Das europäische Schnellwarnsystem

Ein globalisierter, offener Markt bietet für die Verbraucher viele Vorteile. Gleichzeitig birgt er aber auch Gefahren, wenn beispielsweise gesundheitsschädliche Produkte in den Umlauf geraten. 

Wenn von Lebens- oder Futtermitteln, Bedarfsgegenständen wie zum Beispiel Spielzeug oder Kochgeschirr, Risiken für die menschliche Gesundheit ausgehen, ist ein schnelles Handeln der Wirtschaft und aller beteiligten Behörden erforderlich. Für die schnelle Weitergabe von Informationen innerhalb der Europäischen Union sorgen unter anderem zwei Schnellwarnsysteme: Das RASFF (Rapid Alert System Food and Feed) für Lebensmittel, Futtermittel und Lebensmittelbedarfsgegenstände und das RAPEX (Rapid Exchange of Information System) für Verbraucherprodukte.    

Erdbeeren

Stellt die Lebensmittelüberwachung des Landkreises beispielsweise fest, dass von einem bestimmten Lebensmitteln wie z.B. einem Wursterzeugnis, welches mit Salmonellen behaftet ist, eine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht, trägt sie alle erforderlichen Informationen zu dem Produkt und den Vertriebswegen zusammen. Danach wird über die Landesbehörden das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Bundesamt) unterrichtet. Das erfolgt auf elektronischem Weg. Das Bundesamt leitet die Information an die Europäische Kommission weiter (Upstream-Verfahren). So sind alle beteiligten Behörden schnell und umfassend  informiert, und es kann zeitnah gehandelt werden. Die Meldungen enthalten unter anderem Informationen zur Art des Produkts, zu seiner Herkunft, den Herstellungs- und Vertriebswegen, zur Gefahr, die von ihm ausgeht, und den Maßnahmen, die von Firma oder der Behörde getroffenen wurden. Die Meldungen werden dann in alle beteiligten Staaten zeitnah weiter versendet. Vom Landkreis Osnabrück werden jährlich wenige solcher Meldungen (bis zu drei) abgegeben. Bei diesen Meldungen handelt es sich zumeist nicht um Lebensmittel, die evtl. Gesundheitsgefahren bergen, sondern um  Spielzeug oder andere Bedarfsgegenstände wie Schuhe o.ä., die mit  der menschlichen Haut in Berührung kommen und Schadstoffe aufweisen.

Gehen die Meldungen von einem anderen Mitgliedsland der EU oder von anderen assoziierten Drittstaaten (Schweiz, Island, Norwegen, Liechtenstein) aus, werden diese von der Europäischen Kommission (DG SANCO) nach der Übersetzung ins Englische an alle Nationalen Kontaktstellen übermittelt. Das Bundesamt leitet diese dann an alle Kontaktstellen der Bundesländer weiter, die wiederum an die Überwachungsbehörden per E-Mail weiter (Downstream-Verfahren).

Ist eine solche Meldung über ein Produkt, das im Ausland oder woanders hergestellt und hier vertrieben wird, in Osnabrück angekommen (Downstream-Verfahren) fahren die Lebensmittelkontrolleur*innen zeitnah zu den benannten Betrieben und prüfen, ob das Produkt noch im Verkauf ist. In jüngerer Zeit ist zumeist der Rückruf, den die Firmen veranlassen, schon umgesetzt und das gesundheitsgefährdende Produkt befindet sich nicht mehr im Verkauf. Früher und manchmal auch noch heute sind die Verkaufsstellen nicht informiert; dann sorgt der Veterinärdienst dafür, dass das Produkt nicht mehr in den Verkauf gelangt. Bis zu 200 Meldungen sind jährlich vom Team Veterinärdienst im Gebiet von Stadt und Landkreis Osnabrück zu bearbeiten, wobei durchaus mehrere Betriebe von einer Meldung betroffen sind.

Weitere Adressaten für die Downstream-Meldungen sind das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie weitere Bundesbehörden, etwa das Bundesinstitut für Risikobewertung oder das Robert Koch-Institut. Diese  werden in die Informationsweiterleitung nachrichtlich eingebunden. Hier wird  kontinuierlich  geprüft, ob eine großflächige Gefahr für die Gesundheit von Menschen besteht und weitere sichernde Maßnahmen ergriffen  werden müssen.

Durch das System, welches  elektronisch schnell und  effizient alle erforderlichen Daten  zu Gefährdungen  weitergibt,  können  Gefahren  früh erkannt und denen entgegengewirkt werden.

Kontakt

Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück

Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Deutschland

Montag bis Freitag
8 bis 13 Uhr
Donnerstag
8 bis 17:30 Uhr