungen, etwa wegen Kopftuchtragens und von der Wahrnehmung des unterschiedlichen Umgangs von Staat und Gesellschaft mit den verschiedenen Zuwanderergruppen. Eine Teilnehmerin betonte, dass sie sich als Studentin „geschützt“ gefühlt habe. Alle unterstrichen die Wichtigkeit des Spracherwerbs. Teilweise sehr emotionalen Erzählungen der Teilnehmenden folgte die Sammlung von Ideen und Wünschen für gelingende Integration.

Mehr Toleranz für unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen

Gemeinsam war allen auch der Wunsch nach mehr Toleranz für unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen, auch unter den verschiedenen Zuwanderergruppen. Einig waren sich alle, dass der unbürokratisch-großzügige Umgang und die Willkommenskultur gegenüber den Schutzsuchenden aus der Ukraine vorbildlich seien und auch anderen Zuwanderern zugänglich gemacht werden sollte.

„Zu gelingender gesellschaftlicher Teilhabe gehören die gegenseitige Kenntnis über die eigenen sehr unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse der Menschen und das Bewusstsein, dass nur die Menschen selbst wissen, was gut für sie ist. Hier gilt es, noch viel Überzeugungsarbeit auch in Politik und Verwaltung zu leisten“, fasste Hubert Reise, Geschäftsbereichsleiter Migration und Integration der Diakonie Osnabrück Stadt und Land, seine Erfahrungen und die vielfältigen Redebeiträge zusammen.

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