Naturschutzpreis 2020: Gesucht werden Streuobstwiesen in Stadt und Landkreis Osnabrück - Bewerben Sie sich bis zum 12. August 2020!


Landschaftspflege-Förderprogramm: Projekte können mit bis zu 4.000 Euro unterstützt werden. Flyer und Formular herunterladen.

Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück

Die heimische Kulturlandschaft nachhaltig zu sichern ist Aufgabe der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück. Das Stiftungskapital beträgt heute etwa 3.400.000 Euro.

Die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück fördert Naturschutzarbeit, um die heimische Kulturlandschaft nachhaltig zu sichern. So stellt die Naturschutzstiftung auch ein Bindeglied zum ehrenamtlichem Naturschutz dar, dessen Arbeit durch die Stiftung unterstützt und honoriert wird. Das Stiftungskapital beträgt heute etwa 3.400.000 Euro. Die Naturschutzstiftung und der Landkreis Osnabrück ermöglichten seit 1991 mit einem Gesamtfördervolumen von rund 2 Millionen Euro Naturschutzmaßnahmen.

So wurden beispielsweise in Revitalisierungsprojekte an Abschnitten der Hase, der Wierau, der Hunte und dem Möllwiesenbach Fließgewässer naturnah gestaltet. 160 Feuchtbiotope wurden angelegt.

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Oder insgesamt 7000 Obstbäume, 500 Alleebäume und mehr als 16 km Wall- und Feldhecken und Feldgehölze neu gepflanzt. Die Naturschutzstiftung förderte Schulhofumgestaltungen, Schulgärten, die Sanierung von Altbäumen und Erstaufforstungen und die extensive Bewirtschaftung auf Ackerflächen.

Den vom Aussterben bedrohten "Echten Frauenspiegel" gibt es in Niedersachsen nur noch an einem Standort im Landkreis Osnabrück. Durch einen beispielhaften Vertragsnaturschutz zwischen Landwirtschaft, heimischer Wirtschaft und Naturschutzstiftung konnte sich der Bestand dieser Pflanze im Laufe von sieben Jahren von einer Handvoll auf mehrere tausend Exemplare vermehren. Diese Erfolgsgeschichte soll fortgesetzt werden.

Der Erlebnispark Boden vermittelt dem Besucher einen faszinierenden Einblick in eine Welt, die sich unter unseren Füßen befindet. Die bundesweit einzigartige Anlage zeigt, wie unsere Böden entstanden sind, wie sie sich zusammensetzen und wie sie genutzt und werden. Der zwei Hektar große Park am Schölerberg in Osnabrück bietet Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern die Möglichkeit, die Grundlage unseres Lebens anzufassen, zu begreifen und zu verstehen.

Die regionalen Umweltbildungszentren Noller Schlucht und Osnabrücker Nordland wurden von der Naturschutzstiftung bis Ende 2001 mit rund 150.000 Euro unterstützt. Programme und Projekte der Umweltbildung von Schulen, Kindergärten und außerschulischen Umweltlernstandorten im Osnabrücker Land werden gezielt gefördert.

Jährlich wird ein Naturschutzpreis im Wert von 5.000 Euro vergeben. Hiermit honoriert die Naturschutzstiftung das Engagement wechselnder Zielgruppen für beispielhafte Aktivitäten im Naturschutz.

Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung kürt jedes Jahr ein Baum des Jahres. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die Robinie. Der aus Nordamerika stammende Baum ähnelt im Aussehen der nordafrikanischen Baumart der Akazie, weswegen die Robinie auch oft „Scheinakazie“ genannt wird.

Die licht- und wärmeliebende Baumart zeichnet sich optisch durch die Stacheln und die lichtdurchlässigen Fiederblätter an den Zweigen, sowie die cremeweißen Blüten aus. Durch tiefe Risse und Furchen in der Rinde ist sie mit keinem anderen heimischen Baum zu verwechseln.

