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Willkommensbehörde

Amerikanische Faulbrut

Die Tierseuchenbehördlichen Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Amerikanische Faulbrut der Bienen vom 24.03.2016 wird aufgehoben. Betroffen waren Gebiete in Osnabrück, Wallenhorst und Belm.

Allgemeine Informationen zur Amerikanischen Faulbrut

Die Amerikanische Faulbrut ist eine für den Menschen ungefährliche und anzeigepflichtige Krankheit der Bienen, die sich schnell von Bienenvolk zu Bienenvolk verbreiten kann. Dies geschieht, wenn gesunde starke Bienen bei kranken und geschwächten Bienenvölkern einfallen und deren infizierten Honig rauben. Hierbei verschleppen sie die krankmachenden Sporen in ihren eigenen Bienenstock. Außerdem ist die Seuche auch durch den Imker durch infizierte Geräte übertragbar.

Die Einrichtung von Sperrbezirken gehört zu den Bekämpfungsmaßnahmen der zuständigen Veterinärbehörde, um den befallenen Bestand mit einem Radius von ein bis drei Kilometern abzuschirmen. Im Sperrbezirk gelten Verbringungsverbote für Bienen, Waben und Gerätschaften in den Sperrbezirk hinein oder aus dem Sperrbezirk heraus. Sofern die Infektion eines Volkes früh erkannt wird und das Volk nicht bereits stark vorgeschädigt ist, kann es durch gezielte imkerische Maßnahmen saniert werden. 

Honig und andere wertvolle Bienenprodukte von befallenen Völkern können weiterhin verzehrt werden. Auch in handelsüblichem Honig können Sporen der AFB vorhanden sein. Daher ist jeder aufgerufen, der Honig verzehrt, Honigreste und leere Honiggläser so zu entsorgen, dass keine Biene diesen Honig sammeln und in ihr Volk bringen kann. So kann jeder dafür sorgen, dass die AFB keine Verbreitung findet. Sie ist eine Erkrankung der älteren Bienenbrut, nämlich der Streckmaden: Diese befinden sich in der bereits mit einem Wachsdeckel verschlossenen Brutzelle. Im Erkrankungsverlauf löst sich die gesamte Körperstruktur der Larven auf und es bleibt nur eine zähe, braune, schleimige Substanz übrig, die später zu einem dunklen Schorf eintrocknen kann. Der Name "amerikanisch" bezieht sich nicht auf ein Ursprungsgebiet, sondern auf den Ort der Entdeckung; die Krankheit tritt weltweit auf.

Amerikanische Faulbrut mit "Kunstschwarmverfahren" bekämpfen

Vom 1. bis 3. Juli 2016 erfolgte auf dem Gelände des Klosters Nette in Osnabrück eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme gegen den Erreger der Amerikanischen Faulbrut (AFB). Der Erreger ist ein sehr umweltresistentes Bakterium: In Sporenform kann es über lange Zeit in der Umwelt überleben. Gelangt es in ein Bienenvolk, so infiziert es die ältere Bienenbrut und bringt das Volk im Regelfall um.

Es handelt sich bei der AFB um eine anzeigepflichtige Bienenseuche, die seitens des Veterinärdienstes bekämpft wird, um zu verhindern, dass der Erreger in andere Bienenvölker eingeschleppt wird. Dies kann durch Austausch von Völkern, Waben, Geräten oder durch Räuberei der Bienen selbst geschehen.

Die jährliche Untersuchung der Bienenvölker durch die sogenannte Futterkranzprobe gibt dem Imker Gewissheit, dass seine Völker nicht vom Erreger der AFB befallen sind. Ist dies dann doch der Fall, so wird seitens des Veterinärdienstes der Bienenstandort gesperrt und ein Sperrbezirk eingerichtet. Bienenmaterial darf den Sperrbezirk nicht verlassen. Alle Bienenvölker im Sperrgebiet werden untersucht. Betroffene Bienenbestände mussten bis vor einigen Jahren noch durch das sogenannte „Abschwefeln“ getötet werden.

Heute steht eine neue Methode zur Verfügung, bei der die Bienenvölker erhalten werden. Es handelt sich um das Kunstschwarmverfahren. Beim Kunstschwarmverfahren werden alle Waben der betroffenen Völker entnommen. Die Völker werden von den Waben in einen Kunstschwarmkasten abgefegt. Die Bienen hungern bis alle Honigvorräte in den Honigblasen aufgebraucht sind. Währenddessen reinigen sich die Bienen verschlucken Faulbrutsporen und reduzieren die Sporenbelastung erheblich. Nach zwei bis drei Tagen wird das Volk in einer desinfizierten Bienenwohnung (Beute) auf Mittelwände gesetzt und baut dort ein neues sporenfreies Brutnest auf. Einzelne Schritte des aufwendigen Verfahrens können Sie in der Bildergalerie sehen.