3 Personen präsentieren eine Broschüre
Auch im Osnabrücker Land sind Böden durch Erosion gefährdet. Eine neue Broschüre klärt darüber auf. Diese präsentieren (von links) Mariam El Hourani, Tobias Fischer und Hartmut Escher (alle Natur- und Geopark TERRA.vita).
Freitag, 2. Dezember 2022

Bröschüre informiert über Ursachen und Auswirkungen von Bodenerosion

Osnabrück. Boden bildet die Grundlage für Nahrung, ist aber zunehmend durch Erosion gefährdet. Der Natur- und Geopark TERRA.vita hat jetzt eine kostenlose Broschüre aufgelegt, die Bedeutung, Gefährdung und den Schutz des Bodens im Osnabrücker Land vorstellt.

Boden übernimmt viele wichtige Funktionen. Er filtert und speichert Trinkwasser, bremst die globale Klimaerwärmung durch die Aufnahme des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid und bietet Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Die wichtigste Aufgabe bildet Boden aber als Grundlage für Nahrung – als Anbaufläche in der Landwirtschaft. Dabei ist Boden auch im Osnabrücker Land zunehmend einer sogenannten Geogefahr ausgesetzt, der Bodenerosion. Bei Starkregen und Hochwasser oder durch Wind in Dürrezeiten wird Bodenmaterial abgetragen. Als Folge dessen können kleine Schlammlawinen Straßen, Gärten und Häuser beschädigen oder Staubstürme den Verkehr lahmlegen.

Besonders kritisch sind Bodenerosionsereignisse, wenn der fruchtbare Boden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen verloren geht. „Im Osnabrücker Land mehrten sich in den vergangenen Jahren die Anzahl kleinerer und mittelschwerer Bodenerosionsereignisse“, erläutert Hartmut Escher, Geschäftsführer im Natur- und Geopark TERRA.vita. „Mittelschwere Erosionsereignisse treten mittlerweile etwa alle zwei Jahre auf, während sie vor fast 20 Jahren noch so gut wie nie vorkamen.“ Als Ursache dieses Trends gilt der Klimawandel, da Starkregenereignisse und Dürreperioden häufiger auftreten und länger anhalten. Es ist jedoch auch die zunehmende Verdichtung von Boden, die Probleme bereitet.

In der Landwirtschaft findet die Bodenerosion schon seit Jahren zunehmend an Beachtung. Landwirtschaftliche Unternehmen wirken mit zahlreichen technischen Maßnahmen der Gefahr entgegen. Sie stellen die Bewirtschaftung um oder erzeugen künstliche Barrieren, damit der fruchtbare Boden bleibt, wo er sein soll. Dabei wirkt nicht jede Schutzvorkehrung auf jeder Anbaufläche gleich. Nutzflächen müssen individuell betrachtet werden, was die Landwirtschaft enorm herausfordert. Dies liegt nicht nur an der jeweiligen Lage einer Nutzfläche, wie beispielsweise an der Steile des Hanges, sondern vor allem am zugrundeliegenden Bodentyp. „Es gibt nicht den einen Boden, sondern sehr viele unterschiedliche Bodentypen“, sagt Mariam El Hourani, Geographin an der Universität Osnabrück und Umweltbildnerin beim Natur- und Geopark. „Aus dem Osnabrücker Land sind mehr als 20 Bodentypen bekannt. Nicht jeder Bodentyp ist gleich stark anfällig für Bodenerosion.“

Im Osnabrücker Land kommen diese Bodentypen nicht großflächig, sondern überwiegend lokal und fast schon mosaikartig vor. „Boden entsteht aus Gesteinen. Aufgrund der 300 Millionen Jahre langen Erdgeschichte gibt es sehr vielfältige Gesteine in der Region. Dabei sind Lössböden an steilen Hängen besonders erosionsanfällig“, ergänzt Tobias Fischer, Geologe im Natur- und Geopark TERRA.vita. Der Löss entstand im Osnabrücker Land vor etwa 12.000 bis 115.000 Jahren, als noch eine von Mammuts bewohnte Steppe existierte. Durch die karge Vegetation verwehten damals die Bodenbestandteile und lagerten sich an den Hängen der Gebirge wieder als Löss ab. Dabei ist Löss Segen und Fluch zugleich. Aufgrund eines hohen Kalkanteils ist Löss sehr fruchtbar und besonders für die Landwirtschaft geeignet. Andererseits löst er sich sehr schnell, wenn er nicht von Vegetation bedeckt ist. Bedeutung und Gefährdung von Boden wie am Beispiel des Löss werden in der Informationsbroschüre vorgestellt, die im Webshop des Natur- und Geoparks TERRA.vita unter www.geopark-terravita.de kostenlos bestellt werden kann.

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