In den ersten Lebensjahren wächst die Robinie besonders schnell. Sie hat zusätzlich kaum Ansprüche an ihren Wuchsstandort. Wenn Licht und Wärme vorherrschen, kann sie sogar auf kargen und trockenen Sandböden wachsen. Dies schafft sie durch eine besondere Fähigkeit: Ihre Wurzeln können eine Symbiose mit sogenannten Rhizobien (Knöllchenbakterien) eingehen. Diese können den Luftstickstoff binden und stellen ihn somit der Robinie für ihr Wachstum zur Verfügung. Zusätzlich ist sie tolerant gegenüber Salz- und Luftverschmutzungen, was sie besonders als Stadtbaum attraktiv macht.

Die Verwendung des Holzes der Robinie ist vielfältig. Da das Holz eine hohe Dauerhaftigkeit hat, auch ohne jegliche Holzbehandlungen, ist sie oft im Außenbereich zu finden. Beispiele sind hier Brücken, Pfähle oder Spielgeräte. Hochwertiges Stammholz ist nicht zu erwarten. Aber neben sehr guten Brenneigenschaften, kann man das Holz der Robinie auch gut für Stiele verwenden, wie zum Beispiele für Besen oder Äxte.

Robinie

Weltweit gesehen ist die Robinie einer der meist gepflanzten Baumarten. Als Park- oder Alleebaum ist sie in der Vergangenheit oft in Deutschland angesiedelt worden. In den deutschen Wäldern hingegen ist sie eher selten anzutreffen. Sehr selten ist sie dort eine Hauptbaumart, häufig ist sie eine  Misch- oder Nebenbaumart  mit geringen Flächenanteilen an den Waldbeständen.

Im Osnabrücker Land ist die Robinie zumeist auch nur als Park- oder Alleebaum vertreten. In den Wäldern vor Ort gibt es nur einzelne Exemplare.  Das Holz der Robinie ist hingegen öfter in der Region zu finden. Die Spielplätze und Erlebnislandschaft im Osnabrücker Zoo ist aus dem Holz der Robinie gestaltet worden.

Über die Pflanzung der Robinie in Deutschland gibt es geteilte Meinungen, besonders aus naturschutzfachlicher Sicht. Durch den Klimawandel und den dadurch immer geringeren Niederschlägen in der Vegetationszeit, wird sie als eine klimastabile Baumart angesehen. Besonders auf den trockenen Böden kann sie eine Ergänzung zu unseren heimischen Baumarten sein. Auch durch ihre Salz- und Luftverschmutzungstoleranz kann durch sie die Städte grüner erscheinen. Ihre Blüten bieten zusätzlich viel Nektar, was sie für Insekten, besonders für Bienen, sehr interessant macht.

Die Robinie ist keine heimische Baumart. Sie steht auf der Liste der invasiven Arten. Durch ihre Fähigkeit eine Symbiose mit Knöllchenbakterien einzugehen, kann sie den Stickstoffwert im Boden erhöhen. Deshalb kann sie die heimischen Arten der armen Böden verdrängen und den Boden nachhaltig verändern. Ein weiterer Grund für die Invasivität ist, dass sie die Fähigkeit hat, Wurzelbruten zu bilden, und sich somit schnell flächendeckend ausbreiten und sie so ebenfalls heimische Arten verdrängen kann.

Der Waldbesitzer kann in Niedersachsen für den Anbau der Robinie im Wald eine forstliche Förderung erhalten. Dazu muss unter anderem die Robinie auf den für sie passenden Standort angebaut und zusätzlich darf sie nur als Misch- oder Nebenbaumart angebaut werden.

Zusammengefasst ist sie eine Baumart, die durch den Klimawandel immer mehr an Bedeutung gewinnen kann. Allerdings bietet die Baumart auch ein Gefährdungspotential  gegenüber den heimischen Arten, weswegen ihr Anbau auf Stadt- und Parkflächen, sowie auf einzelne Sonderstandorte begrenzt werden sollte.

 

Kontakt

Naturschutzstiftung

Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Deutschland

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Freitag
8 bis 12 Uhr