Archäologie Stadt und Landkreis Osnabrück

Die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück beschäftigt sich mit der Erfassung, Erforschung und dem Erhalt von Zeugnissen aus der Vergangenheit, dem kulturellen Erbe der Region. Die gemeinsam von Stadt und Landkreis getragene öffentliche Einrichtung existiert seit 1975.

Zum Team zählen neben Archäologen auch Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen, wie z. B. aus dem Bereich der Grabungstechnik, Restaurierung und Öffentlichkeitsarbeit. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Durchführung von forschungsorientierten Maßnahmen im Bereich der Bodendenkmalpflege (Pflegemaßnahmen, Ausgrabungen, Bauforschungen, Sondierungen und Dokumentation)
  • Öffentlichkeitsarbeit über die Arbeitsschwerpunkte und die Ergebnisse von Einzelvorhaben (Ausstellungen, Veranstaltungen, museumspädagogische Aktionen, Exkursionen usw.) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Facheinrichtungen und Museen
  • Wissenschaftliche Auswertung und Erstellen von Publikationen, Restaurierung und Archivierung von Bodenfunden, Betreuung von Schriften- und Fundarchiven sowie musealen Sammlungen

In der Nähe von Georgsmarienhütte - Oesede befinden sich mitten im Wald die Überreste einer Wallanlage, die allerdings nicht auf den ersten Blick als bedeutendes Kulturdenkmal zu erkennen sind. Heute gibt es hier keine „märchenhafte“ Burganlage zu sehen, sondern nur teils mächtige, ca. 10 Meter breite und bis zu 2 Meter hohe Wälle mit vorgelagerten Gräben. Die innere Aufteilung in Haupt- und Vorburg ist noch gut wahrnehmbar. Ebenfalls erhalten sind der lang gestreckte ovale Burgwall von 260 mal 100 Meter Ausmaß mit vorgelagerten Gräben und Toranlagen.

Wall und Graben sind Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts untersucht worden, zuletzt legte die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück im Jahr 1984 fünf Schnitte durch die Wälle an. Die Grabungen erbrachten zwar keine datierbaren Funde, allerdings konnte die Konstruktionsweise geklärt werden: Die erste Ausbaustufe erfolgte im Frühmittelalter, vermutlich sogar erst um das Jahr 1000, die jüngere Phase steht eventuell im Zusammenhang mit der urkundlichen Erwähnung im Jahr 1184. Trotz umfangreicher vorheriger Ausbaumaßnahmen ist die Anlage nie in größerem Rahmen genutzt worden. Die Zweiteiligkeit der Burganlage weist auf eine Entstehung während des frühen Mittelalters hin, vermutlich sogar um die Wende zum Hochmittelalter.

Eine hölzerne Infotafel steht am Rand eines Waldweges.
Neue Infotafeln im Bereich der Hauptbefestigung der Wallanlage oben auf der Bardenburg in Oesede.

Im Laufe der Zeit sind die Wälle der denkmalgeschützten Burganlage in Oesede immer wieder beschädigt worden. Um dem weiteren Verfall an der Bardenburg entgegenzuwirken, wurden Ende 2021 die Spitzgräben freigeräumt und Wall und Graben an der Nordostseite der Anlage wieder rekonstruiert. 2022 haben die Stadt Georgsmarienhütte, der Heimatverein Georgsmarienhütte, der Natur- und Geopark Terra.vita und die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück die Ausschilderungen, Informationseinheiten und Rastplatzmöglichkeiten erneuert, die nun wieder zum Verweilen einladen.

Das Projekt wurde auch von der Interessengemeinschaft Osnabrück der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. (DIMB) mitgetragen, die sich für ein umwelt- und sozialverträgliches Mountainbiking engagiert. Damit das Kulturdenkmal auch weiterhin erhalten bleibt, wünschen sich alle Beteiligten einen pfleglichen Umgang mit der Anlage.

Kontakt

Archäologische Denkmalpflege

Stadt- und Kreisarchäologie

Lotter Straße 6
49078 Osnabrück
Deutschland